New York (BoerseGo.de) - Der Konsortialführer von Facebook, Morgan Stanley, hat einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ zufolge im unmittelbaren Vorfeld des Börsengangs des Netzwerks die Erlösschätzung gesenkt, was die Investoren verschreckt haben soll.
Während die Aktie sich aufgrund von mutmaßlichen Stützungskäufen der Konsortialführer am Freitag noch knapp über dem Ausgabekurs von 38 US-Dollar halten konnte, ging es gestern bis zum Handelsschluss in New York um 11 Prozent auf 34 US-Dollar abwärts. Der Gesamtwert des sozialen Netzwerks reduzierte sich damit von 104 auf rund 93 Milliarden US-Dollar. Nachbörslich geriet die Aktie dann weiter unter Druck.
Morgan Stanley hatte kurz vor dem IPO über Unsicherheiten bezüglich der weiteren Erlösentwicklung gesprochen, da mehr als 900 Millionen Nutzer Facebook auf mobilen Geräten verwenden. Über die mobilen Anwendungen verdient der Konzern jedoch mit Werbung bisher kaum Geld.
Auch JPMorgan Chase und Goldman Sachs, die ebenfalls zum Konsortium gehörten, sollen ihre Prognosen gesenkt haben. Konsortialführer haben eigentlich die Aufgabe, den Börsengang so zu organisieren, dass in den ersten Handelstagen keine Verluste auftreten.
„Mitten während der Roadshow wurde Morgan Stanley auf einmal skeptischer. In zehn Jahren Berufspraxis habe ich noch nicht erlebt, dass ein Konsortialführer so etwas macht", zitierte Reuters einen Analysten der nicht namentlich genannt wurde.

