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    Baustelle Metro

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    Düsseldorf (dapd). Deutschlands größter Handelskonzern Metro ist eine Baustelle. Das musste am Dienstag sogar Konzernchef Olaf Koch einräumen. Der Handelsriese leidet nicht nur unter der Konjunkturkrise in Europa, sondern auch unter einer Vielzahl von hausgemachten Problemen: bei den Großhandelsmärkten ebenso wie bei den Elektronikmarktketten Media Saturn oder der Warenhauskette Real.

    Koch weiß dies natürlich alles und hat seit seinem Amtsantritt vor zehn Monaten kaum etwas unversucht gelassen, um den Konzern wieder auf Wachstumskurs zu trimmen. Doch noch lassen greifbare Erfolge auf sich warten.

    Ja, zuletzt häuften sich sogar die Hiobsbotschaften aus dem Unternehmen. Dem Abstieg der Aktie aus dem DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) folgte Anfang dieses Monats eine Gewinnwarnung und dann eine Herabstufung durch die Ratingagentur Moody's. Seitdem liegt die Bonität des Konzerns nur noch wenig über Ramschniveau. Und die aktuellen Quartalszahlen sind kaum dazu geeignet, das Bild aufzuhellen. Im dritten Quartal schrumpfte der Nettogewinn um fast 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nur noch 89 Millionen Euro.

    Wohl auch deshalb warb Koch bei der Präsentation der Zahlen um Geduld mit der Metro (Other OTC: MTAGF.PK - Nachrichten) . Die Neuausrichtung folge nicht dem hektischen Quartalsrhythmus der Börse. "Wir setzen auf nachhaltige Entwicklung, nicht auf kurzfristige Ertragsoptimierung."

    "Wir brauchen eine sehr offene Streitkultur"

    Tatsächlich gibt es viel zu tun. Die Sanierung des schwächelnden Deutschlandgeschäfts der SB-Warenhauskette Real kommt seit Jahren nicht richtig voran. Die Elektronikketten Media und Saturn haben den Start ins Internet-Zeitalter lange Zeit verschlafen und müssen jetzt verlorenen Boden gut machen. Und auch beim Herzstück des Firmenimperiums - den Metro-Großmärkten - gibt es Handlungsbedarf an vielen Stellen.

    Und Koch handelt. Er verordnete dem Unternehmen eine aggressivere Preispolitik, setzte auf neue Serviceangebote und den Ausbau des Online-Handels. Doch seien die positiven Effekte dieser Maßnahmen bislang weitgehend von der sich eintrübenden Verbraucherstimmung verschluckt worden, sagte der Manager. Aber immerhin sei es gelungen, die Umsätze trotz des schwierigen Umfeldes zu steigern. Der Konzern werde gestärkt aus der Krise hervorgehen, ist Koch überzeugt.

    Dazu soll auch ein neuer Führungsstil im Unternehmen beitragen. "Wir brauchen eine sehr offene Streitkultur. Da ist kein Tabu erlaubt", meint er. Nur so könne man am Ende zur richtigen Entscheidung gelangen. Doch wenn eine Entscheidung gefallen sei, müsse die auch konsequent umgesetzt werden.

    dapd

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