Ludwigshafen (dapd). Beim weltgrößten Chemieunternehmen BASF soll sich auch in diesem Jahr ein Gemisch ergeben, das die Rekordzahlen 2011 noch mal übertrifft. Man (Other OTC: MAGOF.PK - Nachrichten) strebe an, bei Umsatz und Betriebsergebnis die Spitzenwerte von 2011 zu übertreffen, teilte der DAX (Xetra: ^GDAXI - Nachrichten) -Konzern am Freitag in Ludwigshafen mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der Jahresüberschuss vom BASF (TLO: 323600.TI - Nachrichten) um gut ein Drittel auf 6,2 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 73,5 Milliarden Euro. Auch im vierten Quartal übertraf er noch einmal die vorangegangenen drei Monate.
Das operative Ergebnis fiel im vierten Quartal aber geringer aus als im Vorjahreszeitraum. "Kunden disponierten vorsichtiger, reduzierten ihre Vorräte und verzögerten Bestellungen", hieß es. Positiv wirkte sich aus, dass im Oktober die Erdölproduktion in Libyen wieder anlief. BASF will angesichts des Erfolges seine Aktionäre mit einer Dividende von 2,50 Euro je Aktie beteiligen nach 2,20 Euro im Vorjahr.
Der seit vergangenem Mai amtierende BASF-Vorstandschef Kurt Bock erwartet in diesem Jahr zunächst ein verhaltenes Wachstum. In der ersten Jahreshälfte werde man "voraussichtlich die außerordentlich guten Werte der ersten beiden Quartale des Vorjahres nicht erreichen", erklärte er. Im zweiten Halbjahr erwarte man aber, die Werte des Vorjahreszeitraums zu übertreffen. Unter dem Strich strebe man eine weitere Steigerung bei Umsatz, Absatz und dem operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen an.
Positive Impulse aus Schwellenländern
Die langsame Entwicklung zum Jahresanfang begründete Bock mit den Unsicherheiten durch die Staatsschuldenkrise. Positive Impulse erwartet er vor allem aus den Schwellenländern. Auch die wieder aufgenommene Erdölproduktion in Libyen werde ihren Teil dazu beitragen, sagte der Vorstandschef.
Die Aktie legte unter dem Eindruck der angehobenen Dividende und dem überraschend optimistischen Ausblick für 2012 zunächst ordentlich zu und notierte am Nachmittag noch mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 64,85 Euro.
Der Branchenprimus hatte 2011 mit gestiegenen Rohstoffkosten zu kämpfen. "Der Ölpreis ist ziemlich schnell und ziemlich dramatisch nach oben gegangen", sagte Bock. "Vor dem Hintergrund haben wir eine ganze Reihe von Preisanpassungen durchsetzen können und müssen", fügte der BASF-Chef hinzu.
Effizienzprogramme sollen dabei helfen, die Kostenstruktur zu verbessern. Das aktuelle Programm Step soll bis 2015 jährlich mit einer Milliarde Euro zum Ergebnis beitragen.
Erst im vergangenen November (Stuttgart: A0Z24E - Nachrichten) kündigte die BASF zudem ein Wachstumsprogramm bis 2020 an. Bis 2020 strebt der Konzern demnach ein jährliches Wachstum von rund sechs Prozent an. Damit würde BASF zwei Punkte über der globalen Chemieproduktion wachsen.
Hoffnung setzt der Konzern unter anderem in die Elektromobilität. Erst in dieser Woche hatte BASF von Merck (BSE: MERCKSL.BO - Nachrichten) entwickelte, patentierte und teilweise bereits vermarktete Technologien und Produkte, die die Leistungsfähigkeit von Batterien verbessern sollen, erworben. "Das ganze ist eine ziemliche Wette", sagte Bock im Hinblick auf die Zukunft der Elektromobilität und fügte hinzu: "Wir sind davon überzeugt, dass es gelingen wird."
Weiterhin setzt Bock auf Zukäufe. "Es würde mich nicht wundern, wenn BASF weiter akquirierend tätig sein wird", sagte er. Er könne aber noch nicht sagen, wann das der Fall sein wird.
Umsatz in allen Regionen gestiegen
Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz von BASF in allen Regionen zweistellig, allerdings gab es deutliche Unterschiede beim Betriebsergebnis. Während es in Europa insgesamt um fast 9 Prozent anstieg, ging es auf dem stärksten Einzelmarkt Deutschland um 13,8 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. Auch die Entwicklung im Raum Asien-Pazifik war rückläufig, während Südamerika, Afrika und der Nahe Osten zulegen konnten.
Die Zahl der BASF-Mitarbeiter nahm weltweit um 1,8 Prozent auf 111.140 Beschäftigte zu. Sie sollen am guten Ergebnis beteiligt werden. Bock kündigte die höchste Beteiligung der Unternehmensgeschichte an. Allein die rund 32.000 Mitarbeiter am Standort Ludwigshafen sollen 300 Millionen Euro erhalten, das wären 30 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor.
dapd





Bisher keine Kommentare vorhanden