Am Montag schlossen Europas Märkte deutlich im Plus: Der Dax stieg 2,4 % auf 5801 Punkte, der europäische Auswahlindex Stoxx 50 rückte 2,2 % auf 2522 Zähler vor. Der Londoner FTSE 100 gewann 2 % und der CAC 40 in Paris ging mit 2,3 % Gewinn aus dem Handel.
Zum Wochenauftakt richtete sich der Fokus der Anleger auf einige wichtige konjunkturelle Stimmungsindikatoren. Die europäischen Einkaufsmanagerindizes zum verarbeitenden und nichtverabeitenden Gewerbe stiegen den vierten Monat in Folge. Mit 53,7 Zählern im Vergleich zu 53 Punkten im Vormonat lag der Wert weiter über der Wachstumsschwelle von 50. "Damit bleibt das Szenario einer konjunkturellen Erholung intakt", schrieben die Analysten der Helaba in ihrem Tagesausblick. Aktuelle Zahlen zum US-Häusermarkt bestärkten die Anleger in ihrem Optimismus. "Nach der Veröffentlichung kam der Markt erst richtig in Fahrt", sagte Fidel Helmer, Leiter Wertpapierhandel bei Hauck & Aufhäuser. Auch die freundlichen US-Börsen wirkten stützend.
Ganz oben auf den Kauflisten von Dax und Stoxx 50 fanden sich Bankenwerte. Titel der Deutschen Bank gewannen 3,9 %. ING legte 3,8 % zu. Der Branchenindex für Banken im Stoxx 600 gewann 3 %. Händler führten die Erholung auf die verstummten Gerüchte um die Bonität der Ukraine zurück, die den Sektor am Freitag belastet hatten. Auf europäischem Parkett fanden sich die Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP Billiton mit Aufschlägen von 3,5 und 3,7 % ebenfalls oben auf der Gewinnerliste. Rio Tinto gab bekannt, mindestens 741 Mio. $ Erlös aus dem Börsengang der US-Kohletochter Cloud Peak zu erwarten. BHP Billiton kamen Nachrichten zugute, dass Arbeiter in der chilenischen Kupfermine Spence ihren 42-tägigen Streik am Montag beendeten. Mit 3 % Zuwachs war der Rohstoff-Branchenindex bis zum Schluss stärkster Sektor im Stoxx 600 . An der Londoner Rohstoffbörse erklomm der Kupferpreis ein 14-Monats-Hoch. Der Goldpreis war bereits am Morgen im asiatischen Geschäft auf ein neues Rekordhoch von 1165,80 $ gestiegen.
Auch im Dax standen zyklische Werte im Blickpunkt. Die Aktien des deutschen Stahlproduzenten Salzgitter legten 3 % zu. Der Chemiekonzern BASF gewann 4 % und setzte sich an die Spitze von Dax und Stoxx 50. Der erwartete Einstieg des indischen Mischkonzerns Reliance Industries beim insolventen Petrochemiekonzern Lyondell Basell lasse die Anleger auf weitere Fusionen in der Branche hoffen, sagten Händler.
Ein Großauftrag des Emirats Katar an die Deutsche Bahn gab einigen Bahnindustriezulieferern Auftrieb. Neben Vossloh im MDax gewannen die Titel des ICE-Herstellers Siemens 3,7 %. Zuvor hatte der Münchner Konzern gemeldet, beim Erwerb eines Anteils am insolventen Konkurrenten Nortel über das Telekommunikations-Joint-Venture Nokia Siemens Networks gescheitert zu sein.