Auch am Pfingstmontag konnte der Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) seine Gewinne ausbauen. Im frühen Handel kletterte der Leitindex auf das Allzeithoch von 8456 Punkten. Bei Handelsende stand der Leitindex nur einen Zähler darunter bei 8455 Stellen. Der MDax ging mit einem Plus von 0,6 Prozent und 14.154 Punkten aus dem Handel, der TecDax (Xetra: ^TECDAX - Nachrichten) zog ebenfalls um 0,3 Prozent an auf 970 Punkte. Der EuroStoxx50, der zunächst mit 2826 Punkten auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren gestiegen war, stand am Abend noch 0,2 Prozent fester bei auf 2824 Zählern.
Angesichts des langen Pfingstwochenendes war der Handel vergleichsweise ruhig. Die Vorgaben aus Asien waren durchweg positiv, die Agenda bietet dagegen kaum Impulse.
Bislang seien auch im Mai noch keine Verkäufe in Sicht, konstatierte Händlerin Anita Paluch von Gekko Markets. Sie bezog sich damit auf eine alte Handelsregel, die empfiehlt, sich im Mai aus dem Markt zurückzuziehen. Auch die Experten von JPMorgan (London: JPIU.L - Nachrichten) rechnen aktuell nicht mit der sonst regelmäßig zu beobachten Schwächeperiode. Paluch hält mit Blick auf den weiteren Wochenverlauf besonders den Mittwoch für interessant, wenn die Zentralbanken mit ihren Sitzungsprotokollen in den Fokus rücken.
Die Strategen von Morgan Stanley (Xetra: 885836 - Nachrichten) gingen zwar insgesamt von weiter steigenden Notierungen aus. Charttechnisch stünden die Signale auf "Kaufen", und mit einer weiteren Erholung der Konjunktur sei zu rechnen. Das größte Risiko droht den Märkten derzeit aber von der Federal Reserve. Zuletzt hatten Äußerungen von US-Notenbankern die Befürchtung aufkommen lassen, dass die Anleihenkäufe der Fed noch in diesem Jahr zurückgefahren werden könnten.
Am Montag ließ sich diese Furcht an den Minenwerten ablesen - der europäische Branchenindex verlor 1,1 Prozent, nachdem auch die Notierungen für Öl und Kupfer nachgegeben hatten. Auch an den US-Börsen zeichnete sich ein schwacher Handelsstart ab.
Sollte die Fed ihre Anleihenkäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar pro Monat verringern, würde ein wichtiger Treiber für die Kursrally an den Aktienmärkten ausfallen. Allein der Dax hat dank der ultra-lockeren Geldpolitik von Fed, EZB & Co in den vergangenen Wochen rund 1000 Punkte zugelegt.
Anleger greifen bei der Commerzbank (Xetra: CBK100 - Nachrichten) zu
Langfristig gehen Experten von steigenden Kursen aus, doch in der neuen Börsenwoche sind Rückschläge nicht ausgeschlossen. Jedenfalls müssen Anleger auf dem Weg (Other OTC: WEGZY - Nachrichten) zu neuen Höchstständen zwei Klippen umschiffen: Die Spekulationen auf eine Straffung der lockeren Geldpolitik in den USA und ein stotternder Konjunkturmotor in Deutschland könnten der Dax-Rally den Wind aus den Segeln nehmen.
Europaweit gehörten die Autobauer zu den Favoriten der Anleger. Für April verzeichnete die Europäische Union zum ersten Mal seit September 2011 wieder einen Anstieg der Fahrzeugzulassungen. Die Titel der Dax-Konzerne VW, BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) und Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) gewannen zwischen 3,6 und 2,2 Prozent.
Tagessieger waren jedoch die Papiere der Commerzbank. Sie kletterten bis zum Abend um acht Prozent. Dahinter notierte die Lufthansa (Xetra: 823212 - Nachrichten) mit einem Plus von 3,6 Prozent. Mit einem Abschlag um 0,7 Prozent nur optisch im Minus lagen Fresenius (Other OTC: FSNUF - Nachrichten) -Papiere. Der Gesundheitskonzern schüttete seine Jahresdividende in Höhe von 1,10 Euro je Anteil aus. K+S setzten ihre jüngste Talfahrt mit einem Minus von 1,1 Prozent fort und waren bei Börsenschluss schwächster Wert im Dax, gefolgt von der Münchener Rück (Xetra: 843002 - Nachrichten) , deren Papiere 0,7 Prozent nachgaben.
An der Börse Dublin stiegen die Aktien von Ryanair zeitweise um 9,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 6,95 Euro. Am Abend lagen sie noch 7,3 Prozent im Plus. Dabei ließen sich Anleger auch von einem verhaltenen Ausblick nicht abschrecken. Der Billig-Flieger hatte nach dem Rekordgewinn des Vorjahres ein geringeres Ergebniswachstum in Aussicht gestellt. Die Vorsicht der Airline sei nicht ungewöhnlich, betonte Analyst Stephen Furlong von Davy Stockbrokers. "Sie sagen aber immer noch einen Gewinnanstieg voraus." Ryanair-Rivale EasyJet legte in London 3,9 Prozent zu, die Aktien der im SDax (Xetra: ^SDAXI - Nachrichten) notierten Fluggesellschaft Air Berlin legten 0,9 Prozent zu.
An der Spitze des MDax (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) stand am Abend die Aktie von Rheinmetall (Berlin: RHM.BE - Nachrichten) . Die Rüstungssparte des Konzerns hat ein prall gefülltes Auftragsbuch und plant den Abbau von 560 Stellen. Die Deutsche Bank ist optimistisch was die Aktienentwicklung angeht und stuft dass Papier von "sell" auf "hold".
Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere deutlich von 1,1 Prozent am Freitag auf 1,1 Prozent, wie die Deutsche Bundesbank in Frankfurt mitteilte. Der Rentenindex Rex sank um 0,2 Prozent 135 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,03 Prozent auf 145 Punkte vor. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2853 (Freitag: 1,2869) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7780 (0,7771) Euro.

