Fonds-Manager Keppler: Aktienmärkte sind um 10 bis 20 Prozent unterbewertet

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Dienstag, 24. November 2009, um 14:09 CET

FRANKFURT (dpa-AFX) - Michael Keppler hält die Aktienmärkte für weiterhin deutlich unterbewertet. "Auf Basis von Kennziffern wie Kurs/Buchwert und Kurs/Cash Flow liegen die Bewertungen um 10 bis 20 Prozent unter ihrem Zehn-Jahres-Durchschnitt", sagte der Fonds-Manager in einem Pressegespräch in Frankfurt. Lediglich die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) lägen über dem langjährigen Durchschnitt.

"Allerdings ist diese Größe durch Sonderabschreibungen verzerrt", gab Keppler, der auch Inhaber und Geschäftsführer der New Yorker Vermögensverwaltungs- und Anlageberatungsgesellschaft Keppler Asset Management ist, zu bedenken. Entscheidend sei der Cash Flow, aus dem die Abschreibungen herausgerechnet seien. Dies und die attraktiven Dividendenrenditen europäischer Aktien im Vergleich zu den mageren Zinsen für festverzinsliche Wertpapiere "sind schlagende Argumente für den Aktienmarkt insgesamt". Zum Ausnahmefall Japan, wo die Marktentwicklung auf Sicht der letzten 20 Jahre gegen den globalen Trend nach unten zeigt, verwies der Experte auf die extreme Überbewertung des Nikkei (Nachrichten) -225-Index 1989. Seitdem hat der japanische Leitindex rund drei Viertel an Wert verloren.

Der Fonds "HSBC Keppler Lingohr Global Equity", der Anfang Mai 2006 von Keppler sowie Lingohr & Partner Asset Management aufgelegt worden ist, setzt bei der von Keppler verantworteten Länderanalyse auf die am günstigsten bewerteten Aktienmärkte. Dazu zählen Taiwan und Thailand sowie die klassischen europäischen Industrieländer Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Diese hätten die höchsten Wachstums- bei den gleichzeitig niedrigsten Verlusterwartungen.

VERMEIDUNG EINES VERLUSTES WICHTIGER ALS ERZIELUNG EINES GEWINNS

Entgegen der landläufigen Meinung "muss man für eine höhere Rendite kein höheres Risiko eingehen - gerade die Risikobegrenzung bringt mehr Gewinn", lautet Kepplers Überzeugung. Er verwies darauf, dass die Vermeidung eines Verlusts wichtiger sei als die Erzielung eines Gewinns, da der Ertrag zum Ausgleich eines vorherigen Wertverlusts hyperbolisch steigt. Veranschaulicht an einem einfachen Beispiel: Verliert eine Aktie 50 Prozent an Wert, so muss ihr Besitzer auf einen Kursanstieg von 100 Prozent hoffen, um nur wieder auf den Einstiegskurs zu kommen. Bei der Titelauswahl, für die Partner Lingohr verantwortlich zeichnet, liegt der Schwerpunkt des Fonds auf Papieren aus dem Industrie- und Technologiebereich, die zusammen mit mehr als 40 Prozent gewichtet sind./gl/la