Nachdem der Deutsche Aktienindex die im Intradaychart der vergangenen Tage ausgebildeten Barrieren bei 5740 und 5775 Punkten zurückerobert hat, ist der Weg zunächst wieder frei. Erst die vergangenen Monat markierten Jahreshöchststände zwischen 5850 und 5890 Zählern dürften wieder gehäuft verkaufswillige Anleger auf den Plan rufen. Ein Test dieser Widerstandszone ist derzeit die aussichtsreichste Alternative und bleibt dies auch, solange die Notierungen nicht wieder unter 5600 Punkte zurück fallen. Hier kam es in den vergangenen Tagen mehrfach zu Kaufbereitschaft. Nur wenn diese beim nächsten Test der 5600er-Marke ausbleibt, wäre dies ein erstes Warnsignal dass eine neue Abwärtsbewegung einsetzt. Auch im Chart auf Tagesbasis ist bei 5600 Zählern eine Unterstützung erkennbar: Dort verläuft die 21-Tage-Linie, die zusammen mit dem gleitenden Durchschnitt der vergangenen 55 Börsentage bei rund 5650 Punkten die nächstgelegene Unterstützung bildet. Fällt der Dax erneut unter diese beiden vergleichsweise stark beachteten Mittelwerte, ist erst bei 5130 Punkten die nächste Gelegenheit zur Bodenbildung auszumachen.
Klettert der Index dagegen über die 5890-Marke und damit auf neue Jahreshöchststände, besteht Aufwärtspotenzial bis mindestens 6190 Zähler. Hier befindet sich eine von August bis Oktober wichtige Aufwärtstrendlinie. Doch da der geglättete Stochastik-Oszillator (DSSBR) gerade erst ein Verkaufssignal generiert hat, scheint ein neues Jahreshoch vorläufig noch etwas außer Reichweite zu sein. Eine Abwärtsbewegung ist jedoch ebenfalls nicht zwingend erforderlich, selbst durch eine Seitwärtstendenz kann dieser zuverlässige Indikator sich bereits bald wieder in die Kaufzone ermäßigen. Im Wochenchart zeigt sich ein schöner Aufwärtstrend, der frühestens zwischen 6550 und 6630 Zählern wieder auf Verkaufsbereitschaft trifft. Dort lagen im dritten Quartal 2008 zahlreiche Hochpunkte, woraus sich auch jetzt noch ein Widerstandsbereich ableiten lässt. Der mit Wochenkursen berechnete geglättete Stochastik (DSSBR) taucht langsam in den unteren Extrembereich ein und vermittelt damit das Bild eines kaufbaren Marktes. Solange der Dax nicht deutlich unter die bei rund 4985 Zählern verlaufende 200-Tage-Linie zurückfällt, bleibt die Prognose positiv. Der Preis-Volumen-Chart zeigt in Form eines Volumengebirges am rechten Rand, auf welchem Kursniveau Umsatzhäufungen stattgefunden haben. Je mehr Umsätze in der Vergangenheit zu einem bestimmten Kurs zustande gekommen sind, desto länger ragt der jeweilige Umsatzbalken nach links in den Chart hinein.
Um diese Grafik zu erstellen, wird das Volumen eines einzelnen Tages auf der y-Achse des Charts dort aufgetragen, wo sich der Kurs an diesem Tag bewegt hat. Wenn öfters hohe Umsätze auf dem gleichen Kursniveau getätigt wurden, entsteht mit der Zeit eine Spitze im Preis-Volumen-Chart. In der Regel sind diese Umsatzspitzen gute Indikatoren für Wendepunkte des Kurses. Niveaus, auf denen viele Umsätze stattgefunden haben, sind erfahrungsgemäß mit höherer Wahrscheinlichkeit eine starke Unterstützung oder ein starker Widerstand. Ein Durchbruch durch eine derartige Chartbarriere hat dann auch eine höhere Aussagekraft als ein Durchbruch durch ein umsatzschwaches Kursgebiet.