WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Griechenland-Pleite als Befreiungsschlag für die Börsen?

    AKTUELLER KURS

    SymbolKursVeränderung
    FMJP.EX4.558,0072,00
    GS158,183,71
    ^WERY303,940,00
    RWE.DE27,400,14

    =Lieber Geldanleger,

    mein Kollege Florian Schulz vom "Emerging-Markets-Trader" gehörte im März 2009 zu den wenigen Akteuren, die sich trauten, sich vom damals verbreiteten Pessimismus loszulösen.

    Er ist damals mit seinem Musterdepot massiv am Aktienmarkt eingestiegen. Unter anderem kaufte er seinerzeit zu Ausverkaufspreisen die heute immer noch in seinem Musterdepot liegende Aktie von 51 Job Inc. (bisheriger Gewinn +632%!).

    Auch heute erkennt Florian Schulz in der Krise an den Finanzmärkten wieder eine einmalige Chance. Lesen Sie daher nachfolgend mein Interview mit Florian Schulz, dem Chefredakteur des Emerging-Markets-Trader -Börsenbriefs, über die Eurokrise und über aktuelle Chancen an den Aktienmärkten.

    Geldanlage-Report: Hallo Florian, du betonst derzeit immer wieder, dass die schwierige Marktlage eine langfristige Einstiegsgelegenheit für Aktienanleger ist. Wie kommst du trotz des vermutlich bevorstehenden Austrittes von Griechenland aus der Europäischen Währungsunion zu einem solch positiven Urteil?

    Florian Schulz:= Ein Euroaustritt Griechenlands ist in der Tat zum Basisszenario geworden. Bedenkt man jedoch, dass nichts Anleger so sehr von Investitionen abhält wie die Unsicherheit, dann könnte ein solcher Schritt für die Märkte sogar zu einem Befreiungsschlag werden.

    Eine Rallye an der Börse wird schließlich immer durch den Abbau von unklaren Situationen genährt. Voraussetzung ist dann aber natürlich, dass Europa im Vorfeld des griechischen Euro-Austritts seine Hausaufgaben macht, und dass Vorkehrungen getroffen werden, um den Ansteckungseffekt für andere südeuropäische Staaten abzumildern.

    Geldanlage-Report: Traust du der Politik tatsächlich zu, die Situation zu bewältigen?

    Florian Schulz: Wenn sich 17 Köche gleichzeitig betätigen, dann kann man natürlich nicht damit rechnen, dass ein Restaurant mit einem Michelin (Euronext: ML.NX - Nachrichten) -Stern bewertet wird. Rechnen wir daher, wenn sich die Regierungschefs in Brüssel, Berlin oder Paris treffen, auch in Zukunft mit den üblichen Schwierigkeiten. Entscheidend ist in einer solchen Situation aber nicht das Verhalten der Politiker, sondern das der Europäischen Zentralbank.

    Die EZB hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie - wenn es hart auf hart kommt - alle Grundsätze über Bord wirft, und den Markt mit Liquidität flutet. Eine Situation wie nach der Lehman-Pleite von 2008 wird man im EZB Tower mit aller Kraft verhindern wollen - auch wenn dafür für die Banken noch einmal eine Billion Euro gedruckt werden müssen.

    Geldanlage-Report: Du schreibst jüngst in einer Ausgabe des Emerging-Markets-Trader , Griechenland sei für die Weltwirtschaft eine vernachlässigbare Größe. Kannst du uns diese Aussage in Relation setzen?

    Florian Schulz: Ja, sicher. Der hellenische Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt liegt gerade einmal bei 0,4 Prozent, und das Land tritt auf der internationalen Bühne nicht gerade als Handelsmacht auf. China könnte mit den aktuellen Währungsreserven in Höhe von über 3 Billionen US-Dollar die gesamten Exporte nach Griechenland 13.000 Monate lang ausgleichen, wenn sich die nächste griechische Regierung dafür entscheiden sollte, eine vollständige Subsistenzwirtschaft aufzubauen.

