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Bank of England kauft gegen die Rezession an

Die Nachricht von einer drohenden Rezession in Großbritannien hat am Mittwoch das Pfund auf ein Tageshoch von 1,20 Euro getrieben. Die scheinbar paradoxe Marktreaktion erklärt sich durch die vorausschauende Kommunikationspolitik des britischen Notenbankchefs Mervyn King : Noch ehe das nationale Statistikamt für das zurückliegende Quartal ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent bekanntgab, hatte der Gouverneur der Bank of England am Dienstagabend neue Konjunkturhilfen in Aussicht gestellt.

Da die Inflation zurückgehe, habe die Notenbank "Spielraum, die Zinsen niedrig zu halten und wenn nötig weitere Vermögenswerte zu kaufen", sagte King auf einer Konferenz in Brighton. Die Bank of England erwirbt seit einigen Monaten Staatsanleihen und andere Wertpapiere von den Geschäftsbanken. Sie hatte Anfang Oktober angekündigt, auf diese Weise zunächst 75 Mrd. Pfund in den Markt zu pumpen. Kings Worte sind ein klarer Hinweis, dass die Notenbank diese Summe auf ihrer nächsten Sitzung Anfang Februar aufstocken könnte. In jedem Fall werde sein Haus alles tun, um "eine neuerliche schwere Rezession" zu vermeiden, sagte der Notenbankchef. Folgen der letzten Rezession noch nicht verdaut Die britische Wirtschaft war in den Krisenjahren 2008 und 2009 um insgesamt 5,6 Prozent geschrumpft. Die Notenbank senkte damals ihren Leitzins auf 0,5 Prozent und pumpte in einer ersten Runde von Wertpapierkäufen 200 Mrd. Pfund in den Markt. Dennoch hat sich das Land bis heute nicht erholt: Nach einem Plus von 2,1 Prozent 2010 wuchs die Wirtschaft im vergangenen Jahr nur noch um 0,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,4 Prozent, das ist der höchste Stand seit 15 Jahren.

Während es mit der Wirtschaft bergab ging, stiegen die Verbraucherpreise nach Angaben Kings seit 2007 um 15 Prozent. Die privaten Haushalte seien dadurch geradezu "ausgequetscht" worden. Einen vergleichbaren Rückgang der Realeinkommen habe es zuletzt in den 20er Jahren gegeben.

Seit einigen Monaten geht die Inflation zurück, zuletzt lag sie bei 4,4 Prozent. Dennoch sieht King auch im laufenden Jahr erhebliche Gefahren für die britische Wirtschaft. Da die Banken noch immer mit den Folgen der Finanzkrise 2008 kämpften und ihre Refinanzierungskosten wegen der Euro-Krise zuletzt wieder gestiegen seien, bestehe das Risiko einer Kreditklemme: "Ein Mangel an Refinanzierungsmöglichkeiten könnte das Produktionswachstum bremsen."

Für die Genesung der Wirtschaft sei neben der laufenden Reparatur des Banksystems vor allem eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig. "Wir müssen mehr exportieren und weniger importieren", sagte King. Die Notenbank hat dazu aus seiner Sicht schon einen Beitrag geleistet: Das Pfund sei gegenüber den anderen wichtigen Handelswährungen seit 2007 um rund 25 Prozent gefallen. Dadurch werden britische Produkte auf dem Weltmarkt billiger. Dass der Notenbankchef die Landeswährung durch seine Äußerungen am Mittwoch ein wenig in die Höhe trieb, ändert an diesem langfristigen Trend wenig: Über ein Plus von 0,3 Prozent kam das Pfund nicht hinaus. mit Agenturen

 

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