Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind im Donnerstaghandel bis zur Mittagszeit in die Verlustzone gerutscht. Dabei haben die Investoren zahlreiche Quartalsbilanzen zu verarbeiten. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verliert derzeit 0,30 Prozent auf 2.511,33 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) verschlechtert sich um 0,03 Prozent auf 2.488,06 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigen eine uneinheitliche Tendenz.
Die EU-Kommission geht in ihrer aktuellen Zwischenprognose für das laufende Kalenderjahr 2012 von einem Abrutschen der Konjunktur in den Mitgliedsländern der Eurozone in eine leichte Rezession aus. Den Angaben zufolge werde die wirtschaftliche Erholung, die Ende 2011 unerwartet ins Stocken geraten ist, wohl auch in den ersten beiden Quartalen 2012 weiter auf sich warten lassen. In der zweiten Jahreshälfte sollte sich dann jedoch nach Einschätzung der EU-Kommission wieder ein bescheidenes Wachstum einstellen. Auf Jahresbasis betrachtet werden für 2012 nun ein unverändertes Wachstum des realen BIP in der EU (0,0 Prozent) und ein Rückgang um 0,3 Prozent im Euro-Währungsgebiet prognostiziert.
An den US-Börsen zeichnet sich heute eine leicht positive Handelseröffnung ab. So rückt der Dow Jones Future derzeit um 0,09 Prozent vor. Der NASDAQ-Future (Other OTC: FRNWF.PK - Nachrichten) verbessert sich um 0,04 Prozent, während der S&P-Future um 0,07 Prozent steigt. Aus den USA werden heute die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, der FHFA Hauspreisindex und der Ölmarktbericht gemeldet.
Enttäuschend fiel der Zahlenausweis der Crédit Agricole (Paris: FR0000045072 - Nachrichten) (ISIN FR0000045072/ WKN 982285) aus. So hat sich der Verlust der Bank im vierten Quartal drastisch vergrößert. Zurückzuführen war dies insbesondere auf hohe Abschreibungen u.a. auf griechische Staatsanleihen. Die Erwartungen des Marktes wurden damit verfehlt. Der Nettoverlust belief sich auf 3,07 Mrd. Euro, gegenüber einem Verlust von 328 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 2,7 Mrd. Euro ausgegangen. Die Erträge fielen um 4,0 Prozent auf 4,66 Mrd. Euro. Die Risikovorsorge lag bei 1,86 Mrd. Euro. Der Titel verschlechtert sich um 4,1 Prozent. Unterdessen geben SAFRAN (Euronext: SAF.NX - Nachrichten) (ISIN FR0000073272/ WKN 924781) um 2,5 Prozent nach. Der Mischkonzern wies im abgelaufenen Fiskaljahr einen deutlichen Gewinnanstieg aus und blickt optimistisch in die Zukunft. So lag der Umsatz mit 11,74 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 10,76 Mrd. Euro. Unter dem Strich wies SAFRAN (Düsseldorf: 829036.DU - Nachrichten) beim Nettogewinn einen Anstieg auf 644 Mio. Euro aus, was einem Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.
Im breiten Markt notiert indes in Frankreich die Aktie von Atos (Paris: FR0000051732 - Nachrichten) (ISIN FR0000051732/ WKN 877757) nach Zahlen zum abgelaufenen Fiskaljahr auf Vortagesniveau. Der Umsatz des IT-Spezialisten lag mit 6,81 Mrd. Euro um 35,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis lag das organische Umsatzplus bei 0,3 Prozent, nachdem man in 2011 die übernommene Konzernsparte Siemens IT Solutions and Services erstmals konsolidiert hatte. Unter dem Strich wurde beim Konzernergebnis ein Anstieg auf 182 Mio. Euro ausgewiesen, was einem Plus von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht.
Royal Bank of Scotland (London: RBS.L - Nachrichten) (ISIN GB0007547838/ WKN 865142) verteuern sich um 4,9 Prozent, obwohl die Bank im vierten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht ist. Dabei lagen die Gesamteinnahmen mit 5,92 Mrd. Britischen Pfund (GBP) unter dem Vorjahreswert von 7,14 Mrd. GBP. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 1,80 Mrd. GBP ausgewiesen, nachdem man im Vorjahresquartal einen Gewinn von 12 Mio. GBP erwirtschaftet hatte. Unter anderem hatte man im Berichtszeitraum unter hohen Einmalbelastungen durch Restrukturierungen, Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Staatsanleihen zu leiden gehabt. British American Tobacco (ISIN GB0002875804/ WKN 916018) geben indes derzeit um 1,1 Prozent nach, nachdem der Tabakkonzern im abgelaufenen Fiskaljahr dank höherer Absatzpreise Umsatz und Ergebnis verbessern konnte. So lag der Umsatz mit 15,40 Mrd. GBP um 3 Prozent über dem Vorjahreswert. Der organische Umsatzanstieg betrug 7 Prozent. Unter dem Strich wies man einen Nettogewinn von 3,10 Mrd. GBP aus, nach 2,8 Mrd. GBP im Vorjahreszeitraum.