    Geldanlage-Report: Oder wie sagte Jim O'Neill, der Starökonom von Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) noch gleich? In China wird bei den aktuellen Wachstumsraten alle sechs Wochen ein neues Griechenland erschaffen!

    Florian Schulz: Genau, du bringst es mit diesem Zitat auf den Punkt. Interessant ist übrigens, was für positive Entwicklungen durch diese „kleine“ Griechenland-Krise in den Nachrichten verdrängt werden.

    Geldanlage-Report: Zum Beispiel?

    Florian Schulz: Der Ölpreis ist in wenigen Wochen um fast 20 US-Dollar je Barrel gefallen. Das entlastet die Konsumenten jeden Monat um mehr als 50 Milliarden US-Dollar. Ein viel größeres Konjunkturprogramm spielt sich zudem an den Anleihemärkten ab.

    Sowohl die Renditen von Unternehmensanleihen als auch die Renditen von Staatsanleihen aus den Emerging Markets notieren aktuell nahe an ihren Allzeittiefs. Dadurch sparen sich die Emittenten der Anleihen Hunderte Milliarden US-Dollar im Jahr. Wenn nicht gar Billionen!

    Geldanlage-Report: Erkläre uns das bitte?

    Florian Schulz: Ich möchte zunächst zwei Beispiele nennen: Samsung Electronics, das wichtigste Unternehmen im MSCI Emerging Markets Index, konnte im April eine Fünf-Jahres-Anleihe im Wert von 1 Milliarde US-Dollar zu einem Zinssatz von gerade einmal 1,829 Prozent platzieren.

    Und Anfang Mai emittierte Palmolive aus den USA eine 10-Jahres-Anleihe mit einem Coupon von gerade einmal 2,3 Prozent. Vor wenigen Jahren war am Markt für Unternehmensanleihen noch der dreifache Zinssatz üblich. Und Anfang der Achtzigerjahre lag die durchschnittliche Rendite von Unternehmensanleihen deutlich über 10 Prozent.

    Geldanlage-Report: Wer (SNP: ^WERY - Nachrichten) profitiert davon am meisten?

    Florian Schulz: Auf lange Sicht werden die Aktienanleger davon besonders profitieren, denn wenn Unternehmen weniger Zinsen zahlen müssen, erhöhen sich ihre Gewinne. Und wir reden hier nicht von Peanuts: Standard & Poor’s hat jüngst errechnet, dass bis 2016 in den USA, in der Eurozone, in Japan (EUREX: FMJP.EX - Nachrichten) , in Großbritannien und in China insgesamt Unternehmensanleihen im Gesamtwert von 46 Billionen US-Dollar platziert werden. Nehmen wir an, bei all diesen Anleihen liegen die Zinsen 2-3 Prozent tiefer als vor 5 Jahren.

    Dann reden wir hier von Kosteneinsparungen im Unternehmenssektor in Höhe von mehr als 1 Billion US-Dollar. Diesen Mehrgewinn verdanken die Aktionäre letztendlich auch den chaotischen Zuständen in Griechenland, Spanien oder Portugal, denn diese Länder nehmen die Zentralbanken der Welt in Geiselhaft. Solange die Unsicherheit groß ist, werden wir keine nennenswerten Zinserhöhungen sehen - selbst dann nicht, wenn sich die Gesamtwirtschaft weiter stabilisiert.

    Geldanlage-Report: Wenn du wie im März 2009 mit deiner Einschätzung recht behältst, und die Märkte vor einer mehrjährigen Rallye stehen, wo sollten Anleger dann investieren?

    Florian Schulz: Aus Sicht eines Value-Anlegers ist derzeit Russland mit einem durchschnittlichen KGV von unter fünf ein hoch attraktiver Standort. Noch interessanter finde ich aktuell aber den chinesischen Markt, denn der Hang Seng China Enterprise Index notiert aktuell bei einem von den Analysten für 2012 erwarteten KGV von nur 7,3 und bei einen Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,3.

