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    Daimler fährt Rekorde ein und will mehr

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    Stuttgart (dapd). Das Rekordjahr 2011 reicht Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) nicht. Zwar fuhr der Konzern vor allem wegen der starken Nachfrage nach teuren Autos und Lastwagen Bestwerte bei Umsatz, Absatz und Ergebnis ein. Gerade im Pkw-Bereich konnten die Konkurrenten BMW und Audi (Xetra: 675700 - Nachrichten) aber bessere Zahlen ausweisen. Daimler investiert deswegen verstärkt in Forschung und Entwicklung und nimmt dafür 2012 ein stagnierendes operatives Ergebnis in Kauf. Ziel bleibt es, der absatzstärkste Premiumhersteller 2020 zu werden. Im Januar ging das Wachstum erst einmal zurück.

    Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche zeigte sich mit dem abgelaufenen Jahr zufrieden. "Wir hatten uns für 2011 viel vorgenommen, und wir haben es mehr als erreicht", sagte er am Donnerstag. Insgesamt lag der Gewinn nach vorläufigen Zahlen bei 6,0 Milliarden Euro, der Umsatz bei 106,5 Milliarden Euro, wie Daimler in Stuttgart mitteilte. 2010 hatte das Ergebnis noch 4,7 Milliarden und der Umsatz 97,8 Milliarden Euro erreicht. Daimler setzte im vergangenen Jahr 2,1 Millionen Fahrzeuge ab, das waren elf Prozent mehr als im Vorjahr - ebenfalls ein Bestwert.

    Die Börse reagierte positiv. Die Aktie war der Gewinner im DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) und lag am Nachmittag noch über vier Prozent im Plus.

    Mercedes-Benz Cars mit den Marken Mercedes-Benz, Maybach und Smart (Jakarta: SMAR.JK - Nachrichten) schulterte mit einem Verkaufsrekord von 1,38 Millionen Fahrzeugen den Großteil des guten Ergebnisses. Auch der Umsatz der Sparte erreichte einen Höchststand von 57,4 Milliarden Euro und trug damit mehr als zur Hälfte zum Gesamterlös bei.

    Enorme Steigerungsraten verbuchte die Truck-Sparte, die sich zunächst langsam von der Finanzkrise 2009 erholt hatte. 2011 stiegen sowohl Umsatz als auch Absatz um jeweils ein Fünftel.

    Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges stockte der Konzern auch die Belegschaft deutlich auf. Mit weltweit 271.370 Mitarbeitern waren Ende 2011 über 11.000 Menschen mehr bei Daimler beschäftigt als ein Jahr zuvor.

    Ausgaben für Entwicklung und Forschung deutlich gestiegen

    Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Konzern auf 5,6 Milliarden Euro, nachdem sie im Vorjahr 4,8 Milliarden Euro betrugen. Für 2012 und 2013 sind weitere 10,9 Milliarden Euro eingeplant. "Das wird sich mittelfristig positiv auswirken, aber in diesem Jahr eine gewisse Belastung mit sich bringen", sagte Zetsche. Das operative Ergebnis erwartet er deswegen nur auf dem Niveau von 2011.

    Die Umsatzrendite bei Mercedes-Benz Cars betrug 9,0 Prozent, ein an sich guter Wert, der aber deutlich unter der Konkurrenz von Audi und BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) liegt. Die Rendite bei Daimler Trucks betrug 6,5 Prozent. Daimler strebt für beide eine Zielrendite von 10 beziehungsweise 8 Prozent ab 2013 an.

    Autoexperten fordern von den Stuttgartern, noch mehr an der Profitabilität zu arbeiten. Der Leiter des Center of Automotive in Bergisch-Gladbach, Stefan Bratzel sagte, Daimler müsse die Kosten in den Griff kriegen und ein "Modellfeuerwerk" zünden.

    Bei Mercedes-Benz Cars stehen alleine 2012 sechs neue Fahrzeuge an. Bereits 2011 wurde die neue B-Klasse eingeführt. "Die Auftragseingänge übertreffen deutlich unsere Erwartungen", sagte Zetsche. Im vergangenen Jahr wurde zudem der neue Actros vorgestellt, den Zetsche als "unseren wohl wichtigsten Truck für das gesamte Jahrzehnt" bezeichnete.

    Geringeres Wachstum erwartet

    Mit Ausnahme vom durch die Staatsschuldenkrise belasteten westeuropäischen Markt geht der Konzern von einem weiteren weltweiten Wachstum in diesem Jahr aus, wenn auch auf geringerem Niveau. Bei den Lastwagen erwartet der Konzern eine Nachfrage, die mindestens auf dem Niveau von 2011 liegt.

    Einen Vorgeschmack auf geringere Wachstumsraten bekamen Audi, BMW und Mercedes-Benz bereits im Januar. Audi hatte 2011 noch fast 20 Prozent zugelegt, meldete am Donnerstag aber nur noch ein Absatzplus von 0,8 Prozent für Januar. Die BMW-Group verzeichnete 6,6 Prozent Zuwachs nach einem Plus von gut 14 Prozent im Vorjahr. Mercedes-Benz Cars reichte mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent im Januar nicht an die 8,0 Prozent des Gesamtjahres 2011 heran.

    Langfristig will Zetsche Daimler an die Spitze führen. Er erneuerte das Ziel, 2020 mehr Autos als jeder andere Premiumhersteller zu verkaufen. Er erweiterte den Führungsanspruch auch auf die anderen Geschäftsfelder Trucks, Busse, Vans und Finanzdienstleistungen. "Wir wollen in all unseren Geschäftsfeldern die Spitzenposition", sagte er.

    dapd

     

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