New York (BoerseGo.de) - Nach einer im Januar durchgeführten CNBC-Umfrage erwarten Experten der Wall Street, dass die US-Notenbank Fed bis zum Ende dieses Jahres ihre aggressive Geldpolitik fortsetzen werde. Allerdings herrscht Uneinigkeit darüber, wann und wie die ultra-lockere Geldpolitik beendet wird. Die Befragten gehen davon aus, dass die Fed dieses Jahr im Durchschnitt Wertpapiere im Volumen von 859 Milliarden Dollar aufkaufen werde, was einem monatlichen Durchschnitt von 71 Milliarden Dollar entspricht. Dieser Monatsdurchschnitt liegt etwas unterhalb der 85 Milliarden Dollar, welche die Fed für Januar angekündigt hat. 57 Prozent der Befragten erwarten, dass die Aufkäufe der Fed nicht das ganze Jahr über auf dem Januar-Niveau verbleiben. Etwa 75 Prozent glauben, dass die Fed auf dem Weg zur Beendigung des Programms ihre Ankäufe einschränken wird, wobei die Mehrzahl davon ausgeht, dass diese Einschränkung in diesem Jahr beginnen wird. Tatsächlich meinen 41 Prozent der Befragten, dass die Fed ihre Ankäufe bis zum Oktober oder noch früher begrenzen wird. Drei der Befragten meinen sogar, dass die Fed die Lockerung der Geldpolitik noch vor Dezember einstellen wird.
Zu diesen zählt Rob Morgan von Fulcrum Securities, welcher glaubt, dass die Fed ihr Ankaufprogramm schon zum Juni 2013 einstellen wird. Nach seiner Einschätzung besteht sogar eine geringfügige Chance, dass auch die Zinsen dieses Jahr noch angehoben werden. Dabei liegt der Optimismus von Morgan zur US-Wirtschaft über dem Durchschnitt, indem er für dieses und das nächste Jahr ein Wachstum von 3,0 Prozent voraussagt. Kollege Neal Soss von der Credit Suisse vertritt die These, dass eine Beendigung des Ankaufprogramms in diesem Jahr eine kräftigere Entwicklung des Arbeitsmarktes als bisher eingetreten erfordere. Weitere Verbesserungen auf dem Arbeitsmarkt, seien sie auch schleppend, könnten allerdings eine Einschränkung des Volumens des monatlichen Ankaufprogramms von 85 Milliarden Dollar erfordern, dies vielleicht schon zur Jahresmitte. Die Meinung der befragten Experten geht dahin, dass die Fed ihre Ankäufe einstellen wird, sobald die Inflation 2,6 Prozent erreicht. insgesamt erhält das Konzept der Verknüpfung von Geldpolitik und wirtschaftlichen Zielen eine überwältigende Unterstützung von 84 Prozent der Befragten.

