WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Draghi sieht Licht am Ende des Tunnels

    Frankfurt/Main (dapd). Die Eurokrise schwächt sich nach Ansicht der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Aber von einer Trendwende wollte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag noch nicht sprechen. Mehrere Daten sprächen dafür, dass das Misstrauen an den Finanzmärkten sinke. Deshalb habe sich der Notenbankrat trotz der Rezession in der Eurozone einstimmig gegen eine weitere Zinssenkung ausgesprochen. Somit bleibt der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken Geld von der EZB leihen, auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent.

    Die Ungleichgewichte innerhalb der Währungsunion, also zwischen relativ stabilen Ländern im Norden und Krisenstaaten im Süden, hätten sich verringert. "Wir sehen Anzeichen, dass sich die Zersplitterung nach und nach verringert", sagte Draghi. Damit lobte Draghi indirekt seinen umstrittenen Krisenkurs, Geld in den Markt zu pumpen und notfalls Staatsanleihen zu kaufen.

    Anzeichen für eine Erholung seien etwa, dass die Salden im EZB-internen Verrechnungssystem Target 2 zurückgegangen seien und die Bilanz der Zentralbank kleiner geworden sei, sagte Draghi. Beides spricht dafür, dass Banken in den Krisenländern wieder leichter an Kredite kommen und weniger abhängig vom Geld der EZB sind.

    Die Erfolge seien aber kein Grund, vom Kurs abzukommen, mahnte der EZB-Präsident. Die Wirtschaft der Eurozone habe noch einen langen Weg vor sich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die Rezession werde auch Anfang dieses Jahres weitergehen. Erst im Jahresverlauf sei mit einer allmählichen Erholung der Wirtschaft zu rechnen.

    Zweifel an der Wirksamkeit noch niedrigerer Zinsen

    Mit dem Verzicht auf eine weitere Leitzinssenkung entsprachen die Euro-Hüter der Annahme der meisten Ökonomen. Zuletzt war der Satz im Juli 2012 gesenkt worden. Mehrfach hatten Mitglieder des EZB-Direktoriums zuletzt bezweifelt, dass noch niedrigere Zinsen überhaupt geeignet wären, die Wirtschaft in den Krisenländern anzukurbeln. Wichtiger sei es, die Unsicherheit über den Bestand der Währungsunion und an der Stabilität der Banken zu bekämpfen.

    Sollte die EZB den Hauptrefinanzierungssatz weiter senken, ergibt sich die Frage, ob sie den Einlagensatz ebenfalls verringert, also in den negativen Bereich fallen lässt. Dadurch müssten Banken der EZB Geld für ihre Einlagen zahlen.

    dapd

    Meistgelesene Artikel

    • Neun Tipps zum Steuersparen
      Neun Tipps zum Steuersparen Klüger kaufen - vor 11 Stunden
      Neun Tipps zum Steuersparen

      Ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen oder dürfen – die Experten von Finanztest raten dazu, in jedem Fall eine Erklärung zu machen. Denn für die meisten gibt es Geld zurück. Sollte sich wider Erwarten eine Nachzahlung ergeben, kann eine freiwillige … Continue reading →

    • Baden-Baden (ots) - Iran-Korrespondent Reinhard Baumgarten bei "SWRinfo - Der Korrespondententalk", am 28. Mai im Literaturhaus in Stuttgart / Sendung am 29. Mai um 20.15 Uhr in SWRinfo Acht Jahre stand Mahmud Ahmadinedschad an der Spitze der islamischen Republik. Er hat ...

    • Köln (ots) - Kontaminierte Kabinenluft - Wie gesundheitsgefährdend ist Fliegen? Zwei Jahren lang leidet er immer wieder an schweren neurologischen Ausfällen: Horst Raab, seit 37 Jahren Co-Pilot für Deutsche Airlines. Seh-, Wahrnehmungs- und Wortfindungsstörungen sowie Zittern machen seine Arbeit bald zum ...

    • Köln (ots) - Pünktlich zum deutsch-deutschen Finale der Champions League gibt es wieder ein Fußball-Orakel: Für stern TV orakelte Krake Paul - offizieller Nachfolger des legendären gleichnamigen WM-Orakels Paul aus dem Sea Life Oberhausen - nach einer Stunde und 13 Minuten einen ...

    • Leipzig (ots) - Anlässlich des 150. Geburtstages der SPD, der an diesem Donnerstag in Leipzig offiziell gefeiert wird, hat sich Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer "als altgedienter Herz-Jesu-Sozialist" bekannt. In einem Gastbeitrag für die "Leipziger Volkszeitung" (Donnerstag- ...