    Beide Werte liegen etwa 40 Prozent unter dem langjährigen Schnitt, und sie sind in etwa vergleichbar mit den Einstiegskursen von März 2009. Da chinesische Aktien im Durchschnitt eine überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalrendite von etwa 17 Prozent aufweisen, und sie im Gegensatz zu russischen Werten von den zuletzt gefallenen Rohstoffpreisen profitieren, sehe ich hier ein ausgesprochen positives Chance-Risiko-Verhältnis.

    Geldanlage-Report: Auf was für Werte sollten Anleger dabei setzen?

    Florian Schulz: Der Vorteil von China ist, dass Anleger hier tatsächlich noch klassische „Wachstumswerte“ finden können. Denn zahlreiche Branchen erleben ein strukturelles Wachstum von deutlich über 10 Prozent im Jahr. So dürften zum Beispiel die Bereiche Einzelhandel, Konsumgüter, Gesundheit, Internet, IT und Automatisierung in den kommenden Jahren sowohl von dem Aufstieg einer Mittelschicht in China überproportional profitieren, als auch von den Förderprogrammen der chinesischen Regierung. Denn die chinesische Regierung setzt derzeit immer wieder klare Signale, dass sie ihre zukünftigen Reformen darauf konzentrieren wird, den Binnenmarkt zu stärken und den Konsum zu fördern.

    Geldanlage-Report: Du hast jüngst in Zusammenarbeit mit der Schweizer Vermögensverwaltung Jud und Partner sowie der Bank UBS ein Anlageprodukt entworfen, das sich auf die von dir genannten sechs Wachstumsbranchen konzentriert. Worauf wurde bei der Gestaltung dieses China Domestic Growth Basket (WKN: UU1ENZ) besonderer Wert gelegt?

    Florian Schulz: Uns war wichtig, dass die Unternehmen eine starke Marktposition haben und dass sie ihren Markenwert kontinuierlich steigern. Denn chinesische Konsumenten wenden sich immer stärker von billigen Imitaten westlicher Produkte ab - und sie setzen verstärkt auf jene einheimischen Marken, die mit Qualität in Verbindung gebracht werden.

    Zudem entstehen auf der aktuellen Entwicklungsstufe des chinesischen Binnenmarktes starke Konzentrationseffekte, die erfahrungsgemäß zu einer Steigerung der Marktanteile von bekannten Marken führen. 16 der 20 ausgewählten Unternehmen in dem Aktien-Korb sind daher Marktführer.

    Da Marktführer in der Regel eine besonders hohe Ertragskraft aufweisen, bestechen die Unternehmen mit einer überdurchschnittlich hohen Eigenkapitalrendite von 21,9 Prozent.

    WKN / ISIN:                                            UU1ENZ / CH0184337795

    Initial Underlying Basket Level:              100 EUR

    Erster Handelstag / Laufzeitende:          19.04.2012 / 30.03.2015

    Erhältliche Anteile:                                  250.000

    Akt. Kursstellung:                                    91,96 EUR / 92,96 EUR

    Geldanlage-Report: Das ist eine schöne Kennzahl! Schlägt sich dieser Marktführerbonus nicht auf die sonstigen Bewertungskennzahlen des Aktienkorbs nieder?

    Florian Schulz: Normalerweise werden Marktführer tatsächlich mit einem Bewertungsaufschlag gehandelt. Zudem werden auch Aktien aus strukturellen Wachstumsbranchen mit einem deutlichen Bewertungsaufschlag gegenüber Zyklikern gehandelt.

    Nicht zu Unrecht wird zum Beispiel SAP mit einem KGV12e von 18,5 mehr als doppelt so hoch bewertet wie RWE (Xetra: 703712 - Nachrichten) (KGV = 7,5). Trotzdem ist es uns gelungen, einen rein aus Wachstumswerten bestehenden chinesischen Aktienkorb zusammen zu stellen, der heute mit einem KGV12e von nicht einmal 10 bewertet wird. So chancenreich ist aktuell das Marktumfeld an den Weltbörsen!

