=Peking 21.06.2012 (www.emfis.de) Der US-Shortseller Citron Research hat dem chinesischen Immobilienkonzern Evergrande Real Estate Betrug vorgeworfen. Daraufhin brach der Kurs ein.=
Der in Los Angeles beheimatete Shortseller Citron Research hat auf seiner Homepage einen Bericht zu Evergrande veröffentlicht. Das Unternehmen soll mittels kreativer Buchhaltung und Schmiergeldern seine de-facto-Insolvenz verschleiert haben. Andrew Left, Gründer von Citron Research, hat eigenen Angaben zufolge mit dem Management bislang nicht gesprochen. Allerdings habe er sich mehrere Monate mit den Geschäftsberichten befasst, die Evergrande seit 11 Jahren veröffentlicht.
Ähnlich wie Muddy Waters wird Citron Research zu den Short-Sellern gezählt, die von fallenden Kursen profitieren. Die Veröffentlichung von Betrugsvorwürfen gehört bei diesen Marktteilnehmern zum Standardarsenal, um die Preise zu beeinflussen. Für den Profit werden dabei Verwerfungen an den Aktienmärkten gezielt in Kauf genommen und aktiv hervorgerufen. Obwohl dies ein halbseidenes Geschäft ist, lässt sich jedoch nicht automatisch daraus folgern, dass die Anschuldigungen völlig frei erfunden sind.
Zweitgrößer Immobilienkonzern Chinas
Evergrande ist beileibe keine obskure Klitsche, sondern Chinas zweitgrößter Immobilienkonzern. In der Vergangenheit hat sich das Unternehmen aggressiv verschuldet, um Landparzellen aufzukaufen. Diese über Schulden finanzierte Expansion hatte die Ratingagentur S&P bereits Ende Mai dazu veranlasst, das Finanzrisiko-Profil als "erheblich" einzustufen. Das Geschäfts-Risikoprofil wurde jedoch mit "fair" bewertet.
Obwohl Evergrande die Anschuldigungen von Citron Research sofort zurückgewiesen hat und die Veröffentlichung weiterer Details angekündigt wurde, ist der Kurs heute an der Börse Hongkong zeitweilig um 20 Prozent eingebrochen, ehe es zu einer Erholung kam. Letztendlich verzeichnete der Aktienkurs ein Minus von 11,4 Prozent auf 3,97 Hongkong-Dollar.



