Fast jeder Anleger, der sich mit Schwellenländer-Investments beschäftigt, weiß mittlerweile um die Bedeutung der vier sogenannten „BRIC“-StaatenBrasilien, Russland, Indien und China. Hat sich doch das bereits 2001 vom früheren Chefvolkswirt und heutigen Leiter des Asset Managements bei Goldman Sachs Jim O’Neill erdachte Konzept für die vier großen Emerging Markets, die bis Mitte des Jahrhunderts in die Phalanx der größten Volkswirtschaften einbrechen können, längst am Markt durchgesetzt und in vielen Depots über spezielle Fonds und Zertifikate seinen Niederschlag gefunden. Weniger griffig und damit nicht so leicht marketingtechnisch umsetzbar kommt dagegen der vier Jahre später von dem Strategen kreierte Ansatz „Next-Eleven“ daher. Im Mittelpunkt hier zwar nicht die kommenden Weltmarktführer, dafür aber Nachrücker-Staaten, die es von ihrer Größe und ihrem Potential her zumindest unter die Top-20 schaffen können. Im Einzelnen werden darunter Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, die Philippinen, Südkorea, die Türkei und Vietnam verstanden. So leicht darstellbar die BRIC-Idee war, umso schwieriger stellte sich die Umsetzung des Nachfolge-Konzepts aufgrund mangelnder Liquidität sowie anderer Restriktionen in einzelnen Ländern dar. Dennoch ließen es sich einige Emittenten nicht nehmen, auch für dieses Thema die eine oder andere zum Teil auf etwas weniger Staaten reduzierte Investment-Lösung anzubieten.
Nachdem mit der zunehmenden Angleichung an die Industrieländer die Dynamik in den vier BRIC-Staaten nachlässt, ist erneut die Suche nach einem ähnlich schlüssigen und auf wenige Wachstums-Kandidaten konzentrierten Ansatz entbrannt. Auch dazu gab wiederum Jim O’Neill den Anstoß, der beim hauseigenen Goldman Sachs N-11-Fonds (A0Q8NZ) einen Schwerpunkt auf die vier Länder Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei setzt. Schnell machte der Begriff „MIST“ als neuer Renditebringer die Runde und wurde in diesem Zusammenhang zum Teil sogar schon von einer Wachablösung des alten BRIC-Konzepts gesprochen, doch selbst der Emerging Markets Experte traut dem Quartett bei aller Dynamik zumindest langfristig diesen Schritt nicht zu, zumal die Bewertung der BRIC-Staaten noch immer relativ günstig ist. Eine weitere interessante Alternative im Sektor könnte das neue Vierer-Gespann aber durchaus darstellen, das 2011 allein 73 Prozent des gesamten Bruttoinlandsprodukts aller Next-Eleven-Vertreter auf sich vereinigte. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet in den einzelnen Ländern für 2013 mit einem weiteren Anstieg zwischen 3,5 und 6,3 Prozent. Die positive Entwicklung wurde am Aktienmarkt insbesondere bei den Leitindizes der Türkei (ISE 30) mit einem Zugewinn in diesem Jahr von bereits mehr als 45 Prozent und Mexikos (IPC) von über 20 Prozent deutlich honoriert, während man in Indonesien und Südkorea bislang zumindest ein Plus von rund zehn Prozent verzeichnet.
Wäre nur noch ein Problem zu klären, der in einigen Ländern deutlich negativ besetzte Name „MIST“. Aber auch hierfür fand man schnell eine Lösung, indem man die Buchstaben einfach solange vertauschte bis die wesentlich vielversprechende Bezeichnung „SMIT“ herauskam. Der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices griff auch gleich das Konzept auf und erschuf den S&P SMIT 40 Preis-Index, der die jeweils zehn nach Freefloat-Marktkapitalisierung größten Aktien jedes Landes in sich vereint. Die Gewichtung erfolgt dabei nach dem gleichen Kriterium, wobei jeder Staat genau ein Viertel des Gesamtindex abbildet. Einmal jährlich im September findet eine Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung des Index statt. Als erster Emittent bietet die HypoVereinsbank seit kurzem auch ein Endlos-Zertifikat auf den SMIT 40 an, über das Anleger nahezu eins zu eins partizipieren können.
Top-10-Liste der Indexmitglieder:
Unternehmen
Land
Gewichtung
Samsung Electronics Co
Südkorea
10,41%
America Movil SAB de CV L ADR
Mexiko
10,08%
Turkiye Garanti Bankasi
Türkei
5,73%
Astra International Tbk PT
Indonesien
5,47%
Akbank AS
Türkei
4,62%
Bank Central Asia Tbk PT
Indonesien
3,89%
Hyundai Motor Co
Südkorea
3,64%
Telekomunikasi Indonesia Tbk PT
Indonesien
3,43%
Fomento Economico Mexico UBD ADR
Mexiko
3,15%
Bank Rakyat Indonesia Persero Tbk PT
Indonesien
2,97%
Der BörseGo Tipp:
Das neue Index-Zertifikat gibt Anlegern die Möglichkeit, über ein einziges Produkt breit diversifiziert in vier der aktuell aussichtsreichsten Schwellenländer zu investieren. Allerdings ersetzt der S&P SMIT 40 weder ein BRIC-Engagement noch eine umfassende Emerging Markets Anlage, die vor dem Hintergrund der Dynamik des Sektors auch andere aufstrebende Regionen wie z.B. Afrika berücksichtigt. Insofern eignet sich das Papier als interessante Beimischung eines entsprechenden Depotanteils.
S&P SMIT 40 Preis-Index (EUR) Zertifikat
Emittent/WKN:
HypoVereinsbank / HV72PR
Laufzeit:
Endlos
Preis: (31.10.2012)
Geld / Brief: 11,99 € / 12,12 €
Autor: Armin Geier, http://www.godmode-trader.de/zertifikate
Bitte vergessen Sie nicht, sich an unserer wöchentlichen Zertifikate-Umfrage unter dem folgenden Link zu beteiligen:http://www.godmode-trader.de/Zertifikate

