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    Bank of England wirft mit Pfund um sich

    Die britische Notenbank pumpt weitere 50 Mrd. Pfund in den Markt. Das Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren werde auf 325 Mrd. Pfund aufgestockt, teilte die Bank of England am Donnerstag mit. Das Pfund machte einen Freudenhüpfer: Die britische Währung stieg um 0,3 Prozent auf 1,1970 Euro.

    In den vergangenen drei Jahren erwarben die Währungshüter um Notenbankchef Mervyn King bereits Wertpapiere im Wert von 275 Mrd. Pfund, davon 200 Mrd. Pfund während der Wirtschaftskrise 2009. Im Lichte von Euro-Krise und Konjunkturabkühlung wurde das Programm im Oktober nach langer Pause wiederaufgenommen, die seither ausgegebenen 75 Mrd. Pfund reichen nach Auffassung der Bank of England aber nicht. Leitzins bleibt auf Rekordtief Denn die britische Wirtschaft ist im zurückliegenden Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft. Für eine Leitzinssenkung - die klassische Methode zur Vermehrung der Geldmenge - hat die Bank of England kaum noch Spielraum: Der für die Refinanzierung der Geschäftsbanken entscheidende Satz liegt schon seit März 2009 auf dem Rekordtief von 0,5 Prozent. Deshalb kauft die Notenbank den Instituten Wertpapiere ab, um sie mit zusätzlicher Liquidität zu versorgen und die Kreditvergabe anzukurbeln.

    Das Vereinigte Königreich hat sich von den Krisenjahren 2008 und 2009 noch nicht erholt. Damals schrumpfte die Wirtschaftsleistung um insgesamt 5,6 Prozent. Nach einem Plus von 2,1 Prozent 2010 ging es im vergangenen Jahr nur noch um schwache 0,9 Prozent aufwärts. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,4 Prozent, das ist der höchste Stand seit 15 Jahren. Trotzdem ist die lockere Geldpolitik umstritten, denn die Inflationsrate liegt über vier Prozent. Im September war sie sogar auf 5,2 Prozent geklettert. Notenbankchef King ist sich des Problems durchaus bewusst: Die privaten Haushalte seien durch die Kombination aus stagnierenden Löhnen und Teuerung in den vergangenen Jahren regelrecht "ausgequetscht" worden, sagte er kürzlich.

    Angesichts der Abkühlung des Wirtschaftswachstums auch in Kontinentaleuropa sowie in den Schwellenländern rechnet die Bank of England aber mit einem Rückgang der Teuerungsraten. Die Inflation wurde aus Sicht der Währungshüter vor allem durch die hohen Weltmarktpreise für Öl und andere Rohstoffe angeheizt. Auch eine Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2011 trug zum Anstieg der Verbraucherpreise bei. Die Notenbank wies darauf hin, dass der Effekt der Steuererhöhung sich ab sofort nicht mehr in den jährlichen Inflationsraten niederschlagen werde. Deshalb wäre die Teuerungsrate ohne weitere Anleihekäufe mittelfristig wahrscheinlich unter den angestrebten Wert von zwei Prozent gerutscht, argumentierten die Währungshüter.

     

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