Hongkong 27.11.2009 (www.emfis.com [Link 1]) Die Krise um einen finanziell angeschlagenen Dubaier Staatsfonds hat die asiatischen Börsen heute deutlich unter Druck gesetzt. Zwar dürften die direkten wirtschaftlichen Auswirkungen der Dubai-Krise auf die asiatischen Volkswirtschaften marginal sein. Die Marktteilnehmer befürchten aber, dass die Entwicklung weitere Kreise ziehen und das globale Finanzgefüge belasten könne.
In Japan rutschte der Nikkei 225 (Nachrichten) heute bei relativ hohen Umsätzen um 3,2 Prozent auf 9082 Punkte ab, und erreichte damit ein neues 4-Monats-Tief. Im Jahresvergleich liegt er damit nur noch etwas mehr als 2 Prozent im Plus. Belastungsfaktoren waren die Entwicklungen in Dubai, aber auch der Yen, der gegenüber dem US-Dollar weiter anzog. Der breitere Topix gab heute 2,2 Prozent auf 811 Zähler ab. Stark unter Druck standen die Aktien der großen Baugesellschaften, für die man mit Zahlungsausfällen bei deren Dubai-Projekten rechnet. Kajima (Berlin: KAJ.BE - Nachrichten) brachen um 14,3 Prozent und Taisei (Frankfurt: 857627 - Nachrichten) um 7,1 Prozent ein. Die Aktie des Baukonzerns Obayashi, der am Nahverkehrsprojekt Dubai City Transport System mitarbeitet, ging um 8,7 Prozent nach unten, nachdem JPMorgan das Papier auf neutral abgestuft hatten. Unter den Bankenwerten verbilligten sich Mizuho Financial um 3,9 Prozent und Sumitomo Mitsui Financial um 3,7 Prozent. Im Autosektor verloren Honda 3,8 Prozent und Toyota 2,4 Prozent. Unter den Technologiewerten gaben Sony (München: 853687 - Nachrichten) 4,4 Prozent und Panasonic (Frankfurt: 853666 - Nachrichten) 3,7 Prozent ab. Toshiba (Berlin: TSE1.BE - Nachrichten) gingen um 4,0 Prozent nach unten. Der Konzern hat ein milliardenschweres Kaufangebot für Sparten des französischen Atomkonzerns Areva vorgelegt.
Die Geschehnisse in Dubai pressten heute auch den koreanischen Aktienmarkt nach unten. Der Kospi knicke um 4,7 Prozent auf 1525 Punkte in und landete damit auf einem 4-Monats-Tief. Zwar hatte Koreas Finanzaufsicht zuvor erklärt, dass Koreas Banken und Baufirmen lediglich 88 Millionen Dollar an offenen Forderungen aus Dubai-Projekten hätten. Die Marktteilnehmer befürchteten aber, dass die Krise weiter reichende Implikationen für die globalen Finanzmärkte haben könnte. Im Bankensektor brachen KB Financial um 7,1 Prozent ein; Woori Finance rutschten um 11,6 Prozent und Shinhan Financial um 6,3 Prozent ab. Unter den Bauwerten schlitterten Samsung C&T um 8,1 Prozent und Hyundai Heavy um 6,9 Prozent nach unten. Daneben wurden auch die klassischen Exporttitel in Mitleidenschaft gezogen. Hier tauchten Samsung Electronics um 4,2 Prozent und LG Electronics (066570.KS - Nachrichten) um 3,3 Prozent ab; LG Display (034220.KS - Nachrichten) verbilligten sich um 3,9 Prozent. Im Autosektor gaben Hyundai Motor (005387.KS - Nachrichten) 3,8 Prozent ab, Kia Motors (000270.KS - Nachrichten) brachen um 6,0 Prozent ein. In Hongkong knickte der Hang Seng Index heute um 4,84 Prozent oder mehr als 1000 Punkte auf 21.135 Zähler ein. Sämtliche Werte aus dem Index schlossen mit roten Vorzeichen. Zwischenzeitlich war der HSI bis auf 21.002 Stellen abgerutscht. Die 21.000-Punkte-Linie bot dann aber einen gewissen Halt. Auf Wochensicht hat Hongkongs Leitindex damit 5,88 Prozent abgegeben, was dem schwersten Rückschlag seit 8 Wochen entspricht. Unter die Räder kam unter anderem die Aktie des Marktschwergewichts HSBC, die um 7,6 Prozent einbrach. Einem Bericht von Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) zufolge hat die britisch-chinesische Großbank Kredite in Höhe von 15,9 Milliarden Dollar an die Vereinigten Arabischen Emirate ausgereicht. Daneben verloren die Papiere der Standard Chartered Bank, die ebenfalls stark im Nahen Osten exponiert sein soll, 8,6 Prozent. Unter den China-Banken gaben ICBC (0349.HK - Nachrichten) 5,3 Prozent ab; Bank of China verbilligten sich um 5,0 Prozent und China Construction Bank um 4,8 Prozent. Auch bei den Rohstoffwerten gab es teils heftige Abschläge. PetroChina fielen um 5,0 Prozent und CNOOC (0883.HK - Nachrichten) um 5,3 Prozent; die Aktie des Kohleminenbetreibers China Shenhua verlor 4,8 Prozent. Der Autohersteller BYD meldete, dass sein Gewinn in den ersten 9 Monaten des Jahres um 201 Prozent gestiegen sei. Dennoch gab auch diese Aktie schlussendlich 3,6 Prozent ab.
In China fiel der Shanghai Composite Index um 2,4 Prozent auf 3096 Punkte, und hat damit auf Wochensicht 6,4 Prozent abgegeben. In Taiwan rutschte der TAIEX um 3,2 Prozent auf 7491 Zähler ab. Der indische Sensex dagegen verlor schlussendlich nur 1,3 Prozent auf 16.632 Stellen. In Thailand gab der SET nur 0,8 Prozent auf 680 Punkte ab.