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    Bayern fordert strengere Lebensmittelqualitätskontrollen

    Im Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch fordert die bayerische Regierung strengere Kontrollauflagen für den Handel. Betriebe müssten "in Zukunft umfassender die Qualität ihrer Lebensmittel kontrollieren", sagte der bayerische Gesundheitsminister Marcel Huber (CSU). Harter Wettbewerb zwischen Unternehmen dürfe bei der Qualität nicht zu Lasten der Verbraucher gehen. "Auch wenn man an der Preisschraube dreht, bleibt die Verantwortung des Handels bestehen, nur einwandfreie Produkte zu verkaufen", sagte Huber.

    Auch die Hersteller von Nahrungsmitteln dürften sich nicht auf Fehlverhalten von Zulieferern berufen, sagte der Minister der "Augsburger Allgemeinen". "Der Hersteller muss sich durch eigene Kontrollen vergewissern, dass die Ausgangsprodukte einwandfrei sind", betonte er. Ein Hersteller trage "selbstverständlich die volle Verantwortung, auch eine ethische, für sein Produkt". Huber forderte zugleich härtere Strafen für Hersteller und Lieferanten bei Lebensmittelskandalen. "Ich bin dafür, das Strafmaß zu erhöhen", sagte er.

    In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern waren seit der vergangenen Woche Spuren von Pferdefleisch in Millionen Fertiggerichten entdeckt worden. Betroffen hierzulande sind große Supermarktketten wie Edeka, Aldi, Kaiser's Tengelmann, Lidl und der Tiefkühl-Heimlieferservice Eismann. Entdeckt wurde Pferdefleisch in Tiefkühllasagne, Ravioli, Tortelloni oder Dosengulasch.

    Als Lehre aus dem Pferdefleischskandal wollen Frankreich und Deutschland nach Angaben des französischen Landwirtschaftsministers Stéphane Le Foll künftig für eine bessere Etikettierung sorgen. Le Foll sagte in Paris, er hoffe, schon kommende Woche beim EU-Agrarrat in Brüssel zusammen mit seiner deutschen Kollegin Ilse Aigner (CSU) ein Memorandum zu dem Thema vorlegen zu können. Wenn Fleisch weniger als 50 Prozent eines Nahrungsmittels ausmache, müsse bislang nicht erklärt werden, woher es stamme, sagte der Minister. Das müsse geändert werden.

    Der Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure forderte unterdessen ein bundeseinheitliches System der Lebensmittelüberwachung. Verbandschef Martin Müller sagte im Sender HR-Info, in jedem Bundesland gebe es einen eigenen Ansatz, und jedes Bundesland versuche sich dabei besonders zu positionieren - "mit Eifersüchteleien, die aber im Endeffekt einen unheimlichen Schleifeffekt" hätten. Für eine höhere Wirksamkeit seien "kürzere Wege" und "kürzere Entscheidungsstränge" notwendig. Außerdem könnten die Lebensmittelkontrolleure ihre Aufgabe nicht ausreichend erfüllen, weil es insgesamt zu wenige gebe.

    Auch im österreichischen Bundesland Kärnten wurden jetzt Waren mit falsch ausgezeichnetem Pferdefleisch entdeckt. Wie die zuständige Behörde mitteilte, wurde die Lebensmittelaufsicht bei den Sorten "Kärntner Hauswürstl" und "Lavanttaler Bauernwurst" der Firma Josef Freitag aus St. Georgen im Lavanttal fündig. Die Verbraucher wurden aufgerufen, bereits gekaufte Produkte zurückzugeben. Eine Supermarktkette erhielt den Auftrag, die inkriminierten Waren aus dem Sortiment zu nehmen.

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