Genf (dapd). Während weltweit Unternehmen wieder deutlich mehr im Ausland investieren, nehmen die Direktinvestionen deutscher Firmen außerhalb des Landes stark ab. Im Vergleich zu 2010 sanken die heimischen Auslandsinvestitionen im vergangenen Jahr um die Hälfte auf 54,4 Milliarden Dollar (44 Milliarden Euro), wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hervorgeht. Die größten deutschen Investoren sind demnach Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) , BASF (TLO: 323600.TI - Nachrichten) und die Deutsche Post.
Insgesamt hat sich die Lage bei den Direktinvestionen nach der Finanzkrise wieder erholt. Vor allem in den Industrieländern legten sie stark zu. Die UNCTAD verzeichnete im vergangenen Jahr einen Zuwachs um 16 Prozent auf 1,52 Billionen Dollar (1,23 Billionen Euro). Für das laufende Jahr rechnet die UNO-Konferenz mit einem weiteren Aufschwung auf rund 1,6 Billionen Dollar. 2013 sollen die Investitionen dann wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit etwas weniger, aber dennoch weiter wachsen.
Dem Bericht zufolge war das Wachstum im Vorjahr weit kräftiger als 2010, als die Direktinvestitionen lediglich um fünf Prozent geklettert waren. Allerdings blieben sie immer noch um gut ein Fünftel unter dem Rekord von 1,9 Billionen Dollar aus dem Wirtschaftsboomjahr 2007. 2009 hatten sie mit 1,2 Billionen Dollar einen Tiefpunkt erreicht.
Im nächsten Jahr dürften dann 1,8 Billionen Dollar erreicht werden und 2014 etwa 1,9 Billionen Dollar. Damit hat die UNCTAD ihre eigenen Prognosen zurückgeschraubt. Ursprünglich hatte sie damit gerechnet, dass diese Schwellenwerte jeweils ein Jahr früher erreicht würden.
Die meisten ausländischen Direktinvestitionen zog die Europäische Union mit 420 Milliarden Dollar an vor den USA (227 Milliarden Dollar) und China (123 Milliarden Dollar).
Die größten Investoren waren ebenfalls die EU mit 561 Milliarden Dollar, die USA (396 Milliarden Dollar), Japan (EUREX: FMJP.EX - Nachrichten) (114 Milliarden Dollar) und Hongkong (81 Milliarden Dollar). In Europa waren die größten Investoren Großbritannien (107 Milliarden), Frankreich (90 Milliarden) und Belgien (70 Milliarden Dollar).
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