New York (BoerseGo.de) - Nach der Einschätzung der Experten der Societe Generale dürften die europäischen Aktienbörsen in diesem Jahr besser performen als die US-Märkte. "Die finanziellen Rahmenbedingungen in Europa haben sich normalisiert, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im September beschlossen hatte, im Notfall unbegrenzt Staatsanleihen verschuldeter Euro-Staaten aufkaufen zu wollen", so die Experten. Insbesondere seien die Renditen für italienische und spanische Anleihen deutlich zurückgegangen, was als Vertrauensbeweis der Anleger gegenüber der EZB zu sehen ist. Vor diesem Hintergrund seien europäische Dividendenwerte US-Aktien vorzuziehen, die gemessen am Verhältnis zwischen Aktienkurs und Buchwert je Aktie recht teuer seien. Weiterhin vernachlässigen US-Anleger das drohende Risiko, falls die Haushaltsverhandlungen zwischen Demokraten und Republikanern scheitern sollten. Nach Ansicht der Experten erstreckt sich die relativ günstige Bewertung europäischer Aktien gegenüber US-Aktien über alles Sektoren.
Besonderes Aufholpotential sehen sie bei Finanztiteln. " Die europäischen Banken haben große Anstrengungen unternommen, um ihre Kapitalquoten zu erhöhen. Die Institute sind nun widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise. Ferner schwindet langsam das Misstrauen, das US-Geldmarktfonds in den letzten Jahren gegenüber deutschen und französischen Banken gehegt hätten, und auch dies sei ein positives Zeichen", so die Experten. Ein weiterer Grund für europäische Aktien seien die Fortschritte bei den Peripherieländern. Die Lücke zwischen den Importen und Exporten verringere sich, da die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder zunehme. Auch die Lohnstückkosten gingen deutlich zurück, vor allem in Spanien und Griechenland. Allerdings bergen die niedrigen Löhne die Gefahr sozialer Spannungen. Zusätzlich wird noch einige Zeit vergehen, bis sich das bessere konjunkturelle Umfeld auch in einem Rückgang der Arbeitslosigkeit wiederspiegele.