    Geldanlage-Report: Herzlichen Dank für das interessante Interview, Florian.

    Florian Schulz: Ich danke dir auch, Armin!

    Mehr Infos über den in diesem Interview angesprochenen China Domestic Growth Basket (WKN: UU1ENZ) der UBS Bank - und zu den 20 darin enthaltenen Aktien - finden Sie unter http://www.emerging-markets-report.de/archiv/China_Domestic1.pdf

    Neue Leser des von Florian Schulz verfassten Börsenbrief Emerging Markets Trader= erhalten übrigens aktuell zwei Gratis-Spezialausgaben über die Eurokrise und den chinesischen Markt, in der die in diesem Interview angesprochenen Themen ausführlich behandelt werden. Unter folgendem Link können Sie sich anmelden: http://www.emerging-markets-trader.de/bestellen/ Disclaimer:

    Dieses Dokument ist eine Werbemitteilung und die enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Wertentwicklungen. Eine Anlage in die genannten Wertpapiere ist mit einem Totalverlustrisiko verbunden und eine Investitionsentscheidung sollte nur auf Grundlage des für die genannten Wertpapiere allein maßgeblichen Prospekts getroffen werden.

    Die Informationen in diesem Dokument stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageprodukten dar. Die Bewertungen, Kurse und Nachrichten zu den besprochenen Aktien und Unternehmen werden von den Autoren nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Die Autoren sind jedoch nicht in der Lage, deren Verbindlichkeit und Seriosität im jedem Einzelfall zu überprüfen.


    "Emerging-Markets-Trader"

    Meistgelesene Artikel

    • Amsterdam (ots/PRNewswire) - Staggering 3,000 Visitors + 150 Exhibiting Brands and Record Re-Booking Volumes for the 2014 Event Yes, we've got a lot to shout about and so we would like to start with a huge thank you ...

    • Stuttgart (ots) - Unionsfraktionsvize Andreas Schockenhoff wünscht sich von Bundesregierung und Bundestag, der Sicherheitspolitik einen höheren Stellenwert einzuräumen. Es gebe zwar jedes Jahr den Familien- und den Armutsbericht, aber "so viel Aufmerksamkeit verdient auch die Sicherheitspolitik", sagte Schockenhoff …

    • DGAP-News: Muehlhan AG veröffentlicht Ergebnisse zum 1. Quartal 2013 NewsAktuell/Ots - Di., 14. Mai 2013 02:00 MESZ

      DGAP-News: Muehlhan AG / Schlagwort(e): Quartalsergebnis Muehlhan AG veröffentlicht Ergebnisse zum 1. Quartal 2013 14.05.2013 / 17:36 PRESSEMITTEILUNG Muehlhan AG veröffentlicht Ergebnisse zum 1. Quartal 2013 - Umsatzanstieg um 6,4%, EBIT um EUR 0,5 Mio. verbessert - Nordamerika nach Konsolidierung wieder Ergebnistreiber Hamburg, …

    • DGAP-News: Muehlhan AG publishes Q1 2013 interim results NewsAktuell/Ots - Di., 14. Mai 2013 02:00 MESZ

      DGAP-News: Muehlhan AG / Key word(s): Quarter Results Muehlhan AG publishes Q1 2013 interim results 14.05.2013 / 17:36 PRESS RELEASE Muehlhan AG publishes Q1 2013 interim results - Sales increase of 6.4%, EBIT improved by EUR 0.5 million - After consolidation, North America once again ...

    • DGAP-News: BPM - Berlin Portfolio Management GmbH / Schlagwort(e): Personalie/Strategische Unternehmensentscheidung BPM - Berlin Portfolio Management GmbH: Teamverstärkung am Hauptsitz Berlin - Harald Mau und Thomas Pass stoßen ab dem 01.10.2013 zum international agierenden Vermögensverwalter BPM 18.05.2013 / 09:59 Herr …

     

    Aktuelle Nachrichten