Athen (BoerseGo.de) - Griechenlands Finanzminister Giannis Stournaras erwartet für das Jahr 2013 die konjunkturelle Wende. Bereits für dieses Jahr rechnet er mit einem Wachstum in dem krisengeschüttelten Euroland. " Unter dem Strich werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Athens zwar abermals schrumpfen. Aber wir werden 2013 die Talsohle durchschreiten und gegen Ende des Jahres zum Wachstum zurückkehren", so der griechische Finanzminister gegenüber dem "Handelsblatt". Die Wirtschaft Griechenlands befindet sich seit dem Jahr 2008 im Sinkflug und konnte nur durch Kapitalspritzen seiner europäischen Partnerstaaten am Leben erhalten werden. Auch bei der Haushaltskonsolidierung spricht Stournaras von Fortschritten. "Wir haben 2012 die Defizitvorgaben erstmals seit Beginn der Krise nicht nur erreicht, sondern sogar leicht übertroffen. Möglicherweise werde Athen bereits in diesem Jahr einen Primärüberschuss ausweisen", so Stournaras. Unter einem Primärüberschuss versteht man einen Haushaltsüberschuss des Staates, allerdings ohne Berücksichtigung der Zinsausgaben für Schulden.
Der griechische Finanzminister meinte weiter, dass sich dadurch auch die Möglichkeit weiterer Erleichterungen eröffnen, etwa durch niedrigere Zinsen für bereits gewährte Hilfskredite. In Bezug auf die Euro-Krise fordert Stournaras eine Vertiefung der politischen und wirtschaftlichen Union Europas. "Wenn wir den Euro bewahrenwollen, muss aus der Währungsunion eine echte Föderation werden, eine Wirtschaftsunion. Wenn die Budgets aller Eurostaaten einer strengen, gemeinsamen Kontrolle unterlägen, halte er auch Eurobonds - also gemeinsame Anleihen der Euroländer - für vertretbar. Wir brauchen in der Eurozone eine
gemeinsame Schuldenpolitik", so der Finanzminister. Weiter betonte er den politischen Willen, die früher vernachlässigten Privatisierungen jetzt voranzutreiben. Es bestünde bereits großes Interesse der Investoren.







