Shenyang/München (dapd). Mit einem zweiten Werk in China will BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) seinen Absatz weiter steigern. Konzernchef Norbert Reithofer startete am Donnerstag offiziell die Produktion. BMW will in den beiden Werken in der Millionenstadt Shenyang jährlich 200.000 Fahrzeuge fertigen, wie Reithofer bei der feierlichen Eröffnung sagte.
"Zusammen mit unserem Partner Brilliance werden wir zudem weitere 500 Millionen Euro in China investieren", fügte der Vorstandschef hinzu. Damit erhöht sich die Investitionssumme des Joint Ventures auf rund 1,5 Milliarden Euro. Mittelfristig soll die Kapazität der beiden Werke in Shenyang auf 300.000 Einheiten erhöht werden. Je nach Marktentwicklung seien sogar 400.000 Fahrzeuge möglich, sagte Reithofer.
In dem zweiten Werk, das im Stadtbezirk Tiexi steht, wird der X1 hergestellt. An dem anderen Standort im Bezirk Dadong werden seit 2003 Autos der 3er- und 5er-Reihe gefertigt. 8.000 Mitarbeiter sind in den beiden Werken beschäftigt. In den kommenden Jahren sollen 2.000 weitere hinzukommen.
BMW und Brilliance starteten außerdem an einem dritten Standort in Shenyang die Produktion von Vierzylinder-Ottomotoren. In dem Werk sollen zunächst 200.000 Zwei (Other OTC: ZWECF.PK - Nachrichten) -Liter-Motoren produziert werden. Damit wird der Bedarf der beiden Automobilwerke gedeckt. Parallel zur Autofertigung will das Joint Venture dann auch die Zahl der produzierten Motoren weiter erhöhen.
China ist für BMW in diesem Jahr bisher der größte Absatzmarkt. 107.000 Autos lieferte der Konzern in den ersten vier Monaten dort aus. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Plus von 35 Prozent. Für das gesamte Jahr strebt Reithofer in China zweistellige Wachstumsraten und einen Rekordabsatz an. In den vergangenen Jahren war die USA der wichtigste Auslandsmarkt von BMW.
Der China-Experte Markus Taube sieht in dem Werk in China ein "strategisches Investment, um sich im Markt zu verankern". In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd sagte der Professor für chinesische Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen: "Wenn man in China Autos absetzen will, muss man dort produzieren." Die Regierung in Peking praktiziere eine sehr stark auf heimische Produkte ausgerichtete Industriepolitik. Wer Waren einführen will, kämpfe mit enormen Handelshemmnissen durch Bürokratie und 25 Prozent Importzoll, sagte Taube.
dapd





