FrankfurtFrankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte können sich nach dem schwachen Start gegen Mittag wieder etwas erholen. Der DAX verliert aktuell 0,46 Prozent auf 5.588,59 Punkte, während der MDAX (Xetra: Nachrichten) um 0,85 Prozent auf 7.093,29 Zähler zulegt. Der SDAX tendiert 0,04 Prozent fester auf 3.465,23 Zählern, wobei beim TecDAX ein Aufschlag von 0,41 Prozent auf 772,07 Punkte zu verzeichnen ist. Beim Bund-Future ist derzeit ein Plus von 0,16 Prozent auf 123,74 Punkte auszumachen.
Nachdem die US-Börsen am Vortag aufgrund des Feiertags "Thanksgiving" geschlossen waren, tendieren die US-Futures vor Handelsbeginn in den USA angesichts deutlich negativer Vorgaben aus Asien und Europa im Zuge der Dubai-Krise schwächer. Aktuell verliert der Dow Jones (Nachrichten) -Future 212 Punkte, während der S&P 500-Future um 29,1 Punkte abgibt. Der NASDAQ 100-Future gibt aktuell 46,50 Zähler ab. Aufgrund des heute stattfindenden "Black Friday", mit dem das Weihnachtsgeschäft im US-Einzelhandel eingeläutet wird, findet an den US-Börsen heute ein verkürzter Handelstag statt. Am Vortag hatte eine Hiobsbotschaft aus dem Emirat Dubai die Märkte erschüttert, nachdem der einstige Vorzeige-Staat im Mittleren Osten unerwartet um Zahlungsaufschub für sein ins Schlingern geratenes Konglomerat "Dubai World" gebeten hatte.
An der Spitze des DAX (Xetra: Nachrichten) rangiert aktuell die Aktie von Infineon Technologies AG (Xetra: 623100 - Nachrichten) (ISIN DE0006231004/ WKN 623100). In einem Interview äußerte sich Konzernchef Peter Bauer optimistisch über die weiteren Aussichten: "Ich glaube, drei bis vier positive Jahre in der Halbleiterbranche liegen vor uns", erklärte der Manager in einem Zeitungsinterview. Deutlich fester präsentiert sich aktuell auch die Aktie des Automobilkonzerns Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400), die rund 2,4 Prozent zulegen kann. Am Morgen hatten die Wolfsburger milliardenschwere Investitionen in Brasilien angekündigt. Demnach werde man im Zeitraum von 2009 und 2014 insgesamt 2,3 Mrd. Euro in neue Produkte und den Ausbau der Fertigungskapazitäten investieren. "Mit diesen Investitionen wird der Volkswagen Konzern seine führende Wettbewerbsposition in Brasilien nachhaltig stärken", sagte Vorstandschef Prof. Dr. Martin Winterkorn. "Brasilien ist einer unserer wichtigsten Wachstumsmärkte weltweit. Wir erwarten dort für die nächsten Jahre deutliche Nachfragesteigerungen, auf die wir unsere Produktionskapazitäten jetzt konsequent ausrichten", so Winterkorn weiter. Ebenfalls gefragt sind aktuell Anteilsscheine von Salzgitter, BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) und Fresenius (Xetra: 578560 - Nachrichten) . Auch die Deutsche Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) und die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) können Aufschläge von mehr als 1 Prozent ausweisen, nachdem beide Werte am Vortag im Zuge von Spekulationen über mögliche Abschreibungen in Dubai heftig unter die Räder gekommen waren.
Bei ThyssenKrupp AG (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) sind ebenfalls Aufschläge von 0,8 Prozent auszumachen, obwohl man sich im Rahmen der Bilanzpressekonferenz wenig optimistisch bezüglich der weiteren Aussichten gezeigt hatte. Wie der Vorstandschef Ekkehard Schulz im Rahmen der Bilanzpressekonferenz am Freitag erklärte, sehe man die sich derzeit abzeichnende wirtschaftliche Erholung noch als "fragil" an und gehen von einer eher langsamen Verbesserung aus. Für 2010 bleibe das Risiko eines temporären Rückschlags nach wie vor bestehen. Das Niveau von 2008 werde man frühestens im Jahr 2012 wieder erreichen. Ergebnisseitig gehe ThyssenKrupp (Xetra: 750000 - Nachrichten) nach dem deutlichen Einbruch im abgelaufenen Fiskaljahr für das Geschäftsjahr 2009/10 von einer Umsatzstabilisierung und einer deutlichen Ergebnisverbesserung aus.
Im Fokus befinden sich daneben außerdem Anteilsscheine des Handelskonzerns METRO AG (ISIN DE0007257503 / WKN 725750), der einem Pressebericht an der Übernahme der Haushaltsgerätemarke Privileg interessiert ist. Einem Pressebericht zufolge verhandeln der Media-Markt-Mutterkonzern METRO und der Versandhandelskonzern Otto über die Weitergabe der Markenrechte. Das Versandhaus hatte diese vor drei Wochen im Paket mit dem Namen Quelle aus der Insolvenzmasse des Handelskonzerns Arcandor AG (ISIN DE0006275001 / WKN 627500) gekauft, ohne genaue Vorstellungen für die Verwendung zu haben. Aktuell verliert die Aktie von METRO (Xetra: 725750 - Nachrichten) knapp 0,1 Prozent und rangiert damit im oberen Mittelfeld.
