"Dubai bestimmt alles"

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, Freitag, 27. November 2009, um 12:54 CET

Der Dax fiel 0,4 % auf 5594 Zähler, der Stoxx 50 gab 0,5 % auf 2428 Punkte nach. Der Londoner FTSE 100 wurde 0,4 % leichter errechnet, der CAC 40 (Paris: Nachrichten) verlor 0,2 %.

Damit zeigte sich erneut die zuletzt gestiegene Risikoaversion der Anleger. Sie wurde am Donnerstag durch Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Emirats Dubai geschürt, was auch die Börsen in Fernost beeinflusste und auf den feiertagsbedingten Handel mit Futures in den USA abfärbte. "Dubai bestimmt heute wieder alles", sagte ein Händler. Die Spekulationen um den Wüstenstaat trieben den VDax in die Höhe. Der Volatilitätsindex misst die Risikobereitschaft der Anleger und stieg um 6,2 % auf ein Dreieinhalb-Wochen-Hoch von 31 Punkten und hat binnen zwei Tagen rund 31 % zugelegt. So stark war er zuletzt Mitte Oktober 2008 gestiegen.

Der Handelsverlauf sollte zumindest von fundamentaler Seite ruhig bleiben, schrieb Ralf Umlauf von der Helaba. "Zudem ist mit einer geringen Umsatztätigkeit zu rechnen, denn viele US-amerikanische Marktteilnehmer dürften sich nach dem gestrigen Feiertag im verlängerten Wochenende befinden," fügte er hinzu. Zahlen zum europäischen Wirtschafts- und Industrievertrauen fielen besser aus als erwartet. Der entsprechende Index stieg von 86,1 Zählern im Oktober auf 88,8 Punkte im November, Experten waren lediglich von einem Anstieg auf 88 Zähler ausgegangen. Die Börsensitzung in den USA wird am Freitag - drei Stunden verkürzt - um 19 Uhr MEZ enden. Bewegung bei Finanztiteln

Insbesondere Bankentitel standen im Blickpunkt der Anleger. Titel der Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) verloren 0,1 %. Anteilsscheine von HSBC (London: HSBA.L - Nachrichten) verbilligten sich um 1,6 %, Papiere von Unicredit (Mailand: UCG.MI - Nachrichten) lagen mit einem Abschlag von 0,5 % in der Verlustzone. Die Aktie der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) zeigte sich unbeeindruckt und stieg 1,3 %. Das Institut hatte am Donnerstag nach Börsenschluss bekanntgegeben, dass Thomas Mayer das Amt des Chefvolkswirten von Norbert Walter zum 1. Januar 2010 übernehmen werde. Ebenfalls zulegen konnte das Papier von UBS (Virt-X: UBSN.VX - Nachrichten) und stieg 1,7 %. Es profitiert von den Aussagen eines Sprechers, das Institut habe ein "kleines aber nicht bedeutendes Kreditrisiko" in Dubai.

Anteilsscheine des niederländischen Finanzdienstleisters ING notierten 1,8 % leichter. Das Unternehmen hatte Bezugsrechte zur bevorstehenden Kapitalerhöhung bekanntgegeben: Demnach soll der Preis bei 4,24 Euro pro Aktie liegen. Das Angebot liegt damit 52,4 % unter dem Schlusskurs von Donnerstag und würde für eine Verwässerung von rund 90 % der Anteile bisheriger Aktionäre sorgen.

FTD: Eon (Xetra: ENAG99 - Nachrichten) unter Beobachtung der EU-Kommission

Papiere von Eon gaben 0,1 % nach. Einem Bericht der FTD zufolge geht die EU-Kommission dem Verdacht wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens am Gasmarkt nach. Die Behörde wirft dem Tochterunternehmen Ruhrgas vor, für eine Verknappung der Transportkapazitäten im Ferngasnetz gesorgt zu haben. Laut Branchenkreisen verhandeln beide Seiten derzeit über einen Kompromiss - bei erheblichen Zugeständnissen von Eon könnte die Kommission von einer Untersuchung absehen.

Infineon (Xetra: 623100 - Nachrichten) dank Interview und Analyse stark Infineon -Papiere notierten mit einem Aufschlag von 1,9 %. Die Vorstände Peter Bauer und Marco Schroeter sagten dem "Handelsblatt", dass das Unternehmen über Zukäufe nachdenke, derzeit jedoch noch keine konkreten Pläne habe. Weiter gehe man von einem positiven Umfeld für Chiphersteller in den nächsten drei bis vier Jahren aus. Auch Harald Schnitzer von der DZ äußerte sich in einem Marktkommentar positiv zu dem Unternehmen.

Die Aktie von Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) gewann 1,9 %. Europas größter Autobauer will zwischen 2010 und 2014 rund 3,5 Mrd. $ in Brasilien investieren. Damit soll die dort steigende Nachfrage nach Kraftfahrzeugen bedient werden. Anteilsscheine von K+S (Xetra: 716200 - Nachrichten) notierten 2,3 % fester und wurden unter Abschlag der Bezugsrechte gehandelt. Der Düngemittelhersteller hatte am Mittwoch eine Kapitalerhöhung angekündigt und will dabei 26,4 Mio. neue Aktien für je 26 Euro anbieten.

EDF (Paris: FR0010242511 - Nachrichten) legte 0,2 % zu, ENI (Mailand: ENI.MI - Nachrichten) wurde mit einem Abschlag von 1,1 % gehandelt. Paolo Scaroni zufolge, Chef des italienischen Energiekonzerns ENI, wird sich der weltgrößte Atomstromproduzent EDF an dem russischen Erdgasprojekt "South Stream" beteiligen. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin sowie der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hätten bereits die Unterzeichnung einer entsprechenden Absichtserklärung ins Auge gefasst. Tokio beendet Handel in der Verlustzone

Die Tokioter Börsen gingen mit Verlusten ins Wochenende. Die Zahlungsnöte des Emirats Dubai belasteten den Handel. Insbesondere Bankwerte standen auf den Verkaufslisten der Händler, auch Exporttitel wurden abgestoßen. "Die Panik ist wieder ausgebrochen", sagte Francis Lun von Fulbright Securities. Der Nikkei schloss 3,2 % leichter und ging auf dem niedrigsten Stand seit vier Monaten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix verlor 2,2 %. Die Börse in Schanghai schloss mit einem Verlust von 2,4 %. Unternehmen Unternehmen Was Wann Indus Ergebnis Q3 k.A.