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    Handelsskandal hat für JPMorgan Chase schlimmere Folgen als erwartet

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    New York (Frankfurt: A0DKRK - Nachrichten) (dapd). Der durch Fehlspekulationen verursachte Verlust der US-Großbank JPMorgan Chase beläuft sich inzwischen auf 5,8 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) und ist damit fast dreimal so hoch wie bislang angenommen. Allein im zweiten Quartal, also im Zeitraum April bis Juni, verlor das größte Kreditinstitut der USA durch den fehlgeschlagenen Handel mit komplexen Finanzprodukten 4,4 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro), wie am Freitag bekannt wurde. Die Bank war zunächst nur von zwei Milliarden Dollar ausgegangen.

    Seit Jahresbeginn musste JPMorgan insgesamt 5,8 Milliarden Dollar abschreiben. Der Vorstandsvorsitzende Jamie Dimon sagte bei der Bilanzvorlage am Freitag in New York, im schlimmsten Fall könnte die Bank weitere 1,7 Milliarden Dollar verlieren.

    "Das hat unser Unternehmen bis ins Mark erschüttert", sagte Dimon. Gleichwohl sei das Handelsrisiko seither "deutlich reduziert" worden. "Das Portfolio hat sich als risikoreicher, verletzlicher und für eine wirtschaftliche Absicherung weniger effektiv erwiesen als wir dachten", erklärte Dimon weiter. "Es gab viele Fehler, Schlampereien und schlechtes Urteilsvermögen." Mit dem Paket wollte sich das Institut eigentlich gegen Risiken bei Geldgeschäften absichern.

    Bank will Gehälter von verantwortlichen Managern zurückfordern

    Inzwischen seien Manager, die für den Vorfall verantwortlich seien, ohne Abfindung entlassen worden, teilte JPMorgan Chase (Hannover: 850628 - Nachrichten) am Freitag mit. Zudem sei geplant, über einen Zeitraum von zwei Jahren gezahlte Gehälter von jedem der betroffenen Mitarbeiter zurückzuverlangen. Es wäre das erste Mal, dass die Bank zu dieser Maßnahme greift.

    Interne Untersuchungen hätten einige der von den Händlern angegebenen Werte in einem zweifelhaften Licht erscheinen lassen, teilte die Bank weiter mit. Zudem bestehe der Verdacht, dass die Händler die Verluste verschleiern wollten.

    "Wir nehmen das nicht auf die leichte Schulter", sagte Vorstandsvorsitzender Dimon vor Analysten. "Aber wir glauben, dass es sich um einen Einzelfall gehandelt hat."

    Investoren erleichtert

    Ungeachtet dessen konnte JPMorgan Chase für das zweite Quartal einen Nettogewinn von fünf Milliarden Dollar oder 1,21 Dollar pro Aktie ausweisen. Analysten hatten mit einem Nettogewinn von 76 Cent je Aktie gerechnet.

    Der jüngste Bericht von JPMorgan Chase beflügelte am Freitag die Aktie im Dow (NYSE: DPD - Nachrichten) -Jones-Index der 30 führenden Industriewerte. Der Preis der JPMorgan Chase-Aktie legte um 1,50 Dollar auf 35,54 Dollar zu.

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