Ausblick: Stärkere Eröffnung erwartet

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Freitag, 20. November 2009, um 8:47 CET

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt musste am Donnerstag kräftig Federn lassen. Der DAX schloss am Ende mit 1,48 Prozent im Minus bei 5.702,18 Indexpunkten. Der MDAX knickte daneben um 2,39 Prozent ein auf 7.205,08 Zähler. Der SDAX verlor gleichzeitig 0,98 Prozent auf 3.536,25 Stellen. Für den TecDAX ging es um 2,87 Prozent in die Tiefe auf 760,67 Punkte.

Wie aus den Ergebnissen des Ifo World Economic Survey (WES), die das ifo Institut für Wirtschaftsforschung präsentiert hat, hervorgeht, hat sich der ifo Weltwirtschaftsklimaindikator im vierten Quartal zum dritten Mal in Folge verbessert. Mit 90,4 Punkten lag der entsprechende Index deutlich über dem Wert vom Vorquartal mit 78,7 Punkten und dem Vorjahresniveau von 60,0 Punkten. Getrieben wird die Erholung der Weltwirtschaft vor allem durch die dynamische Entwicklung in Brasilien sowie in Indien, China und anderen asiatischen Ländern. Die kurzfristigen Zinsen werden nach Meinung der WES-Experten in den nächsten sechs Monaten erstmals seit mehr als einem Jahr wieder steigen.

Wie dann am Donnerstagnachmittag bekannt wurde, hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Vorwoche stabilisiert. Demnach verharrte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bei 505.000, während Volkswirte im Vorfeld 504.000 prognostiziert hatten. Gleichzeitig hat sich der an den US-Finanzmärkten viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia im November unerwartet deutlich verbessert. Daneben sind die US-Frühindikatoren im Oktober weiter gestiegen. Dies teilte das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board mit. Auf Monatssicht verbesserte sich die wirtschaftliche Aktivität um 0,3 Prozent, während Volkswirte ein Plus von 0,4 Prozent prognostiziert hatten. Angesichts der gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten und der jüngsten Dollar-Stärke hatte die Wall Street zuletzt aber mit kräftigen Verlusten zu kämpfen gehabt. Die breiten US-Indizes lagen zum Xetra-Schluss mit bis zu 2,2 Prozent hinten.

Papiere des Technologiekonzerns Infineon brachen nach einem starken Auftakt infolge einer negativen Sektorenstudie um 7,2 Prozent ein. Dabei hat das Unternehmen das vierte Geschäftsquartal mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Der Umsatz sank um 18 Prozent auf 855 Mio. Euro. Der Konzernüberschuss lag bei 14 Mio. Euro und verbesserte sich damit im Vergleich zu einem Konzernfehlbetrag von 884 Mio. Euro im Vorjahresquartal deutlich. Für das Geschäftsjahr 2010 rechnet der Konzern mit einem Umsatzwachstum von 10 Prozent. Ferner solle das Segmentergebnis deutlich gesteigert werden. Daneben fielen die Deutsche Lufthansa (Xetra: 823212 - Nachrichten) um 2,9 Prozent, die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) um 2,9 Prozent und K+S (Xetra: 716200 - Nachrichten) um 2,8 Prozent zurück. Bei METRO schlug ein Minus von 2,3 Prozent zu Buche. Der Großaktionär Haniel will einem Pressebericht zufolge die Kontrolle des METRO (Xetra: 725750 - Nachrichten) -Chefs Eckhard Cordes neu regeln. Zudem will der Großaktionär den METRO-Umbau künftig enger begleiten als nur über die Wahrnehmung des Aufsichtsratsvorsitzes. Anlass sei kein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Cordes, sondern der Wunsch nach einer zusätzlichen Absicherung für die mit Abstand wichtigste Haniel-Beteiligung, heißt es laut dem Bericht. Der Automobilkonzern Daimler will offenbar künftig stärker mit dem französischen Autobauer Renault zusammenarbeiten als bisher bekannt. Wie in der Presse zu lesen war, seien die diesbezüglichen Verhandlungen weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Die Franzosen wollten laut dem Bericht nicht nur gemeinsam mit den Deutschen den wiederbelebten smart forfour entwickeln und bauen, heißt es in Konzernkreisen. Die Zusammenarbeit solle sich auch auf den kleineren smart fortwo erstrecken. Darüber hinaus sagen Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) -Spitzenmanager, der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche und sein Renault (Paris: FR0000131906 - Nachrichten) -Kollege Carlos Ghosn planten den gemeinsamen Bau von Dreizylinder-Motoren. Daimler gaben 1,9 Prozent ab. Für die T-Aktie ging es um 1,3 Prozent nach unten. Die Deutsche Telekom gab bekannt, dass T-Home und T-Mobile in Deutschland zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in einer Gesellschaft zusammengeführt werden sollen. Damit reagiere man auf die Herausforderungen der Branche. Wie der Energiekonzern E.ON mitteilte, baut er die Windkraft in den USA weiter konsequent aus. Demnach wurde nun mit dem Windpark Stony Creek in West-Pennsylvania bereits das fünfte Windpark-Projekt in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen. Damit steige die installierte Windkraftleistung von E.ON in den USA auf knapp 1.700 Megawatt. E.ON kamen um 1,1 Prozent zurück.

