New York (BoerseGo.de) - Hier ist eine ziemlich sichere Wette auf unsichere Zeiten: Die US-Wirtschaft wird im nächsten Jahr einmal mehr der Eurozone und Japan deutlich die Hacken zeigen. Die jetzt für das Jahr 2013 eintreffenden Prognosen zeigen, das Fed-Chef Ben Bernanke nicht alleine in seinem Glauben dasteht, dass es ein sehr gutes Jahr für Amerika werden könne, wenn die Politiker einen Absturz von der sogenannten Fiskalklippe vermeiden. Die am kommenden Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt zeigen wahrscheinlich, dass die US-Wirtschaft bereits jetzt besser vorankommt als noch im letzten Quartal gedacht. Nach einer Umfrage bei 60 Volkswirten wird die ursprüngliche Schätzung eines Wachstum von 2,0 Prozent wahrscheinlich auf 2,8 Prozent nach oben revidiert werden. Diese Geschwindigkeit wird wahrscheinlich nachlassen. Selbst bei der Annahme, dass es zu einem politischen Kompromiss zur Umgehung der Ausgabenkürzungen der Regierung in Höhe von 600 Milliarden Dollar und des Auslaufs von Steuervergünstigungen kommt, wird es bei der Haushaltslage zu Beginn des Jahres 2013 wahrscheinlich eng werden und das Wachstum schwächen.
Luca Paolini, der Chefstratege von Pictet Asset Management, sieht das US-Wachstum im ersten Quartal bei etwa 1,0 Prozent. Danach allerdings sollten sich die Dinge besser entwickeln. "Das zweite Quartal sollte etwas besser ausfallen und in der zweiten Jahreshälfte werden wir wahrscheinlich bei etwa 3,0 Prozent oder höher liegen", so Paolini. Im Gegensatz dazu steht Japan, welches nach seinen Worten sehr schlecht dasteht sowie die Eurozone, bei welcher das Wachstum im zweiten und dritten Quartal zurückgegangen ist. Da Griechenland und andere Südstaaten an ihren Schulden ersticken, kann die Zone der Einheitswährung nicht mehr als ein minimales Wachstum in der ersten Jahreshälfte 2013 erwarten. Insgesamt ist das Bild aber trüb. "Nur Schwellenländer, insbesondere China, scheinen aus den Schwierigkeiten ziemlich gut rauszukommen. Das ist aber nicht genug. Insgesamt ist es immer noch ein schwaches Umfeld", so Paolini.

