Die deutsche Wirtschaft ist Ende 2011 zum ersten Mal seit fast drei Jahren geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt ging nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Oktober bis Dezember um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück. In einer ersten Schätzung vom Januar hatten die Statistiker noch einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,25 Prozent erwartet.
Während Deutschland ein Minus verkraften musste, legte die französische Wirtschaft im letzten Quartal 2011 unerwartet zu. Das nationale Statistikamt Insee gab das Plus mit 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal an. Frankreichs Finanzminister Francois Baroin sieht die Wirtschaft damit auf gutem Weg, 2012 das von der Regierung erwartete Wachstum von 0,5 Prozent zu schaffen. "Jeder der drei Hauptbereiche der Wirtschaft - Außenhandel, privater Konsum und Investitionen - sorgte im letzten Quartal 2011 für einen positiven Beitrag", sagte er. In Deutschland sorgten dagegen sinkende Konsumausgaben und fehlende Impulse vom Außenhandel für das Minus. Einen stärkeren Rückgang verhinderten steigende Investitionen. Vor allem der Bausektor habe deutlich mehr investiert als im Vorquartal. Volkswirte sehen gute Chance auf eine rasche Erholung. "Das ist etwas besser als befürchtet, nachdem Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion im Dezember recht schlecht ausgefallen waren. Der Rückgang ist auf die Euro-Krise zurückzuführen", sagte Christian Schulz, Ökonom von Berenberg Bank. "Spätestens im zweiten Quartal rechnen wir wieder mit Wachstum - vorausgesetzt, dass die Euro-Krise unter Kontrolle bleibt." Der Ifo-Geschäftsklima war zuletzt drei Monate in Folge gestiegen. Und auch die Einkaufsmanagerindizes deuten einen Aufwärtstrend an. Die Bundesregierung erwartet 2012 ein Wachstum von 0,7 Prozent. 2011 hatte das Bruttoinlandsprodukt noch um drei Prozent zugelegt.
Ein Quartalsminus hatte es zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Anfang 2009 gegeben, das mit vier Prozent sehr stark ausfiel. Im Sommer war Europas größte Volkswirtschaft noch um 0,6 Prozent gewachsen und damit etwas stärker als zunächst mit 0,5 Prozent angegeben.





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