HB FRANKFURT. Der Dax legt in den ersten Handelsminuten 1,2 Prozent auf 5 733 Punkte zu. Börsianer rechnen mit einer ruhigen Handelswoche, da die US-Börsen am Donnerstag wegen des Feiertags Thanksgiving geschlossen sind. Unter den 30 Dax (Xetra: Nachrichten) -Titeln waren am Morgen insbesondere Bankaktien gefragt. Deutsche Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) und Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) verteuerten sich um rund zwei Prozent. Dagegen gaben BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) -Papiere nach einer Herabstufung durch die Credit Suisse 0,3 Prozent nach und waren damit einziger Dax-Verlierer.
Ben Potter, Analyst bei IG Markets, machte vor allem die Kurserholung im späten Handel an der Wall Street für den freundlicheren Wochenauftakt im Dax verantwortlich. Gleichzeitig warnte der Experte, dass es am Markt aber nach wie vor eine gewisse Vorsicht gebe, ob der Markt noch viel weiter steigen kann.
Müller-Großeinstieg bei Douglas (Xetra: 609900 - Nachrichten) ?
Im Nebenwerte-Index MDax profitierten die Aktien des Handelskonzerns Douglas von der Aussicht auf einen neuen Großaktionär und verteuerten sich um rund sechs Prozent. Einem Bericht des "Focus" zufolge will Drogeriemarkt-Betreiber Erwin Müller seine Beteiligung von derzeit etwas mehr als drei Prozent auf rund 18 Prozent ausbauen. "Dies könnte Spekulationen Nahrung geben, dass der bislang größte Douglas-Anteilseigner August Oetker ein Übernahmeangebot für das gesamte Unternehmen abgeben könnte", sagte ein Börsianer.
Bank Sarasin dementiert den Bericht aber bereits. Die Bank habe zwar im Sommer ihren Anteil auf 10,8 Prozent der Stimmrechte an Douglas ausgebaut, der Aktienkauf sei aber weder heimlich noch im Auftrag von Müller oder eines Dritten erfolgt, sagte ein Sprecher am Morgen. Die Bank habe die Beteiligung an Douglas auf eigene Rechnung und zur Absicherung von Handelsgeschäften erworben. "Der Artikel dürfte die Aktien im regulären Handel auf jeden Fall stützen und könnte sie möglicherweise sogar über ihre Widerstandsmarke von 32,00 Euro schieben", sagte ein Marktteilnehmer.
Commerzbank-Analyst Jürgen Elfers regierte indes etwas zurückhaltender auf den Bericht. Er finde es schwierig, sich vorzustellen, dass Müller den Anteil ausbauen will, ohne vorher mit dem Haupteigentümer des Handelskonzerns vorher darüber gesprochen zu haben. Während eine Zusammenlegung der Deutschlandgeschäfte sicher ein Fall für die Wettbewerbsbehörde wäre, dürften die Synergien im internationalen Geschäft vielversprechend sein. Elfers bewertet Douglas mit "Hold".
Conergy Favorit im TecDax
Im Einklang mit einem freundlichen Gesamtmarkt ist der TecDax am Montag zum Auftakt um 0,71 Prozent auf 767 Punkte gestiegen. Conergy (Xetra: 604002 - Nachrichten) -Titel waren mit plus 2,74 Prozent auf 0,750 Euro der Favorit der Anleger im Index für Technologiewerte. Dagegen büßten Papiere von Drillisch (Xetra: 554550 - Nachrichten) als Schlusslicht 0,80 Prozent auf 4,94 Euro ein.
Bahn schiebt Vossloh (Xetra: 766710 - Nachrichten) an
Der milliardenschwere Auftrag für die Deutsche Bahn aus Katar hat am Montag Vossloh Auftrieb gegeben. Die Aktien des Bahnindustrie-Zulieferers gehörten mit einem Plus von 5,9 Prozent auf 70,29 Euro zu den Favoriten im MDax (Xetra: Nachrichten) . DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger taxierte das Umsatzpotenzial für Vossloh im Zusammenhang mit dem Katar-Deal der Bahn auf einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Daher bekräftige er seine Kaufempfehlung. Den fairen Wert der Aktie sehe er weiterhin bei 82 Euro. Siemens (Xetra: 723610 - Nachrichten) -Aktien verteuerten sich um 1,6 Prozent auf 65,12 Euro und die Papiere des französischen Konkurrenten Alstom um knapp zwei Prozent auf 48,91 Euro.
In Tokio blieb der Handel am Montag geschlossen. Der chinesische SSEC stieg um 0,2 Prozent auf 3 314 Punkte.
Eine Welle neuer Konjunkturdaten schwappt in dieser Woche über die Märkte. Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass sie gut ausfallen und dem Dax wieder neuen Schwung geben. "Die Notenbanken sollten vor dem Hintergrund der labilen und unsicheren Konjunkturperspektiven die Stützungsmaßnahmen bis weit ins nächste Jahr hinein aufrecht erhalten und somit für eine anhaltend hohe Liquidität sorgen", heißt es bei der Landesbank Berlin (Xetra: 802322 - Nachrichten) .
Flüssige Mittel kommen auch von anderer Seite: Analyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz weist darauf hin, dass vor dem Jahresende der Anlagedruck bei denjenigen Investoren steige, die bislang Aktien untergewichtet hätten. "In einem Jahr mit einer so guten Kursentwicklung möchte niemand eine zu hohe Bargeld-Quote ausweisen." Seit Jahresbeginn hat der Dax rund 20 Prozent und damit fast so viel wie 2007 zugelegt.
Auch Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger rechnet mit erneuten Kursanstiegen: "Die Gesamttendenz zeigt bis Jahresende unverändert nach oben." Technisch gesehen sei die Luft allerdings dünner geworden; Kogge warnt daher vor einer "psychologischen Falle". Die sieht der Aktienstratege bei 6 000 Punkten - dem Dax-Stand beim Bekanntwerden der Lehman-Pleite. "Sollte es dem Dax nicht gelingen, den diesjährigen Höchststand zu überschreiten, dürfte auch schnell wieder die untere Linie von 5 300 Punkten getestet werden", befürchtet Kogge.
Wall Street blickt auf Black Friday
Die Anleger an der Wall Street blicken in der anstehenden Handelswoche gespannt auf den Start des Weihnachtsgeschäftes im US-Einzelhandel am sogenannten "Black Friday". Da das Wohl und Wehe der US-Wirtschaft zu einem Großteil von den Ausgaben der Verbraucher abhängt, dürfte die Ausgabenfreude der Amerikaner in den kommenden Wochen entscheidenden Einfluss auf die noch fragile Erholung haben.
Allerdings dürfte das Handelsvolumen in dieser Woche eher gering sein: Am Donnerstag ist die Börse wegen des "Thanksgiving"-Feiertags geschlossen, am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt.