Dresdner wird für Commerzbank deutlich teurer

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Mittwoch, 25. November 2009, um 11:22 CET

HB FRANKFURT.Die Integration der Dresdner Bank kommt die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) teurer als geplant. Mit 2,5 Mrd. koste der Zusammenschluss rund 500 Mio. Euro mehr als ursprünglich vorgesehen, teilte das Institut am Mittwoch in Frankfurt mit. Gleichzeitig werde aber auch mehr eingespart. "Wir investieren einmal 500 Mio. Euro und sparen so Jahr für Jahr 500 Mio. Euro zusätzlich", sagte Finanzvorstand Eric Strutz laut Mitteilung.

Was sich zunächst einmal widersprüchlich anhört, könnte sich im Idealfall durchaus bewahrheiten: Allem Anschein nach hat die Commerzbank neue Sparpotentiale durch die Integration der Dresdner Bank erkannt. Diese zu heben kostet natürlich zunächst einmal Geld, eben die 500 Mio. Euro. Insgesamt kostet die Integration der Dresdner Bank nun 2,5 statt 2,0 Milliarden Euro. Doch langfristig sollen sich dadurch erhebliche Spareffekte einstellen, nämlich die genannten 500 Mio. Euro pro Jahr.

Der Mehraufwand entsteht vor allem bei der IT und bei den Immobilien. Blessing hatte bereits angekündigt, dass die Commerzbank für die Integration der Computersysteme mehr Zeit als ursprünglich vorgesehen braucht. Mit dem Umbau der Filialen kommt sie dagegen etwas schneller als geplant voran.

Insgesamt rechnet die Commerzbank durch die Integration nun mit Synergien von rund 2,4 Mrd. Euro pro Jahr. In vollem Umfang sollen sich die Einsparungen ab 2013 auszahlen. Vor allem in der Abwicklung, bei den Flächen- und Raumkosten sowie beim Einkauf will die Commerzbank sparen. Hinzu komme die bereits umgesetzte verstärkte Fokussierung in den kapitalmarktnahen Bereichen.

An der Börse wurden die Neuigkeiten kurz mit einem Sprung der Commerzbank-Aktie an die Dax (Xetra: Nachrichten) -Spitze belohnt. In den ersten Handelsminuten schrumpften die Gewinne allerdings bereits wieder. Börsianer lobten vor allem die höheren Synergien. Die zweitgrößte deutsche Bank hatte die Dresdner Bank vor etwa einem Jahr für rund fünf Milliarden Euro übernommen. Die Marke soll im kommenden Jahr verschwinden.

Bei den im Frühjahr festgezurrten mittelfristigen Zielen komme das Institut gut voran. "Die "Roadmap 2012' steht unverändert", sagte Blessing. Bis dahin will die Commerzbank unter anderem ein operatives Ergebnis von mehr als vier Milliarden Euro erwirtschaften. Mit 1,8 Milliarden Euro will die zweitgrößte Bank bis dahin rund die Hälfte ihres operativen Geschäfts mit Unternehmenskunden machen. Rund eine Milliarde sollen die Privatkunden beitragen, das Investmentbanking soll etwa 800 Millionen Euro beitragen.

Außerdem soll sich die Risikovorsorge bis 2012 halbieren und nur noch bei zwei Milliarden Euro liegen. Für das laufende Jahr plant die Commerzbank inzwischen mit einem Puffer für faule Kredite von mehr als 4 Milliarden Euro. Die gesamten krisenbedingten Belastungen, die sich aus Risikovorsorge und Wertkorrekturen auf Wertpapiere zusammensetzen, werde aber deutlich unter der Planung liegen, hieß es.

Gleichzeitig bereitet sich die Commerzbank auf mehrere Möglichkeiten zur Rückzahlung der Milliardenhilfen des Bundes vor. Neben einer Kapitalerhöhung könnte die stille Einlage auch mit dem Verkauf von Beteiligungen und einbehaltenen Gewinnen zurückgezahlt werden, teilte das zweitgrößte deutsche Geldhaus am Mittwoch mit. Spätestens 2012 werde das Geld zurückgegeben, hieß es in der Präsentation anlässlich des Investorentages. Insgesamt hat der Bund mehr als 18 Mrd. Euro in die Bank gepumpt und so deren Überleben nach der Übernahme der Dresdner Bank gesichert.

Für 2012 erwartet die Verluste schreibende Bank wieder einen operativen Gewinn von mehr als vier Mrd. Euro. Knapp die Hälfte davon soll das Firmenkundengeschäft der so genannten Mittelstandsbank beisteuern. Im Privatkundengeschäft will die Bank dann rund eine Milliarde Euro verdienen und im Investment-Banking 800 Mio. Euro. Weitere 350 Mio. Euro soll das Osteuropa-Geschäft beisteuern. Hier werde bereits im nächsten Jahr die Risikovorsorge sinken.

Nach der Übernahme der Dresdner Bank hatte die Commerzbank vor einem Jahr staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Derzeit stützt die Bundesregierung das zweitgrößte deutsche Institut noch mit rund 18 Milliarden Euro. Die Stille Einlage will Commerzbank-Chef Blessing nach wie vor unter normalen Marktbedingungen ab 2012 zurückzahlen. Nur wenn sich die Märkte positiv entwickeln, könnte dies bereits ein Jahr früher der Fall sein.