Iberdrola (TLO: IBE-U.TI - Nachrichten) (ISIN ES0144580Y14/ WKN A0M46B) verschlechtern sich um 3,2 Prozent. Der Energieversorger verlautbarte, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz eines Umsatzwachstums leicht gesunken ist, was neben einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld auf Abschreibungen, fallende Preise, eine gestiegene Steuerlast, Währungseffekte sowie geringere Erlöse aus Asset-Verkäufen zurückzuführen ist. Der Nettogewinn belief sich auf 2,81 Mrd. Euro, gegenüber einem Gewinn von 2,87 Mrd. Euro im Vorjahr. Das EBITDA erhöhte sich dagegen um 1,6 Prozent und erreichte mit 7,65 Mrd. Euro einen neuen Rekordwert. Der Konzernumsatz verbesserte sich um 4 Prozent auf 31,65 Mrd. Euro.
In der Schweiz geht es für Swiss Re (ISIN CH0126881561/ WKN A1H81M) als zweitbester Wert im SMI (Berlin: EA2B.BE - Nachrichten) um 3 Prozent nach oben. Der Rückversicherer konnte im vierten Quartal einen Gewinn ausweisen, gegenüber einem Verlust im Vorjahresquartal. So stellte sich der Nettogewinn auf 983 Mio. US-Dollar, wogegen man im Vorjahresquartal einen Verlust von 725 Mio. US-Dollar verbucht hatte. Die Return on equity verbesserte sich deutlich auf 13,7 Prozent, nach zuvor -11,0 Prozent. Noch besser läuft es lediglich für Transocean (NYSE: RIG - Nachrichten) mit einem Aufschlag von 4,3 Prozent. Am Indexende verschlechtern sich Credit Suisse (NYSEArca: CSMA - Nachrichten) um 0,8 Prozent.
Das italienische Verbrauchervertrauen hat sich im Februar 2012 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat verbessert. So erhöhte sich der saisonbereinigte Stimmungs-Index der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums auf 94,2 Punkten. Davor hatte er im Januar nur bei 91,8 Punkten gelegen. Indes wies Italien beim Handel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union im Januar 2012 ein kleineres Defizit aus. So sank sich der Passivsaldo der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 5,11 Mrd. Euro, nach einem Defizit in Höhe von 5,58 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei zogen die Exporte auf Jahressicht um 4,8 Prozent auf 11,26 Mrd. Euro an, während die Importe um 0,2 Prozent zulegten auf 16,37 Mrd. Euro.
Telekom Austria (Hamburg: TA1.HM - Nachrichten) (ISIN AT0000720008/ WKN 588811) rücken um 2,8 Prozent vor, obwohl der Telekommunikationskonzern das Gesamtjahr 2011 mit einem Verlust abgeschlossen hat. Die Umsatzerlöse auf Gruppenebene sanken aufgrund schwerwiegender makroökonomischer Gegenwinde auf den größten Märkten, eines starken Wettbewerbs und weiterer regulierungsbedingter Senkungen der Roaming- und Zusammenschaltungstarife um 4,2 Prozent auf 4,45 Mrd. Euro. Ohne Berücksichtigung der Auswirkungen der Währungsumrechnung in allen Segmenten und der Rechnungslegung für Hochinflationsländer sind die Umsatzerlöse um 0,5 Prozent auf 4,67 Mrd. Euro gestiegen. Das Nettoergebnis spiegelt die Auswirkungen der Restrukturierung in Österreich und Wertminderung auf Grund der Rechnungslegung für Hochinflationsländer wieder und verringerte sich auf -252,8 Mio. Euro, nach 195,2 Mio. Euro in 2010.
Dow Jones EURO STOXX 50: 2.511,33 (-0,30 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.488,06 (-0,03 Prozent) FTSE 100 (Euronext: VFTSE.NX - Nachrichten) (London): 5.929,31 (+0,22 Prozent) CAC40 (Paris: ^FCHI - Nachrichten) (Paris): 3.445,09 (-0,07 Prozent) MIB (Mailand): 16.364,85 (-1,16 Prozent) IBEX 35 (Madrid: IBEX.MC - Nachrichten) (Madrid): 8.554,30 (-1,19 Prozent) SMI (EUREX: OSMI.EX - Nachrichten) (Zürich): 6.197,01 (+0,07 Prozent) ATX (Wien: ^ATX - Nachrichten) (Wien): 2.189,07 (+0,28 Prozent) (23.02.2012/ac/n/m)





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