Der Verkauf der Edelstahlsparte von Deutschlands größtem Stahlhersteller ThyssenKrupp an den finnischen Outokumpu-Konzern stößt in Brüssel auf Bedenken. Die EU-Kommission leitete eine "eingehende Prüfung" der Fusion ein, weil sie auf bestimmten Märkten den Wettbewerb in Gefahr sieht. ThyssenKrupp hatte den Verkauf Ende Januar bekanntgegeben und will den damaligen Angaben zufolge am neuen Unternehmen 29,9 Prozent behalten. Der Wert von Inoxum wurde auf 2,7 Milliarden Euro beziffert.
Die Kommission nahm in einer vorläufigen Prüfung die Märkte für den Absatz von warm- und kaltgewalzten Produkten aus rostfreiem Stahl und von Brammen in Augenschein, wie sie erklärte. Brammen sind flache Metallblöcke und dienen als Rohmaterial zum Beispiel für Bleche. Auf diesen Märkten verfügen die an der Fusion beteiligten Unternehmen nach Einschätzung der Kommission über erhebliche Marktanteile und haben in Europa kaum Konkurrenten.
Die meisten Fusionen werden in Brüssel nach einer einfachen Prüfung durchgewunken. Die jetzt eingeleitete vertiefte Prüfung kann hingegen zu einem Verbot der Fusion führen, wenn die Kommission urteilt, dass sie den Wettbewerb erheblich behindern würde. Denkbar ist auch, dass die Behörde letztlich unter Auflagen grünes Licht gibt.

