Handwerk: 2010 wird schwierig
Berlin (dpa) - Für viele Handwerksbetriebe gibt es trotz des leichten Wirtschaftsaufschwungs keine Entwarnung. «2010 wird ein konjunkturell schwieriges Jahr für das Handwerk», sagte der Generalsekretär des Handwerksverbands, Hanns-Eberhard Schleyer, am Dienstag in Berlin. Die Umsätze der Branche würden 2010 erneut in den roten Zahlen landen: «Wir erwarten ein Minus von einem Prozent.» Nach Einschätzung des Verbands bemühen sich viele Betriebe, ihre Mitarbeiter zu halten. In vom Export-Einbruch betroffenen Firmen seien Stellenstreichungen aber unausweichlich. Unterm Strich würden im laufenden Jahr im Handwerk etwa 40 000 der 4,8 Millionen Jobs verloren gehen - das wäre ein Minus von 0,8 Prozent.
Internet-Handel boomt weiter - Wichtigste Bestellart
Frankfurt/Main (dpa) - Die Deutschen nutzen das Internet immer stärker zum Einkaufen. Laut einer Umfrage bestellen bereits 32,5 Millionen Deutsche diverse Waren und Dienstleistungen im Netz. Im Jahr zuvor waren es noch 1,1 Millionen Menschen weniger, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) am Dienstag in Frankfurt auf Basis der Allensbacher Computer- und Technik-Analyse 2009 berichtete. Offenbar sind dabei die als Shopping-Muffel verrufenen Männer im Internet aktiver als die Frauen: Sie stellen mit 17,5 Millionen Kunden noch die Mehrheit.
Starke Einbußen bei Gaststätten und Hotels
Wiesbaden (dpa) - Wirte und Hoteliers in Deutschland müssen weiterhin mit stark sinkenden Umsätzen zurechtkommen. Nach am Dienstag vorgelegten Zahlen des Statistischen Bundesamtes schrumpften ihre Erlöse im September um 4,5 Prozent unter den Wert aus dem September 2008. Der Umsatz konnte nur mit Hilfe von höheren Preisen erreicht werden: Zu unveränderten Preisen hätte der Rückgang sogar 6,2 Prozent betragen. Der Dehoga-Bundesverband sieht bei seinen Mitgliedern dennoch viel Zuversicht für das kommende Jahr. Der zur Jahreswende auf 7 Prozent sinkende Mehrwertsteuersatz für Übernachtungsleistungen werde für wichtige Impulse sorgen.
Lufthansa (Xetra: 823212 - Nachrichten) auf Kostenbremse: Mehr Sitze in die Maschinen
Frankfurt/Main (dpa) - Die Flaute in der Luftfahrt will die Lufthansa mit mehr Plätzen in ihren Flugzeugen kontern. Der Komfort für die Passagiere soll trotz eines geringeren Sitzabstandes aber nicht schlechter werden. Von 2010 an werden neue Sitze eingebaut, wie Lufthansa-Sprecherin Amélie Schwierholz am Dienstag sagte. Die Passagiere sollen von schmaleren Lehnen und neuen Materialien profitieren. Auch anderes Inventar in den Fliegern kommt auf den Prüfstand. So könnten Küchen ausgebaut werden, wenn die Flugzeuge nur auf sehr kurzen Strecken eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für Garderoben. Wie viele zusätzliche Sitzplätze pro Maschine diese Maßnahmen bringen, steht noch nicht fest.
Softwarehersteller SAP vor «Wachstumswelle»
Berlin (dpa) - SAP (Xetra: 716460 - Nachrichten) -Chef Léo Apotheker will Europas größten Softwarehersteller gestärkt aus der Krise führen und blickt optimistisch in die Zukunft. Das Dax-Unternehmen stehe vor einer «großen Wachstumswelle», sagte Apotheker am Dienstag. «In den nächsten zehn Jahren sehe ich für die SAP viel Gutes kommen.» Er warnte aber vor vorschneller Euphorie. «Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei.» Er sei sich nicht sicher, ob man schon von einem Aufschwung sprechen könne, das Schlimmste sei aber wohl überstanden. SAP hatte mit einem einschneidenden Sparprogramm auf die Krise reagiert und mehr als 3700 Stellen gestrichen.
Time Warner (NYSE: TWX - Nachrichten) spaltet AOL ab
New York (dpa) - Der US-Medienriese Time Warner zieht nach acht verlustreichen Jahren einen Schlussstrich unter einen milliardenschweren Irrtum: Der Konzern entlässt seine defizitäre Internet-Tochter AOL in die Selbstständigkeit und verschenkt sie an seine Anteilseigner. AOL werde am 9. Dezember aus dem Konzern herausgelöst und am folgenden Tag als eigenständiges Unternehmen an der Börse gehandelt, teilte Time Warner am Montagabend (Ortszeit) nach Börsenschluss mit.
Moderate Verluste am deutschen Aktienmarkt
Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag moderate Verluste verzeichnet. Der Dax verlor 0,27 Prozent auf 5789 Zähler. Der MDax fiel um 0,53 Prozent auf 7401 Punkte. Der TecDax zeigte sich mit minus 0,01 Prozent auf 782 Punkte kaum bewegt. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,4875 (Montag: 1,4965) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6723 (0,6682) Euro.