Börsen in Europa am Mittag: Ins Plus gedreht, positive Konjunkturdaten, Dubai-Krise im Fokus

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Freitag, 27. November 2009, um 14:39 CET

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen konnten am Freitag ihre morgendlichen Verluste angesichts der Krise im Emirat Dubai bis zum Mittag vollständig wettmachen und liegen inzwischen im Plus. Dank einer Erholung der US-Futures gewinnt der Dow Jones EURO STOXX 50 aktuell 0,42 Prozent auf 2.811,10 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 zieht 0,31 Prozent an auf 2.447,79 Zähler. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 steigt inzwischen um 0,50 Prozent auf 644,88 Indexpunkte. Auch an den europäischen Länderbörsen sind mittlerweile grüne Vorzeichen auszumachen.

Auf Vorgaben aus den USA mussten die europäischen Börsen wegen des gestrigen Feiertags "Thanksgiving" verzichten. Heute wird die Börse in den USA wieder eröffnen, allerdings wird es einen verkürzten Handel geben. Die Vorgaben aus Asien waren äußerst schwach, der Nikkei (Nachrichten) brach heute um über 3 Prozent ein. Belastet hat dabei insbesondere die Sorge vor einer ernstzunehmenden Krise im Boom-Emirat Dubai, nachdem die Regierung des Emirats den Dubai Financial Support Fund mit der Restrukturierung des ins Schlingern geratenen staatlich kontrollierten Konglomerats Dubai World und dessen Tochter Nakheel beauftragt hat. In diesem Zusammenhang wurden die Gläubiger von Dubai World um Zahlungsaufschub bis mindestens Mai 2010 gebeten. Obwohl sich die Märkte in Europa inzwischen etwas erholt haben, dominiert nach wie vor die Angst vor einer Pleite des Emirats Dubai. Insgesamt soll Dubai World Schulden von rund 60 Mrd. Dollar angesammelt haben. Hauptgrund für die aktuellen Zahlungsschwierigkeiten ist nach Meinung von Experten der Niedergang des Immobiliensektors - eine Folge der Finanzkrise.

Wie die Generaldirektion Wirtschaft der EU-Kommission heute bekannt gab, hat sich das Geschäftsklima in der Eurozone im November 2009 weiter verbessert. So erhöhte sich der entsprechende Indexstand auf -1,56 Punkte, nach -1,79 Punkten im Vormonat und -1,62 Punkten im November 2008. Damit hat sich der Index zum achten Mal in Folge verbessert. Darüber hinaus hat sich die Wirtschaftsstimmung in der EU im November weiter aufgehellt. So stieg der Sammel-Index zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in der gesamten Union (EU27) auf 87,9 Punkte, nach 86,0 Punkten im Oktober 2009. Gleichzeitig kletterte der Index für die Eurozone auf 88,8 Zähler, nachdem er im Vormonat nur bei 86,1 Punkten gestanden hatte.

In den Niederlanden gab der Allfinanzkonzern ING Groep (ISIN NL0000303600/ WKN 881111) heute Einzelheiten zu seiner 7,5 Mrd. Euro schweren Kapitalerhöhung bekannt. Den Angaben zufolge beläuft sich der Bezugspreis je Aktie auf 4,24 Euro, was einem Abschlag von 52,4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag bzw. einem 37,3-prozentigen Abschlag auf den theoretischen Preis der Ex-Bezugsrechte entspricht. Die Aktionäre können dabei sechs neue für sieben bestehende Anteilsscheine erhalten. Insgesamt werden rund 1,77 Milliarden neue Papiere ausgegeben. ING-Titel verbilligen sich in Amsterdam derzeit um 1,1 Prozent.

