HAMBURG (dpa-AFX) - Kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen mit einem Finanzinvestor über den Verkauf seines Hochspannungsnetzes in Deutschland hat der schwedische Stromkonzern Vattenfall einem Pressebericht zufolge das Verfahren noch einmal geöffnet. Das Unternehmen wolle einen höheren Preis erzielen, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Dienstag unter Berufung auf Konzernkreise. Deshalb habe Vattenfall Gespräche mit weiteren Bietern aufgenommen und wolle sich nun mehr Zeit nehmen. Die Verhandlungen seien wieder offen. Das Ziel, den Verkauf bis Ende dieses Jahres abzuschließen, gelte nicht mehr. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu in der Zeitung nicht äußern.
Nachdem Konkurrent Eon in diesem Monat aber rund 1,1 Milliarden Euro und damit gut den doppelten Kaufpreis für sein nur wenig längeres Netz vom niederländischen Netzbetreiber Tennet erhalten hatte, seien die Energiemanager von Vattenfall misstrauisch geworden, schrieb die Zeitung. Vattenfall-Chef Lars Josefsson wolle offenbar unter allen Umständen Vorwürfen vorbeugen, er habe das deutsche Übertragungsnetz zu billig verscherbelt. "Unser Netz ist fast gleich lang wie das von Eon (Xetra: ENAG99 - Nachrichten) , und es befindet sich nach hohen Investitionen in einem sehr guten Zustand", sagte ein Vattenfall-Insider dem Blatt./nl/gr