Im MDAX verloren unter anderem die Aareal Bank (Xetra: 540811 - Nachrichten) 6 Prozent, ProSiebenSat.1 5,2 Prozent und Continental (Frankfurt: A0XFTR - Nachrichten) 4,7 Prozent. Der Baukonzern HOCHTIEF hat die Preisspanne für den geplanten Börsengang der HOCHTIEF Concessions AG auf 24 bis 29 Euro festgelegt. Es sollen nur so viele Aktien platziert werden, dass HOCHTIEF (Xetra: 607000 - Nachrichten) auch nach dem Abschluss des Angebots mit mindestens rund 51 Prozent an HOCHTIEF Concessions beteiligt sein wird. Das mögliche Gesamtplatzierungsvolumen liege zwischen 882 und 1.005 Mio. Euro. HOCHTIEF verloren 2,2 Prozent. Im SDAX stemmten sich ARQUES mit Erfolg gegen den Abwärtssog und kletterten um 5,6 Prozent. Das Beteiligungsunternehmen konnte seinen Verlust im dritten Quartal zurückfahren, da sich die Fokussierung des Beteiligungsportfolios und das strikte Kostenmanagement positiv auf das Ergebnis ausgewirkt haben. Für das Geschäftsjahr 2010 strebt ARQUES unverändert an, auch auf Gesamtjahressicht ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. Sixt (Xetra: 723132 - Nachrichten) gewannen 2,7 Prozent. Der Fahrzeugvermieter hat im dritten Quartal eine weiterhin stabile Nachfrage auf hohem Niveau verzeichnet und die Ertragslage gegenüber dem ersten Halbjahr deutlich verbessert. Der Quartalsgewinn nach Steuern erhöhte sich um 8,6 Prozent auf 23 Mio. Euro. Der Konzernumsatz sank um 11,3 Prozent auf 426,8 Mio. Euro. Wie weiter mitgeteilt wurde, bestätigt der Vorstand das Ziel für das Gesamtjahr 2009, im Konzern ein deutlich positives EBT auszuweisen.

Die größten Verlierer im TecDAX waren AIXTRON (-5,7 Prozent), centrotherm (-5,2 Prozent) und United Internet (Xetra: 508903 - Nachrichten) (-4,5 Prozent). Wirecard (Xetra: 747206 - Nachrichten) büßten 4 Prozent ein. Der Spezialist für elektronische Zahlungs- und Risikomanagementlösungen konnte seinen Umsatz im dritten Quartal um 13,8 Prozent auf 60,1 Mio. Euro steigern. Das EBIT lag bei 15,1 Mio. Euro (+16,2 Prozent). freenet fielen um 2,2 Prozent zurück. Wie der Konzern erklärte, werde man mit der Deutschen Telekom (Xetra: 555750 - Nachrichten) einen Vertrag über den Kauf der STRATO Gruppe schließen. Für den Erwerb sei ein Kaufpreis von 275 Mio. Euro vereinbart worden.

Asiatische und US-Börsen:

Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Donnerstag mit Kursverlusten. Während der Dow Jones (Nachrichten) mit 10.332,44 Punkten um 0,90 Prozent abnahm, ging der Nasdaq Composite (NASDAQ: Nachrichten) um 1,66 Prozent auf 2.156,82 Zähler zurück. Der S&P 500 fiel daneben um 1,34 Prozent und schloss bei 1.094,90 Zählern. Die Futures notieren derzeit uneinheitlich. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.320,00 Punkten (-7,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.772,25 Punkten (+2,00 Punkte) und der S&P Future bei 1.093,10 Zählern (-1,20 Punkte).

Die größten Börsen in Asien entwickeln sich angesichts der schlechten Vorgaben der US-Börsen mehrheitlich schwächer. Nach der negativen Entwicklung des vorangegangenen Handelstages notiert der Nikkei (Nachrichten) -Index heute in Tokio mit einem Minus von 0,54 Prozent bei 9.497,68 Punkten.

In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls rote Vorzeichen. So steht der Hang Seng (Nachrichten) derzeit mit 0,88 Prozent im Minus bei 22.443,02 Punkten, während der Shanghai Composite um 0,37 Prozent abgibt auf 3.308,35 Punkte.

Der Markt heute:

Der Bund Future fällt bisher um 0,05 Prozent auf 122,42 Punkte.

Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Gewinnen starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.730 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.729,00 Zählern (-0,1 Prozent).

In Deutschland stehen heute die Erzeugerpreise und der Monatsbericht des Finanzministeriums zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Italien die Industrieaufträge und -umsätze sowie in Japan das Sitzungsergebnis der BoJ bekannt gegeben. Aus den USA werden heute keine marktbewegenden Konjunkturdaten gemeldet.

Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:

Quartalszahlen stehen heute bei AnnTaylor Stores, D.R. Horton und J. M. Smucker an.

Wichtige Meldungen:

Die US-Bekleidungskette Gap Inc. (ISIN US3647601083/ WKN 863533) hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2009/10 vorgelegt, wonach die Erwartungen erfüllt wurden.

Der US-Computerhersteller Dell Inc. (ISIN US24702R1014/ WKN 121092) hat am Donnerstag die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2009/10 vorgelegt und damit die Erwartungen verfehlt.

Der Software-Konzern Microsoft Corp. (ISIN US5949181045/ WKN 870747) hat auf dem jährlichen Aktionärstreffen auf den guten Verkaufsstart von "Windows 7" aufmerksam gemacht.

Die IKB Deutsche Industriebank AG (ISIN DE0008063306/ WKN 806330) hat am Donnerstag für das erste Geschäftshalbjahr 2009/10 einen millionenschweren Verlust angekündigt. (20.11.2009/ac/n/m)