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    Handelsskandal trifft JPMorgan Chase härter als erwartet

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    New York (Frankfurt: A0DKRK - Nachrichten) (dapd). Der US-Großbank JPMorgan Chase kommen ihre milliardenschweren Fehlspekulationen weitaus teurer zu stehen als erwartet: Im zweiten Quartal verlor das größte Kreditinstitut der Vereinigten Staaten durch den fehlgeschlagenen Handel mit komplexen Finanzprodukten 4,4 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro). Die Bank war zunächst nur von zwei Milliarden Dollar ausgegangen. Seit Jahresbeginn musste JPMorgan insgesamt 5,8 Milliarden Dollar abschreiben.

    "Das hat unser Unternehmen bis ins Mark erschüttert", erklärte Vorstandsvorsitzender Jamie Dimon bei der Bilanzvorlage am Freitag in New York. Gleichwohl sei das Handelsrisiko seither "deutlich reduziert" worden, fügte er hinzu.

    "Das Portfolio hat sich als risikoreicher, verletzlicher und für eine wirtschaftliche Absicherung weniger effektiv erwiesen als wir dachten", erklärte Dimon weiter. "Es gab viele Fehler, Schlampereien und schlechtes Urteilsvermögen." Mit dem Paket wollte sich das Institut eigentlich gegen Risiken bei Geldgeschäften absichern.

    Inzwischen seien sämtliche Manager im Londoner Büro, die für den Vorfall verantwortlich seien, ohne Abfindung entlassen worden, teilte JPMorgan Chase (Hannover: 850628 - Nachrichten) weiter mit. Zudem sei geplant, über einen Zeitraum von zwei Jahren gezahlte Gehälter von jedem einzelnen Mitarbeiter zurückzuverlangen. Interne Untersuchungen hätten einige der von den Händlern angegebenen Werte in einem zweifelhaften Licht erscheinen lassen, teilte die Bank weiter mit. Zudem bestehe der Verdacht, dass die Händler die Verluste verschleiern wollten.

    "Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter", erklärte Vorstandsvorsitzender Dimon vor Analysten. "Aber wir glauben, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt hat."

    Ungeachtet dessen konnte JPMorgan Chase für das zweite Quartal einen Nettogewinn von fünf Milliarden Dollar oder 1,21 Dollar pro Aktie ausweisen. Analysten hatten mit einem Nettogewinn von 76 Cent je Aktie gerechnet. Zum Handelsbeginn an der Wall Street führte JPMorgan am Freitag mit einem Plus von drei Prozent den Dow (NYSE: DPD - Nachrichten) -Jones-Index der 30 führenden Industriewerte an.

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