Beim Energieversorger E.ON AG (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99) sind aktuell Abschläge von 0,2 Prozent auszumachen. Einem Medienbericht zufolge gehen die EU-Behörden offenbar dem Verdacht wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens am Gasmarkt durch den Energiekonzern nach. Konkret werfe die Behörde der Tochter E.ON Ruhrgas vor, Transportkapazitäten im Ferngasnetz verknappt zu haben und damit Wettbewerber zu behindern, hieß es weiter.
Am unteren Ende befinden sich Anteilsscheine von K+S (Xetra: 716200 - Nachrichten) mit 2,3 Prozent im Minus, wobei dieser Abschlag aus der zuvor angekündigten Kapitalerhöhung resultiert. Bayer (Xetra: 575200 - Nachrichten) und Beiersdorf (Xetra: 520000 - Nachrichten) sowie Henkel (Xetra: 604840 - Nachrichten) müssen daneben Abschläge von jeweils mehr als 0,8 Prozent ausweisen.
Anteilsscheine der Deutsche Post AG (Xetra: 555200 - Nachrichten) (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) müssen derzeit ebenfalls Abschläge hinnehmen. Zuvor hatte der Logistikkonzern am Donnerstag bekannt gegeben, dass man mit dem ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobilclub) beim Versand des Clubmagazins "Motorwelt" auch in den kommenden fünf Jahren zusammenarbeiten werde. Den Angaben zufolge unterzeichneten die beiden Unternehmen jetzt einen neuen Millionenvertrag über die weitere Zustellung von monatlich rund 13,5 Millionen Exemplaren des Magazins. Das Auftragsvolumen des Fünf-Jahres-Vertrags liege bei rund 250 Mio. Euro. Zudem habe sich der Automobilclub entschieden, die "Motorwelt" und bis auf weiteres auch seine Korrespondenz mit rund 40 Millionen Briefsendungen jährlich über das GoGreen Klimaschutz-Programm des Konzerns klimaneutral zu versenden. Insgesamt stelle die Deutsche Post damit rund 200 Millionen Sendungen pro Jahr für den ADAC zu.
Im MDAX befinden sich nach schwachem Start die Gewinner in der Überzahl an der Spitze gewinnt BayWa (Xetra: 519400 - Nachrichten) 4 Prozent. Wincor Nixdorf (Xetra: A0CAYB - Nachrichten) und Wacker Chemie (Xetra: WCH888 - Nachrichten) können Aufschläge von jeweils mehr als 2 Prozent ausweisen. Beim Triebwerkshersteller MTU Aero Engines Holding AG (ISIN DE000A0D9PT0/ WKN A0D9PT) sind derzeit auch Zugewinne von 0,5 Prozent auszumachen. Zuvor hatte der Konzern bekannt gegeben, dass man sein Engagement in China ausweitet und mit dem chinesischen Triebwerkshersteller AVIC Commercial Aircraft Engine Co. Ltd. (ACAE) zusammenarbeiten werde. Wie der im MDAX notierte Konzern am Freitag erklärte, wird er mit ACAE eine gemeinsame Studie zum Aufbau einer Triebwerksindustrie in China durchführen. Diese Studie soll bewerten, wie ein zukunftsfähiges chinesisches Triebwerksunternehmen strukturiert sein sollte und über welche Technologien künftige Triebwerke für den chinesischen Markt verfügen müssen.
Die Aufbauleistung von MTU wird von einem in Shanghai eröffneten Büro koordiniert.
Am unteren Ende des MDAX verliert aktuell ProSiebenSat.1 2,4 Prozent. Wenig gefragt sind daneben auch HOCHTIEF (Xetra: 607000 - Nachrichten) und die Deutsche Postbank (Xetra: 800100 - Nachrichten) .
Im TecDAX befinden sich Solar (Kopenhagen: SOLAR-B.CO - Nachrichten) - und technologiewerte ganz oben auf der Einkaufsliste. So gewinnt Roth & Rau 3 Prozent, während AIXTRON (Xetra: AIX.DE - Nachrichten) 2,8 Prozent zulegen kann. Auch SMA Solar und United Internet (Xetra: 508903 - Nachrichten) sind auf der Einkaufsliste vieler Anleger zu finden. Am unteren Ende befinden sich SMARTRAC (Xetra: A0JEHN - Nachrichten) mit einem Minus von 2,7 Prozent, während freenet und MediGene Abschläge von 2 Prozent ausweisen müssen.
DAX: 5.588,59 (-0,46 Prozent) MDAX: 7.093,29 (+0,45 Prozent) SDAX (Xetra: Nachrichten) : 3.465,23 (+0,04 Prozent) TecDAX: 772,07 (+0,41 Prozent)
(27.11.2009/ac/n/m)