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    Dax-Anleger wagen sich aus der Deckung

    AKTUELLER KURS

    SymbolKursVeränderung
    MKGAY51,05-0,23
    PUM.DE229,10-2,80
    ^MDAXI14.070,6319,20
    CBK.DE7,810,31
    NDA.BE47,471,39

    Der Dax hat am Dienstagnachmittag nach einer Atempause wieder zugelegt. Der Leitindex scheine sich von seinem Schlingerkurs in Folge des ZEW-Index befreien zu können, sagte Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Allerdings könne die Stimmung am Aktienmarkt schnell wieder drehen. Nach der Veröffentlichung der ZEW-Konjunkturerwartungen am Vormittag war der Dax (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) zunächst auf sein Tagestief bei knapp 8.236 Punkten gesunken. Zuletzt stand er allerdings 0,6 Prozent höher bei 8.333 Punkten.

    Fast stagnierenden ZEW-Konjunkturerwartungen stand ein überraschend starker Anstieg der Industrieproduktion in der Eurozone gegenüber. Zuletzt hellte noch der sich abzeichnende, verhalten positive Start an der Wall Street die Stimmung auf.

    Neben den Konjunkturdaten richteten sich die Blicke der Anleger vor allem auf die laufende Quartalsberichtssaison. Mit K+S, Merck (Other OTC: MKGAY - Nachrichten) und der Deutschen Post legten gleich drei Dax-Konzerne Zahlen für das Auftaktquartal vor. Die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Merck profitierten mit einem nur noch kleinen Plus von zunächst sehr positiv aufgenommenen Resultaten. K+S drehten sogar ins Minus.

    Deutsche-Post-Titel hingegen rückten an der Dax-Spitze um mehr als drei Prozent vor. Der Konzern ist dank des boomenden Online-Handels und florierender Geschäfte in Asien mit Zuwächsen ins Jahr gestartet. DZ-Bank-Analyst Dirk Schlamp bezeichnete das Quartalswerk als solide. Die Post sei gut positioniert und die langfristigen Wachstumsaussichten seien attraktiv.

    Abseits der Berichtssaison zog die Commerzbank (Xetra: CBK100 - Nachrichten) die Blicke auf sich. Die neuerliche milliardenschwere Kapitalerhöhung des Finanzkonzerns wird für die Alt-Aktionäre noch schmerzhafter als befürchtet. Die Aktien werden zu einem Preis von gerade einmal 4,50 Euro pro Stück platziert. Zuletzt büßten die Titel über fünf Prozent ein. Am Vortag waren sie bereits um 4,8 Prozent gefallen.

    Die Aktionäre können die Titel von Mittwoch an bis zum 28. Mai zeichnen, für je 21 alte Anteilsscheine gibt es 20 neue. Die Konditionen seien so gestaltet, dass eigentlich keiner "nein" sagen könne, sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research.

    Puma (Xetra: 696960 - Nachrichten) und Aurubis (Berlin: NDA.BE - Nachrichten) werden abgestraft

    Bewegung gab es auch im MDax (Xetra: ^MDAXI - Nachrichten) . Der Nebenwerteindex stieg um 0,56 Prozent auf 13.952 Punkte und erreichte zudem zeitweise einen neuen Rekord. Der TecDax gewann einen Prozent auf 960 Punkte. Keinen guten Tag erwischte Aurubis. Die Kupferhütte schraubt wegen der schleppenden Konjunktur in Europa ihre Gewinnerwartungen zurück - die Aktien rutschten um mehr als fünf Prozent ab.

    Auch Der Sportartikelhersteller Puma warf nach einem Gewinneinbruch seine Prognose für das Gesamtjahr über den Haufen und wurde deswegen an der Börse abgestraft. Mit einem Abschlag von 3,2 Prozent gehörten sie mit zu den schwächsten Werten im Nebenwerteindex.

    Mit Interesse schauen die Akteure zudem auf den weltgrößten Internet-Versandhändler Amazon. Denn erstmals wird in Deutschland gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi rief die Beschäftigten der beiden Amazon-Standorte in Bad Hersfeld und Leipzig zu einer Arbeitsniederlegung auf. 1.700 beteiligten sich an dem Streik, der mit der Frühschicht um 6.00 Uhr beziehungsweise 6.30 Uhr begann.

    Die Geschäftsführung von Amazon lehnt nach Angaben von Verdi bisher die Aufnahme von Tarifverhandlungen ab. Die Gewerkschaft fordert die Anwendung tariflicher Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich seien. Bei Urabstimmungen hatten sich über 97 Prozent der Mitglieder für Streiks zur Durchsetzung der Tarifbindung ausgesprochen. In Bad Hersfeld arbeiten laut Verdi 3.300 Beschäftigte und in Leipzig etwa 2.000.

    Unterdessen debattieren in Brüssel die EU-Finanzminister über einen schärferen Kurs gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht. Eine Einigung auf die seit Jahren geplante des Zinssteuergesetzes wird es aber voraussichtlich nicht geben, da Luxemburg noch Einwände hat.

    Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent 134,93 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,10 Prozent auf 144,97 Punkte. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2977 (Montag: 1,2973) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7706 (0,7708) Euro.

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