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    EU beschließt Aktionsplan zu Pferdefleisch-Skandal

    Mit DNA-Tests bei Fertiggerichten mit Rindfleisch will die Europäische Union den Pferdefleisch-Skandal aufklären. In Brüssel wurde einen Aktionsplan verabschiedet, der neben den Gentests auch Kontrollen auf das für den Menschen womöglich gefährliche Tiermedikament Phenylbutazon vorsieht. Der deutsche Lebensmittelhandel wies Vorwürfe zurück, die Verbraucher erst mit Verzögerung über den Skandal informiert zu haben.

    Die EU-Kommission hatte den Aktionsplan am Mittwoch vorgelegt, den der Ständige Ausschuss für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit jetzt in einer Sondersitzung beschloss. Er soll nach Angaben der EU-Kommission "unverzüglich" umgesetzt werden. EU-weit sollen demnach 2250 Proben einem DNA-Test unterzogen werden, etwa zehn bis 150 pro Mitgliedsland. Die Ergebnisse sollen der EU-Kommission bis Mitte April übermittelt werden.

    EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg begrüßte die schnelle Zustimmung zu seinem Aktionsplan. Die Mitgliedsländer müssten ihre Anstrengungen aufrechterhalten, um "ein klares Bild" vom Pferdefleisch-Skandal zu erhalten, mahnte er. Ein Sprecher des Bundesverbraucherministeriums hatte zuvor bekräftigt, dass Deutschland die Maßnahmen unterstütze. Die Kontrollen müssten klären, ob der Skandal ein Einzelfall sei "oder vielleicht sogar die Spitze eines Eisbergs".

    In zahlreichen europäischen Ländern - auch in Deutschland - wurden in den vergangenen Tagen Spuren von Pferdefleisch in Fertiggerichten entdeckt, die eigentlich Rindfleisch enthalten sollten. Ins Rollen gekommen war der Skandal nach entsprechenden Funden in Fertig-Lasagne in Großbritannien. Wenige Wochen zuvor hatte es bereits einen ähnlichen Skandal um Tiefkühl-Hamburger in Irland und Großbritannien gegeben.

    Der deutsche Lebensmittelhandel sah bei sich keine Versäumnisse und wies Vorwürfe der Intransparenz zurück. Die Branche sei ihrer Sorgfaltspflicht "umgehend" nachgekommen, erklärte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVL). Europaweite Produkttests könnten eine Maßnahme sein, um die Ausmaße der Falschetikettierung zu erfassen. Vor "skrupellosen Betrügereien" könne aber nur eine "schnelle und konsequente Sanktion" schützen.

    Derweil stoppte der Discounter Lidl hierzulande den Verkauf von Rindfleisch-Tortelloni der Eigenmarke Combino. Zuvor hatten Kontrolleure in Österreich darin Anteile von Pferdefleisch gefunden.

    Der Hersteller Hilcona erklärte, er verarbeite selbst kein Frischfleisch, sondern beziehe dieses von Lieferanten. Daher müsse es sich "um eine fehlerhaft deklarierte und gelieferte Rohware des Lieferanten handeln".

    Auch der Discounter Aldi Süd nahm Fertiggerichte aus dem Verkauf. Nachdem in als Rindergulasch deklarierten Konserven Pferdefleisch nachgewiesen worden sei, sei ein Rückruf des Fertiggerichts eingeleitet worden, sagte die brandenburgische Umweltministerin Anita Tack (Linke) in der Nachrichtensendung "Brandenburg Aktuell" des rbb. Die Konservendosen mit der Bezeichnung Rindergulasch Omnimax seien für Aldi Süd von der DREISTERN-Konserven GmbH in Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin hergestellt worden, führte Tack aus. Vor Ort seien Kontrolleure im Einsatz.

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