Der heftigste Kursrutsch an der Tokioter Börse seit der Atomkatastrophe von Fukushima hat den Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) zur Eröffnung deutlich ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor in den ersten Handelsminuten 2,1 Prozent auf 8350 Zähler. Am Mittwoch war er noch mit 8530,89 Punkten auf einem neuen Rekordhoch aus dem Handel gegangen. Vor allem konjunkturabhängige Werte und Bankaktien wurden verkauft. Die Titel der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) eröffneten am Tag der Hauptversammlung des Instituts mit einem Abschlag von 3,6 Prozent. Händlern zufolge löste der Ausverkauf an Japans Börse verstärkt Gewinnmitnahmen aus.
In Tokio beendete der Nikkei-Index den Handel mit einem Abschlag von 7,3 Prozent bei 14.483 Zählern - das stärkste Kursminus seit März 2011. Auslöser für die Kursverluste in Japan war der Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC für China, der erstmals seit sieben Monaten gefallen war.
Einen zusätzlichen Dämpfer erhielten die Aktienmärkte durch die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle der US-Notenbank am Mittwochabend. Daraus ging hervor, dass einige Fed-Mitglieder das Bond-Aufkaufprogramm schon ab Juni zurückfahren wollen, wenn sich das Wachstum der US-Wirtschaft nachhaltig gebessert habe.
Zunächst hatte die Bekräftigung der ultra-lockeren Geldpolitik durch Fed-Chef Ben Bernanke vor dem US-Kongress noch für Rekordstände an den Börsen in Frankfurt und New York gesorgt. Im weiteren Verlauf der Anhörung sagte Bernanke aber, dass die Fed bei einer der nächsten Sitzungen das Tempo der Anleihekäufe verringern könnte, falls sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter aufhellen sollte. An den US-Börsen setzten nach der Veröffentlichung des Zinsprotokolls der US-Notenbank deutliche Verkäufe ein.
Deutsche Bank stellt sich den Aktionären
Heute steht die Deutsche Bank im Blickpunkt. Auf der Hauptversammlung von Deutschlands größter Bank dürften sich die Anteilseigner für die Erneuerung des Geldhauses interessieren. Schließlich müssen zahlreiche Skandale aufgearbeitet werden - von fragwürdigen Hypothekengeschäften in den USA, Umsatzsteuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten bis zur Manipulation des Referenzzinses Libor.
Das Statistische Bundesamt gibt heute neue Zahlen zur Entwicklung des Luftverkehrs im ersten Quartal bekannt. Experten gehen davon aus, dass die Branche weiter unter Druck steht. Stefan Schulte, Chef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, erwartet für die nächsten Jahre jedenfalls keinen Aufwind für die krisengeplagten europäischen Fluggesellschaften.
Die Aktionäre von Lanxess (Other OTC: LNXSF - Nachrichten) dürften sich heute vor allem für die wesentlich trübere Entwicklung in der Gegenwart interessieren. Das Geschäft ist deutlich schwieriger geworden. Im ersten Quartal 2013 musste der Leverkusener Konzern den heftigsten Ertragsrückgang unter den großen europäischen Chemiekonzernen verkraften.