In der Schweiz gab der Mischkonzern ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) bekannt, dass er die Aufstellung der Automationsdivisionen verändert, um sich besser auf das Kundenspektrum auszurichten. Damit sollen Wachstumschancen im Service konsequenter ausgeschöpft und die Präsenz in der diskreten Fertigungsindustrie ausgebaut werden. Den Angaben zufolge werden die Geschäftseinheiten der Divisionen Automationsprodukte und Robotik zum 1. Januar 2010 zu zwei neuen Divisionen zusammengefasst: Industrieautomation und Antriebe sowie Niederspannungsprodukte. Die Division Prozessautomation bleibe in der jetzigen Form bestehen und werde lediglich um das Instrumentierungsgeschäft der Division Automationsprodukte ergänzt. Die ABB-Aktie verliert derzeit um 0,3 Prozent und bewegt sich wie schon heute Morgen im Mittelfeld des SMI (0198.HK - Nachrichten) . Deutlicher abgeben müssen derzeit Synthes (Virt-X: SYST.VX - Nachrichten) (-1,9 Prozent), Richemont (Virt-X: CFR.VX - Nachrichten) (-1,8 Prozent) und Roche (Virt-X: ROG.VX - Nachrichten) (-1,1 Prozent). Stärkste Gewinner im Schweizer Leitindex sind Finanztitel, allen voran Julius Bär (+3,8 Prozent), UBS (+2,9 Prozent) und Credit Suisse (+2,4 Prozent).

Im britischen Leitindex FTSE 100 können Burberry Group (London: BRBY.L - Nachrichten) am Mittag noch 1,7 Prozent zulegen. Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) hatte die Aktien des Modekonzerns von "Sell" auf "Neutral" hochgestuft und zudem das Kursziel erhöht. Am stärksten gefragt sind Anteilsscheine von Thomas Cook (+3,8 Prozent), gefolgt von RBS (London: RBS.L - Nachrichten) (+3,2 Prozent), LSE (+3,2 Prozent) und Xstrata (+3 Prozent). Der RBS-Konzern hat heute mitgeteilt, dass er ein Abkommen zur Teilnahme an dem so genannten Asset Protection Scheme ("APS") der britischen Regierung unterzeichnet hat. Deutlichere Abschläge zeigen British Airways (London: BAY.L - Nachrichten) (-1,9 Prozent) sowie Inmarsat (London: ISAT.L - Nachrichten) (-1,8 Prozent). Papiere der Lloyds Banking Group (London: LLOY.L - Nachrichten) , die bereits am Dienstag Details zu ihrer geplanten Kapitalerhöhung bekannt gab, verbilligen sich aktuell um 35,6 Prozent, werden jedoch ex-Bezugsrecht gehandelt.

In Frankreich stehen weiter Alcatel (Paris: FR0000130007 - Nachrichten) -Lucent (+3,8 Prozent) an der Spitze des CAC40 (Paris: Nachrichten) . Weit vorne zu finden sind zudem Michelin (Paris: FR0000121261 - Nachrichten) (+3 Prozent), Lafarge (Paris: FR0000120537 - Nachrichten) (+2,4 Prozent) und Renault (+2,1 Prozent). Auf der Verliererseite steht allen voran Lagardere (Paris: FR0000130213 - Nachrichten) mit einem Minus von 1,7 Prozent, gefolgt von Sanofi (Paris: FR0000120578 - Nachrichten) -Aventis, Veolia, GDF SUEZ (Paris: FR0010208488 - Nachrichten) und L`Oreal (Paris: FR0000120321 - Nachrichten) mit Abschlägen von 0,8 bis 1,3 Prozent.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.811,10 (+0,42 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.447,79 (+0,31 Prozent) EURONEXT 100: 644,88 (+0,50 Prozent) FTSE 100 (London): 5.209,03 (+0,29 Prozent) CAC40 (Paris): 3.699,79 (+0,56 Prozent) MIB (Mailand): 22.007,09 (+0,39 Prozent) IBEX 35 (Madrid: Nachrichten) (Madrid): 11.694,10 (+0,31 Prozent) SMI (Zürich): 6.302,74 (+0,31 Prozent) ATX (Wien: Nachrichten) (Wien): 2.516,35 (+0,30 Prozent) (27.11.2009/ac/n/m)