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    Austritt Griechenlands aus der Eurozone ein wahrscheinliches Endergebnis

    Kronberg im Taunus (BoerseGo.de) – Obwohl Europa am Dienstag nochmals an einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands vorbeigeschrammt ist, kann man kaum optimistisch sein. Diese Einschätzung vertritt Tristan Cooper, Analyst für Staatsanleihen bei Fidelity Worldwide Investment. Laut dem Experten muss die Wirtschaft des Landes schnellstens ab Wettbewerbsfähigkeit gewinnen. Ohne Wachstum bleibe ein nachhaltiger Schuldenabbau Wunsch­denken, schreibt Cooper in seinem aktuellen Marktkommentar.

    Griechenlands Ausstieg aus dem Euro ist für den Experten noch immer ein wahrscheinliches Endergebnis. Es gebe kaum Hinweise darauf, dass das Land den Fängen der ständig schlimmer werdenden Rezession entkommen kann, so Cooper. Leider sei Griechenland nicht mit Irland vergleichbar. Dort lasse eine vom Export getriebene Erholung hoffen. „Obwohl die Exporte in Griechenland im Vorjahr um 10 Prozent angestiegen sind, generieren sie nur ein Zehntel des Bruttoinlandsprodukts gegenüber 60 Prozent im Fall von Irland“, so der Ökonom.

    Bisher bestand die Unterstützung Griechenlands in einer vergleichsweise preiswerten Form der Versicherung eines Sonderrisikos. Einige hundert Milliarden Euro seien wenig Geld im Vergleich zu den befürchteten Kosten eines systemischen Finanzschocks, der durch den Ausstieg Griechenlands ausgelöst werden könnte, befindet der Anleihenexperte. Doch diese Denkweise ändere sich jetzt. Da die Entscheidungsträger zunehmend auf die Widerstandsfähigkeit ihres Schutzwalles vertrauten und der Konjunkturtrend in der Eurozone klarer werde, steige auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ausstieg Griechenlands verdaut werden könnte. „Die Aussichten auf eine stabile und handlungsfähige Regierung in Athen sind auch nach der Wahl im April gering. Aus diesem Grund erwarte ich, dass die Wahrscheinlichkeit des Ausstiegs Griechenlands aus der Eurozone zum Jahresende hin zunimmt, wenn - und davon gehe ich derzeit aus - das Troika-Programm scheitert“, sagt Cooper.

    Sein Fazit: „Griechenland lehrt, dass eine schnelle und erhebliche fiskalische Einschränkung nicht funktioniert. Die Troika steht nun unter immensem Druck. Sie muss beweisen, dass ihre Wirtschaftsrezepte in den weiteren Problemländern Irland und Portugal erfolgreich sein können."

     

    1 Kommentar

    • Holger  •  vor 2 Monaten
      Es müsste schleunigst ein Verfahren zum geordneten Ausstieg eines Landes aus der Währungsunion festgelegt werden, denn der ist viel schwieriger als die Aufnahme in die Währungsunion.
      Aber damit würden die Politiker und EU-Bürokraten ja zugeben, dass die Währungsunion oder zumindest die übereilte Aufnahme so vieler Länder in die Währungsunion ein Fehler war. Das werden sie aber nicht tun, sondern stattdessen auf Kosten der Steuerzahler weiter Geld in die Krisenländer pumpen.

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