Der Januar hat den Beginn der Dividendensaison eingeläutet - und nach einem Jahr, in dem es Anleger mit ihren Aktien nicht gerade leicht hatten, gewinnen die Ausschüttungen der Unternehmen für 2011 an Bedeutung. "Die Aktien wetteifern um die Gunst der Investoren", sagt Oscar Pulido, Portfoliomanager beim Global Allocation Fonds des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock. Gerade wenn Anleger hohe Kursverluste wegstecken müssten, seien Dividenden ein Mittel, um die Bindung der Anleger an ihre Wertpapiere zu stärken. Die FTD gibt einen Ausblick auf die anstehenden Ausschüttungen.
Deutsche AktienMünchen hat schon vorgelegt: Der dort ansässige Chiphersteller Infineon will seine Dividende von 10 Cent auf 12 Cent für 2011 erhöhen und der Industriekonzern Siemens zahlt nun 3 Euro statt wie im Vorjahr 2,70 Euro je Papier. Mit dieser Vorlage stehen die beiden DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) -Konzerne nicht alleine da. Analystenschätzungen zufolge könnten in diesem Jahr 22 der 30 Unternehmen im deutschen Leitindex ihre Dividendenzahlungen aufstocken. Die Ausschüttungssumme soll den Prognosen zufolge bei rund 26 Mrd. Euro liegen. Dennoch ist die Stimmung dieses Jahr etwas verhaltener als nach dem Aufschwungsjahr 2010. Das hat seinen Grund. Denn einige traditionell starke Dividendenzahler - vor allem die Versorger - schwächeln derzeit. Eon (Taiwan OTC: 3411.TWO - Nachrichten) und RWE (Other OTC: RWNFF.PK - Nachrichten) kämpfen mit den Folgen der Energiewende, daher ist mit sinkenden Ausschüttungen an die Aktionäre zu rechnen.
Auch die Banken knapsen teils bei ihren Anteilseignern. Die Commerzbank wird wohl erneut der einzige DAX-Konzern sein, der für das Jahr 2011 gar keine Dividende ausschüttet. Analysten begründen diese Prognose damit, dass das Institut noch immer Staatshilfen erhält. Dagegen rechnen die Experten bei Autokonzernen mit großzügigen Erhöhungen. Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) kündigte am Donnerstag dann auch an, die Dividende um 35 Cent auf 2,20 Euro anheben zu wollen. Um Dividenden vergleichen zu können, ist jedoch nicht die absolute Höhe der Ausschüttungen ausschlaggebend, sondern das Verhältnis zum Aktienkurs, also die Dividendenrendite. Treffen die Schätzungen der Analysten zu, liegen diese für Eon und RWE je über fünf Prozent - und damit über denen von Daimler , BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) und VW . "Die Rendite der Versorger ist bei allen Problemen noch immer recht auskömmlich", sagt Uwe Zöllner, Chef für europäische Aktienanlagen bei Franklin Templeton (AMEX: FTF - Nachrichten) . Die höchste Dividendenrendite im DAX bringt wohl die Deutsche Telekom (Xetra: 555750 - Nachrichten) mit 7,8 Prozent.
Aktien weltweitTelekomunternehmen gelten auch international als Zahler hoher Dividendenrenditen. Jedoch sehen Experten die Branche dahingehend immer skeptischer. "Ich habe Zweifel", sagt Daniel Roberts, Fondsmanager des frisch aufgelegten Dividendenfonds von Fidelity. "Bei ihnen gab es in der Vergangenheit Dividendenkürzungen, und ich glaube nicht, dass es die letzten waren." Zöllners Ansicht nach hat sich dagegen die Pharmabranche zu einem Segment mit stabilen Dividenden gewandelt. "Das beobachten wir häufig, wenn Branchen von der Wachstumsphase in die Reifephase übergehen."
Langfristig rechnen Marktteilnehmer branchenübergreifend für im Euro Stoxx 50 (Zürich: ^STOXX50E - Nachrichten) notierte Aktien mit zumindest gleichbleibenden Ausschüttungen. Am Terminmarkt gehandelte Derivate auf künftige Dividendenzahlungen europäischer Konzerne haben in den vergangenen Wochen zugelegt. In den USA sind die Dividendenrenditen traditionell geringer, Unternehmen wie Apple (NasdaqGS: AAPL - Nachrichten) kehren gar kein Geld aus. Dennoch glaubt Roberts: "IT-Aktien aus den USA haben sich zu wahren Gelddruckmaschinen entwickelt. Das sind Geschäftsmodelle mit hohen Erträgen und viele davon planen, ihren Anteilseignern Dividenden auszuzahlen."
DividendenfondsDie dividendenstärksten Aktien in einem Produkt - das versprechen Dividendenfonds, die seit Ende 2011 verstärkt beworben werden. In reinen Aktienstrategien, mit wenig oder keinem Barbestand, reinvestieren die Fondsverwalter die unterjährigen Ausschüttungen der Unternehmen. "Der Zinseszinseffekt wiederangelegter Dividenden wird als Einkommensfaktor bei einer Aktieninvestition immer dominanter", so Daniel Roberts.
Doch im turbulenten Jahr 2011 haben die Fonds gemischt abgeschnitten. Der Top Dividend Fonds aus dem Hause DWS ist einer der ältesten Dividendenfonds und hat ein Volumen von 6,7 Mrd. Euro. Im vergangenen Jahr legte der Fonds 5,1 Prozent zu und schnitt fast zehn Prozent besser ab als ähnliche Produkte in seiner Kategorie. Den Vergleichsindex MSCI World schlug er um 7,6 Prozent. Weniger gut lief es für den Konkurrenten der Deka, den Dividenden-Strategie CF. Er verlor 2011 fast vier Prozent, und lag damit knapp unter seinem Vergleichswert. Probleme hatte auch der börsengehandelte Indexfonds (Exchange-Traded Fund, ETF ) von iShares, der eine Dividendenstrategie fährt. Er übertraf 2011 im Schnitt zwar vergleichbare ETFs um knapp drei Prozent, lag aber unterm Strich 1,7 Prozent im Minus.
Wer (SNP: ^WERY - Nachrichten) wann wie viel: zahlt DAX-Konzerne im Vergleich







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