Washington (BoerseGo.de) - Im Rahmen einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des US-Senats gab US-Notenbankchef Ben Bernanke deutlich zu verstehen, dass er für eine Fortsetzung des Anleiheaufkaufprogramms der Notenbank in Höhe von monatlich 85 Milliarden Dollar eintritt. "Bei dem gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld liegen die Vorteile der Ankäufe klar zu Tage", so Bernanke. An den Märkten war die Sorge aufgekommen, dass die Fed diese Aufkäufe (QE3) zurückfahren könnte. Diese Befürchtung hatte sich gezeigt, seit die Protokolle des Fed-Treffens vom Januar unterschiedliche Ansichten über das Programm offenbart hatten. Einige der Ausschussmitglieder hatten gesagt, dass die US-Notenbank möglicherweise das Aufkaufprogramm reduzieren oder sogar beenden müsse, bevor sich am Arbeitsmarkt eine deutliche Verbesserung zeige. Sie hatten ihre Sorge über mögliche beachtliche Verluste im Portfolio der Fed ausgedrückt sowie auch darüber, dass es auf den Finanzmärkten zur Eingehung exzessiver Risiken kommen könnte sowie auch zu einem stärkeren Inflationsdruck.
In seinen Ausführungen erwähnte Bernanke nichts von einer Reduzierung des Aufkaufprogramms, spielte vielmehr jede der Besorgnisse herunter. Bernanke forderte das Weiße Haus und den Kongress auf, die für den nächsten Freitag anstehenden automatischen Ausgabenkürzungen (Sequester) zu ersetzen. Dies solle durch Maßnahmen geschehen, welche das Defizit auf kurze Sicht mehr schrittweise senken, dafür aber auf längere Sicht um so nachhaltiger. Er meinte, dass die automatischen Ausgabenkürzungen auf kurze Sicht in Anbetracht des langsamen Tempos bei der Erholung der US-Wirtschaft eine erheblich negative Auswirkung auf das Wachstum haben würden.





