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    Griechischer Schulden-Rückkauf wird zur Zitterpartie

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    Athen/Brüssel (dapd). Der Schulden-Rückkauf Griechenlands wird zur befürchteten Zitterpartie: Weil bis zum Wochenende nicht ausreichend Privatgläubiger zusagten, musste Athen die Frist am Montag noch ein Mal bis (morgigen) Dienstagmittag verlängern. Kommen die erhofften 20 Milliarden Euro an Erleichterung nicht zusammen, dann steht die Rettung der Hellenen wieder auf der Kippe. Der Chef der griechischen Schuldenagentur, Stelios Papadopoulos, drohte den Investoren: Wer (SNP: ^WERY - Nachrichten) jetzt nicht zugreife, der könne am Ende noch mehr Geld verlieren.

    Der Schulden-Rückkauf ist ein zentraler Baustein im neuen Rettungsplan, den die Eurogruppe vor zwei Wochen mühsam ausgehandelt hatte. Athen soll für zehn Milliarden Euro alte Schuldscheine aufkaufen, und zwar zu einem Preis von 30 bis 40 Prozent des Nennwertes. Um auf die erhofften 20 Milliarden Euro an Gewinn zu kommen, müssten also Papiere im Wert von mehr als 30 Milliarden Euro umgetauscht werden. Laut griechischen Medienberichten waren bis zum Wochenende nur 26 bis 27 Milliarden Euro zusammengekommen. Die Regierung in Athen wollte das nicht kommentieren.

    Am Donnerstag kommt die Eurogruppe in Brüssel zusammen, um das Ergebnis zu bewerten. Das Problem: Der Internationale Währungsfonds (IWF) bleibt bei der Griechenland-Rettung nur an Bord, wenn der Schulden-Rückkauf erfolgreich war - und die griechische Gesamtverschuldung deutlich gesenkt wird. Nur dann können Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Kollegen am Donnerstag das endgültige grüne Licht für zunächst 34 Milliarden Euro an aufgelaufenen Notkrediten geben, die die Hellenen dringend brauchen, um nicht in die Pleite zu stürzen.

    In Brüssel gab man sich am Montag zweckoptimistisch. "Wir sind zuversichtlich, dass es noch eine Bandbreite an zusätzlichen Gläubigern gibt, sowohl in Griechenland als auch international", sagte Simon O'Connor, Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn. Nicht nur griechische Banken, auch internationale Hedge Fonds müssen sich an dem Geschäft beteiligen, damit die Rechnung aufgeht.

    Auch Regierungschef Antonis Samaras will an den Erfolg glauben: "Ich bin überzeugt, dass wir bis Dienstag mit relativer Sicherheit sagen können, dass alles gut gegangen ist", lautete seine Prognose am Sonntagabend.

    Schuldenagentur-Präsident Papadopoulos machte klar, dass diejenigen Privatgläubiger, die bis Freitag auf das Angebot eingegangen waren, nicht nachträglich aussteigen können. Und er kündigte an, dass die Regierung später auch mit den öffentlichen Gläubigern - also vor allem den Euroländern - weitere Schritte zum Schuldenabbau in Erwägung ziehen werde. Und bei künftigen Maßnahmen könne es "keine Möglichkeit mehr geben, zum aktuellen Rückkauf-Angebot die Investitionen zu beenden". Im Klartext: Dann gehen die Privatgläubiger leer aus.

    Um sich die Freigabe der neuen Notkredite aus dem Rettungsschirm EFSF zu sichern, muss Athen aber nicht nur genug Schulden zurückkaufen. Am Dienstag müssen überdies weitere Steuergesetze vorgelegt werden, die die wohlhabenderen Bürger zu einem stärkeren Beitrag zwingen. Zudem ist für Dienstag eine Auktion kurzfristiger Anleihen geplant. Denn neben der Hilfe aus dem EFSF muss Athen auch weiter selbst frisches Geld aufnehmen, um seine Rechnungen überhaupt bezahlten zu können. Der Dienstag wird also zu einem weiteren Schicksalstag für das leidgeprüfte Land.

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