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    Deutsche setzen bei Altersvorsorge auf Immobilien

    Frankfurt (BoerseGo.de) – Die Diskussion über den Nutzen und die Vor- beziehungsweise Nachteile der Riester-Rente verunsichert die Menschen in Deutschland, wie aus einer Umfrage von Union Investment zur Altersvorsorge im vierten Quartal 2012 hervorgeht. So gibt knapp die Hälfte (44 Prozent) der Befragten an, negative Berichte über die Riester-Rente gelesen oder gesehen zu haben.

    „Obwohl hauptsächlich die Kosten und die Transparenz der Riester-Versicherungen bemängelt wurden, kommt die Unterscheidung nach Produktgattungen bei den Menschen nicht an“, betont Wolfram Erling, Leiter Zukunftsvorsorge bei Union Investment. „Diese Ergebnisse sind beunruhigend. Denn das negative Image der Riester-Rente führt häufig dazu, dass die Menschen die eigene private Vorsorge stilllegen oder erst gar keinen Vertrag abschließen. Dabei funktioniert das System. Mit einer guten Riester-Rente kann man ein großes Polster für die Rentenzeit aufbauen“, betont Erling.

    Der von manchen Riester-Kritikern vorgeschlagenen staatlichen Zusatzvorsorge stehen die Deutschen skeptisch gegenüber. 60 Prozent der Befragten bewerten solch ein System schlechter als die bisherige Regelung einer freiwilligen Altersvorsorge. Auch die Frage, ob die Altersarmut durch eine vom Staat verwaltete Lösung wirksam eingedämmt werden kann, verneinen 67 Prozent.

    Die Debatte, welches Vorsorgesystem das geeignetste ist, scheint sich auch auf die Bereitschaft der Menschen auszuwirken, sich mit der privaten Altersvorsorge auseinanderzusetzen. Zu Beginn der Befragung im dritten Quartal 2007 sahen noch 75 Prozent der Befragten die Notwendigkeit, sich mit der privaten Vorsorge zu beschäftigen. Seitdem fiel der Wert kontinuierlich auf aktuell 65 Prozent. Besonders stark ist der Trend bei den 20- bis 29-Jährigen zu beobachten. In dieser Altersgruppe fiel die Quote im gleichen Zeitraum von 86 Prozent auf nun 52 Prozent, was der schlechteste Wert seit der Erhebung ist.

    Zu der nachlassenden Motivation kommt noch die Skepsis vor Wertpapieren. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) findet, dass Produkte mit Aktien und Fonds nicht zu einer guten Altersvorsorge gehören. Mit 66 Prozent liegt auch hier die Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen deutlich vorne. „Obwohl die Aktienkurse fast wieder den historischen Höchststand des Jahres 2007 erreicht haben und man mit sicheren Bundesanleihen einen realen Verlust macht, scheint der Schock der Finanzkrise noch tief zu sitzen“, erläutert Erling.

    Gefragt nach der Sicherheit verschiedener Altersvorsorgeformen schneidet die eigene Immobilie mit 85 Prozent am besten ab. Die gesetzliche Rente hingegen wird am schlechtesten bewertet. 70 Prozent der Befragten halten sie für unsicher. Und obwohl man am Ende der Laufzeit das eingezahlte Geld und die staatlichen Zulagen garantiert wieder zurückbekommt, empfinden nur 37 Prozent der Deutschen die Riester-Rente als sicher.

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