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    Chefs erwarten von Angestellten Anwesenheit trotz Krankheit

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    Düsseldorf (dapd). Der Arbeitnehmerschutz wird in der heutigen modernen Arbeitswelt in der Regel groß geschrieben. Umso erstaunlicher muten da die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage an: Zahlreiche Führungskräfte ließen ihre Angestellten trotz Krankheit weiterarbeiten, teilte die Personalberatung LAB & Company, die gemeinsam mit der Hochschule Coburg die Daten erhoben hatte, am Mittwoch in Düsseldorf mit. Demnach schickt rund ein Drittel der Chefs seine Mitarbeiter auch bei ernsten Erkrankungen nicht nach Hause, um sich auszukurieren oder das Team (NasdaqGS: TISI - Nachrichten) nicht anzustecken. 26 Prozent versuchten, für die Erkrankten Heimarbeit zu organisieren.

    Befragt wurden die Manager nach ihrem Handeln, wenn sie mit dem Team an einem dringenden Projekt arbeiteten und ein Mitarbeiter mit einer fiebrigen Erkältung erscheine. Relativ schonungslos gehen die Führungskräfte aber offenbar auch mit ihrer eigenen Gesundheit um. 58 Prozent kommen der Umfrage zufolge selbst bei einer mittelschweren Erkältung zur Arbeit, während 29 Prozent von zu Hause arbeiteten.

    "Erschrocken" über die Ergebnisse zeigte sich der Professor für Soziale Arbeit und Gesundheit an der Hochschule Coburg, Eberhard Nöfer. Offenbar sei die Bereitschaft, die eigene Gesundheit und die seiner Mitarbeiter als übergeordnetes und auch betriebswirtschaftlich wertvolles Gut anzusehen, in Deutschland schwach ausgeprägt.

    17 Prozent würden sich von häufig kranken Angestellten trennen

    Ein weiteres heikles Fazit der Studie: Wer (SNP: ^WERY - Nachrichten) oft krankgeschrieben ist, muss unter Umständen um seinen Job bangen. Denn 17 Prozent der Führungskräfte sind den Ergebnissen zufolge der Meinung, dass man sich von häufig kranken Angestellten trennen sollte, um den Krankenstand und damit auch die Kosten zu senken. In einem individuellen Prämiensystem bei weniger Krankheitstagen zu diesem Zweck sah jeder zehnte Manager ein geeignetes Steuerungsinstrument. 72 Prozent hielten dagegen die Verbesserung des Betriebsklimas und 81 Prozent ein systematisches Gesundheitsmanagementsystem zum Senken des Krankenstands für geeignet.

    Die Anwesenheit am Arbeitsplatz gelte noch immer als Leistungs- und Karrierekriterium, sagte Nöfer. "Auch wenn es auf Kosten der eigenen Gesundheit geht." Ein Umdenken hielt LAB-Geschäftsführer Klaus Aden für erforderlich, gerade angesichts "der demografischen Entwicklung und der Notwendigkeit zu längeren Lebensarbeitszeiten bei gleichzeitig abnehmender individueller Leistungsfähigkeit". Er warnte, dass am Ende die Gesellschaft die Zeche "für die steigende Zahl der Burnout-Fälle, Frühpensionierungen und für eine abnehmende Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft" zahle.

    Für die Umfrage wurden die Antworten von 381 Managern mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von deutlich über 100.000 Euro ausgewertet.

    dapd

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