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    Europa im Fokus - muss sich der DAX 2013 warm anziehen?

    Wer will noch mal, wer hat noch nicht. Im Zeitalter der Alternativlosigkeit kann es nur in eine Richtung, in die nach oben gehen. So in etwa lautet das Motto von gefühlten 99,9 Prozent der Experten, die derzeit wieder landauf landab um ihre Meinung zu den Aktienmärkten 2013 befragt werden. Vor einem Jahr überwog in diesem Zusammenhang übrigens eher die Skepsis. Kein Wunder, dass der „Aktionär“ in dieser Woche wieder einmal Kursziele für den DAX von 10.000 Punkten herausgibt und dabei sogar auf Stimmen verweist, die in diesem Jahrzehnt auch noch die 20.000 Punktemarke als durchaus realistisches Ziel für den Deutschen Leitindex ansehen. Dass das Barometer allein im vergangenen Jahr mit plus 29 Prozent bereits eine exorbitant hohe Performance aufs Parkett gezaubert hat und an den meisten Baustellen momentan lediglich das Schild „Vorübergehend geschlossen“ prangt, wird dabei allerdings nur allzu häufig vergessen. Deutlich weniger von dem üppigen Rendite-Kuchen hat 2012 die europäische Variante der Euro STOXX 50 abbekommen. In der Kurs-Variante waren es gerade einmal gut 13 Prozent. Da die Euro-Schuldenkrise längst ihren Schrecken verloren hat, nachdem festzustehen scheint, dass es keinen Weg zurück gibt, wird zumindest von vielen Profis in den Jahresausblicken 2013 sogar der Euroland-Benchmark mehr zugetraut als dem bereits sehr gut gelaufenen heimischen Leitbarometer. Die User in unserer wöchentlichen Online-Umfrage auf www.boerse-go.de sind sich in diesem Punkt allerdings nicht so ganz sicher und sehen bislang zu rund 38 Prozent immer noch den deutschen Leitindex vorne, während gut 31 Prozent ebenfalls den Euro STOXX 50 präferieren. Der Vergleich zwischen dem „Musterschüler“ und dem „Durchschnitt“ könnte sich 2013 also deutlich spannender gestalten als in den Jahren zuvor.

    Zertifikateanleger können sich bei ihren Engagements im Euro STOXX 50 auch die aktuell wieder mit 16 Prozent extrem niedrige Volatilität zunutze machen und mit einem 2-fachen Hebel ins Rennen gehen, ohne gleichzeitig auf hochriskante Hebel-Papiere setzen zu müssen. Das geeignete Instrument: Klassische Outperformance-Zertifikate, die von den derzeit günstigen Optionspreisen profitieren und ab einem bestimmten Basispreis einen zusätzlichen Call zuschalten, der für den Leverage-Effekt sorgt. Wählt man dabei auch noch eine längere Laufzeit, bekommt man den Hebel sogar nahezu umsonst, wenn man die üppige Dividendenrendite von etwas mehr als vier Prozent pro Jahr einmal beiseitelässt und sich nur auf den Kurs-Index fokussiert. Dafür erhält man aber auch ein Produkt, das eine unbegrenzte doppelte Partizipation an steigenden Kursen bietet und gleichzeitig auf der Unterseite wie ein Direktinvestment nur eine einfache Verlustbeteiligung zulässt.

    Ein geeignetes Papier auf den Leitindex der Eurozone (LB0HMT) wurde genau vor einem Jahr von der Landesbank-Baden-Württemberg bei einer Basis von 2.339,51 Punkten emittiert. Die Laufzeit beträgt noch knapp dreieinhalb Jahre bis Juni 2016 und eignet sich damit für etwas längerfristig orientierte Anleger, die auf einen Aufholungsprozess an den europäischen Aktienmärkten setzen möchten. Das Interessante an dem Produkt besteht darin, dass der Investor bei einem Briefkurs von aktuell 116,58 Euro nur ganz unwesentlich höher einsteigt, als es der einfachen Indexentwicklung von rund 15 Prozent seit Emission entspricht. Damit ist der ab dem Startniveau wirkende 2-fache Hebel praktisch noch gar nicht eingepreist, was dem Produkt auf dem aktuellen Niveau bereits einen Performance-Vorsprung von mehr als zehn Prozent einbringt. Sollte der Basiswert also bis zur Fälligkeit nur zehn Prozent auf rund 2.960 Punkte zulegen, würde dies bereits zu einer Rendite von gut 31 Prozent führen. Auf der anderen Seite würden sich Verluste selbst nach dem bereits erfolgten Indexanstieg nicht überproportional auswirken, so dass der Anleger abgesehen von dem Dividendenverzicht bei fallenden Kursen nicht schlechter gestellt wäre als ein Direktinvestor.

    Wer nach einer ähnlichen Outperformance-Chance für einen kürzeren Anlagezeitraum sucht, könnte ein noch bis Ende Juni 2013 laufendes sogenanntes Advantage-Zertifikat der BNP Paribas auf den Euro STOXX 50 (BP3AFB)ins Kalkül ziehen, das nach dem erfolgtem Erreichen der Aktivierungsschwelle wie ein klassisches Outperformance-Papier funktioniert. Das Produkt bietet ebenfalls eine doppelte Partizipation ab einer Basis von 2.530 Indexpunkten, notiert bei einem aktuellen Einstiegskurs von 28,00 Euro allerdings mit einem Aufgeld gegenüber dem Basiswert von etwas mehr als vier Prozent. Der Indexanstieg von gut sechs Prozent ist hier also bereits zu etwa einem Drittel eingepreist, was im Falle einer bloßen Seitwärtsentwicklung aber immerhin noch eine Rendite von 1,5 Prozent bedeuten würde. Sollte der Basiswert in den verbleibenden gut fünf Monaten wiederum rund zehn Prozent an Wert zulegen, würde der Gewinn etwa 20,60 Prozent betragen. Bei einem gleichhohen Indexabschlag müsste der Investor am Ende einen Verlust von 13,70 Prozent realisieren. Ebenfalls kein schlechtes Chance-Risiko-Profil, wenn man als Anleger bis zur Jahresmitte von einer weiteren Erholung der europäischen Aktienmärkte ausgeht.

    WKN

    Emittent

    Basiswert

    Typ

    Basis

    Partizipation

    Fälligkeit

    LB0HMT

    LBBW

    Euro STOXX 50

    Outperformance Classic

    2339,51

    200%

    24.06.16

    BP3AFB

    BNP

    Euro STOXX 50

    Advantage Zertifikat

    2530

    200% (aktiviert)

    27.06.13

    Der BörseGo Tipp:

    Die gerade bei niedrigen Volatilitäten äußerst interessante Asymmetrie im Auszahlungsprofil von Outperformance-Zertifikaten zeigt wieder einmal exemplarisch den besonderen Mehrwert strukturierter Produkte gegenüber einem bloßen Direktinvestment. Als Ausgleich für die zusätzliche „Aufwärts-Power“ muss man bei diesem eher offensiven Produkttyp neben den Dividenden allerdings auf einen Teilschutz verzichten.

    Autor: Armin Geier, http://www.godmode-trader.de/zertifikate

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