Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die deutschen Standardwerte sind am Freitag mehrheitlich zurückgekommen. Der DAX gab am Ende 0,68 Prozent ab auf 5.663,15 Zähler. Im Wochenvergleich bedeutet dies ein leichtes Minus von 0,4 Prozent. Der MDAX verlor daneben 0,77 Prozent auf 7.149,85 Zähler. Der SDAX fiel um 0,43 Prozent zurück auf 3.520,91 Stellen. Der TecDAX konnte indes um 0,15 Prozent vorrücken auf 761,84 Punkte.
Für die Aktie der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) ging es deutlich um 2,7 Prozent nach unten. Konzernchef Josef Ackermann hat in einem Presseinterview seinen Vorschlag zur Schaffung eines Notfallfonds für die Finanzindustrie verteidigt. Trotz der Auswirkungen der Finanzkrise verteidigte der Manager zudem erneut das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern. Das Erreichen dieser Zielmarke dürfte jedoch durch die von der G20 geforderte höhere Eigenkapitalquote bei Banken erschwert werden. Titel der Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) sackten am Indexende um 3,7 Prozent ab. Infineon (Xetra: 623100 - Nachrichten) schlossen 3,4 Prozent schwächer. Der Wert war bereits am Vortag trotz der Bekanntgabe unerwartet guter Zahlen nach einer negativen Sektorenstudie um über 7 Prozent eingebrochen. Wie der Technologiekonzern bekannt gab, hat das US-Bezirksgericht in Kalifornien den Antrag von Volterra Semiconductor (NASDAQ: VLTR - Nachrichten) auf Erlass einer einstweiligen Unterlassungsverfügung im Patentrechtsstreit gegen Infineon abgewiesen. Volterra hatte im November 2008 Klage gegen Infineon wegen angeblicher Verletzung bestimmter Volterra Patente erhoben. Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) bröckelten um 1,7 Prozent ab. Der Aufsichtsrat des Automobilkonzerns hat einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns mit dem Sportwagenhersteller Porsche vollzogen. Das Gremium habe den zwischen allen Beteiligten ausgehandelten Durchführungsverträgen zu der geschlossenen Grundlagenvereinbarung zugestimmt. Zudem haben die Wolfsburger ihren Investitionsplan vorgestellt. Demnach werde man in den kommenden drei Jahren im Konzernbereich Automobile rund 25,8 Mrd. Euro investieren. Mäßige Abschläge waren bei der T-Aktie auszumachen. Einem Pressebericht zufolge ist die Deutsche Telekom (Xetra: 555750 - Nachrichten) auf der Suche nach einem Partner für den Ausbau des Mobilfunknetzes in den USA. Allein in diesem Jahr habe der Ausbau des Netzes 3 Mrd. Dollar verschlungen, wobei in den kommenden Jahren bereits weitere Milliarden verplant seien. Als denkbare Möglichkeiten käme eine Netzehe mit Billiganbietern wie MetroPCS oder Clearwire, aber auch mit dem US-Telekom-Giganten AT&T in Betracht. Andere Varianten, wie etwa der früher einmal angedachte Börsengang der US-Tochter, seien laut dem Bericht aber aufgrund der derzeitigen Krise vorerst vom Tisch. Titel des Pharmakonzerns Merck konnten um 0,3 Prozent vorrücken. Dabei hat das Unternehmen beim Krebsmedikament Erbitux erneut einen Rückschlag hinnehmen müssen. Wie bekannt wurde, hat das wissenschaftliche Komitee der EMEA den Einsatz von Erbitux bei der Behandlung von nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom erneut nicht empfohlen. An der Spitze gewannen K+S (Xetra: 716200 - Nachrichten) 2,4 Prozent und Henkel (Xetra: 604840 - Nachrichten) 2,2 Prozent.
HOCHTIEF (Xetra: 607000 - Nachrichten) kamen im MDAX (Xetra: Nachrichten) um 1,2 Prozent zurück. Die zum Baukonzern gehörende Tochter Leighton sieht sich trotz Krise mittelfristig weiter auf Wachstumskurs. Demnach erwartet man trotz der derzeitigen Wirtschaftskrise mittelfristig wieder steigende Umsätze und höhere Gewinne. Im TecDAX konnten SMA Solar als Spitzenreiter 6 Prozent zulegen, gefolgt von SMARTRAC (Xetra: A0JEHN - Nachrichten) und Rot & Rau. Schwächster Wert waren Conergy (-4 Prozent).
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Freitag mit Kursverlusten. Während der Dow Jones (Nachrichten) mit 10.318,16 Punkten um 0,14 Prozent abnahm, ging der Nasdaq Composite (NASDAQ: Nachrichten) um 0,50 Prozent auf 2.146,04 Zähler zurück. Der S&P 500 fiel daneben um 0,32 Prozent und schloss bei 1.091,38 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Plus. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.344,00 Punkten (+41,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.770,25 Punkten (+7,25 Punkte) und der S&P Future bei 1.094,40 Zählern (+4,20 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich angesichts der schlechten Vorgaben der US-Börsen uneinheitlich. Die Börse in Japan bleibt heute feiertagsbedingt geschlossen. Der Nikkei-Index notierte am Freitag in Tokio zuletzt mit einem Minus von 0,54 Prozent bei 9.497,68 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte grüne Vorzeichen. So steht der Hang Seng (Nachrichten) derzeit mit 0,98 Prozent im Plus bei 22.676,67 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,92 Prozent zulegt auf 3.338,66 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future fällt bisher um 0,02 Prozent auf 122,54 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.720,50 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.713,25 Zählern (+0,6 Prozent).
In den USA stehen heute der Chicago Fed National Activity Index und die Verkäufe bestehender Häuser zur Veröffentlichung an. Aus den Deutschland werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei Brocade Communications Systems Inc., Campbell Soup Co (NYSE: CPB - Nachrichten) ., Hewlett-Packard Co., Tyson Foods Inc. und Valspar Corp (NYSE: VAL - Nachrichten) . an.
Wichtige Meldungen:
Die Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) gab am Freitagabend die Übernahme des US-Finanznachrichtenservices Need to Know News bekannt. Für einen einstelligen Millionenbetrag in US-Dollar inklusive einer erfolgsabhängigen Vergütung wird Need to Know News zu einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft des Deutsche Börse-Unternehmens Market News International (MNI). Das in Washington ansässige Unternehmen Need to Know News beschäftigt 25 Mitarbeiter und liefert handelsrelevante Nachrichten an Handelsteilnehmer in den USA sowie in Europa.
Der amerikanische Konsumgüterkonzern Procter & Gamble Co. (P&G) (ISIN US7427181091/ WKN 852062) geht trotz des nach wie vor schwierigen konjunkturellen Gesamtumfelds von einer Fortsetzung des Wachstumskurses aus. Wie aus den Unterlagen weiter hervorgeht, werde man künftig auch weitere Aktienrückkäufe tätigen, wobei das Gesamtvolumen wohl unter 8 Mrd. Dollar liegen solle. (23.11.2009/ac/n/m)