New York (BoerseGo.de) - Eine viel beachtete Börsenweisheit besagt, dass die Gewinne im Dow Jones Industrial Average nicht Bestand haben werden, wenn nicht der Dow Jones Transportation Average (DJTA) diese Aufwärtsbewegung bestätigt. Der DJTA umfasst die größten an der New York Stock Exchange gelisteten Transportunternehmen. Experten werden misstrauisch, wenn der Dow Jones eine beständige Aufwärtsbewegung hinlegt, ohne dass der DJTA nachzieht. Die Idee dahinter ist, dass das herstellende Gewerbe genauso wie die Eisenbahn-, Schiff und Speditionsunternehmen, die deren Güter transportieren, ein gutes Barometer für den Zustand der US-Wirtschaft darstellen. Die Entwicklung der beiden Indizes gestaltete sich in den letzten sechs Monaten gegensätzlich und könnte nicht Gutes erahnen lassen. Während der Dow Jones innerhalb der letzten Monate um 2,9 Prozent zulegen konnte, verlor der DJTA im gleichen Zeitraum 5,6 Prozent. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Dow Jones auf Steigkurs befindet, während der DJTA zur Vorsicht mahnt. Die Aktien von Transportunternehmen erreichten ihren Höchststand Mitte des Jahres 1999 und bewegten sich später Richtung Süden, während der Dow weiter nach oben kletterte, bevor es dann Anfang des Jahres 2000 nach unten ging. In den letzten Monaten haben viele Speditions- und Eisenbahnunternehmen geringere Frachtvolumen berichtet, nachdem Verbraucher und Unternehmen sich über eine Abkühlung der Weltwirtschaft und über eine mögliche Änderung der US-Steuergesetze sorgen. Die daraus resultierenden Gewinnwarnungen haben die Aktien von Transportunternehmen unter Druck gesetzt.
Nach der Ansicht von Paul Mendelsohn, dem Chef-Investmentstrategen bei Windham Financial Services, haben die Stimulusprogramme der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank größere Verluste bei diesen Unternehmen abwenden können. "Falls der DJT unter die kritische Marke von 4.860 bis 4.900 Punkten rutscht, dann könnten die Aktien der Transportunternehmen deutliche Kursverluste sehen und auch Aktien aus anderen Branchen mit nach unten reißen.", so Mendelsohn. Es könnte nicht viel brauchen, um diese technische Marke zu durchbrechen, die sechs Monate lang gehalten hat. Dann werden Hedgefondsmanager und Vermögensverwalter aufmerksamer werden und man wird wahrscheinlich den Einfluss auf die Breite des Marktes sehen", so Mendelsohn weiter. Ein weiteres Warnzeichen besteht darin, dass Analysten ihre Vorhersage für die Gewinne im dritten Quartal nach unten korrigiert haben, obwohl es zur gleichen Zeit an den Märkten weiter nach oben ging. US-Transportunternehmen leiden an einer Reihe von Problemen, worunter sich die Abkühlung der Wirtschaft in China, rückläufige Kohletransporte, die Schuldenkrise in Europa sowie hohe Treibstoffkosten zählen. Ein anderer Faktor, der das Transportgewerbe belastet ist die Einsparung auf Seiten der Kunden, was eine Ursache in der Unsicherheit über die Steuerpolitik der USA hat.



