Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der deutsche Aktienmarkt kann auf einen äußerst erfolgreichen Wochenauftakt blicken. Der DAX hat in der zweiten Tageshälfte noch einmal richtig Fahrt aufgenommen und konnte am Ende um 2,44 Prozent vorrücken auf 5.801,48 Indexpunkte. Für den MDAX (Xetra: Nachrichten) ging es daneben um 3,09 Prozent nach oben auf 7.370,57 Zähler. Der SDAX zog am Montag um 0,56 Prozent an auf 3.540,49 Stellen. Gleichzeitig schob sich der TecDAX um 2,28 Prozent vor auf 779,21 Punkte.
Auch der Goldpreis scheint nicht zu stoppen. In der Spitze zog der Dezember-Future für eine Feinunze des gelben Edelmetalls auf fast 1.174 Dollar an. In den vergangenen Monaten hatten Spekulationen über mögliche Inflationsgefahren für kräftige Aufschläge gesorgt und das gelbe Edelmetall in immer neue Kurshöhen getrieben. Zum Wochenbeginn profitiert der Goldpreis außerdem von Berichten über ein großangelegtes Manöver der iranischen Armee.
Dank positiver Impulse vom Immobilenmarkt lagen die breiten US-Indizes zum Xetra-Schluss mit bis zu 1,6 Prozent vorne. Wie am Montagnachmittag bekannt wurde, hat sich die saisonbereinigte Zahl der US-Verkäufe bestehender Häuser im Oktober deutlich erhöht. Laut Angaben der Nationalen Vereinigung der Immobilienverkäufer stieg die Zahl gegenüber dem Vormonat um 10,1 Prozent auf 6,10 Millionen, wogegen Volkswirte einen Wert von 5,70 Millionen erwartet hatten. Indes hat die Federal Reserve Bank of Chicago für Oktober eine Abnahme beim National Activity Index ermittelt.
Dabei machte die Aktie des Nutzfahrzeugbauers MAN von sich reden. Wie zuvor bekannt wurde, hat der Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Manager wolle mit seiner Entscheidung dazu beitragen, dass sich die MAN-Gruppe wieder zügig voll und ganz ihren Kerngeschäften und ihrer weiteren Unternehmensentwicklung widmen kann. Samuelsson sei zu der Überzeugung gekommen, dass es zum Wohle des Unternehmens einen personellen Neuanfang auf höchster Ebene geben sollte. Zum kommissarischen Nachfolger wurde Georg Pachta-Reyhofen bestellt. Der Wert gewann in der Spitze knapp 5 Prozent, schloss am Ende aber nur gut behauptet. Der Chemiekonzern BASF will die Produktion von XSB-Latex im Bereich Paper Chemicals in Europa straffen und kündigte in diesem Zusammenhang Standortschließungen an. Demnach werde man die Produktion von XSB-Latex an den Standorten Guturribay (Spanien), Kaipiainen (Finnland) und Ribécourt (Frankreich) bis Mitte 2010 schließen, womit die XSB-Gesamtkapazität des Unternehmens in Europa um 40 Prozent bzw. 310.000 Tonnen reduziert werde. Von den Maßnahmen sind Konzernangaben zufolge insgesamt 40 Stellen betroffen. BASF schlossen mit 4 Prozent im Plus. Für Merck ging es um 3 Prozent in die Höhe. Der Pharmakonzern beabsichtigt, die weltweiten Ressourcen für Forschung & Entwicklung (F&E) durch das Einrichten eines globalen F&E-Zentrums in der chinesischen Hauptstadt Peking zu erweitern. In den nächsten vier Jahren sollen im Zusammenhang mit der Gründung des F&E-Zentrums und der Durchführung von F&E-Aktivitäten in China mehr als 150 Mio. Euro investiert und über 200 neue, qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden. Anteile der Deutschen Post gewannen 3,1 Prozent. Wie in der Presse zu lesen war, hat die Tochter DHL offenbar einen milliardenschweren Auftrag der Deutschen Bundeswehr abgelehnt. Demnach habe es in den DHL-Gremien kein grünes Licht für ein Angebot zur Privatisierung von Bundeswehr-Lagern und -Transporten gegeben, weil die mit dem Auftrag verbundenen Risiken als zu groß galten. Die T-Aktie zog um 2,1 Prozent an. Presseangaben zufolge will die Deutsche Telekom (Xetra: 555750 - Nachrichten) nach Aussage von Konzernchef René Obermann weiter an der bisherigen Strategie einer Stärkung der Marktposition in den angestammten Märkten festhalten und nimmt von einer Expansion in Schwellenländer Abstand. Gleichzeitig erteilte der Konzernchef Spekulationen um mögliche Partnerschaften in den USA nach dem Vorbild der Mobilfunktochter in Großbritannien eine Absage. Weiter vorantreiben werde man den Personalumbau, um Effizienzsteigerungen erzielen zu können. Daneben schlossen Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) 2 Prozent fester. Presseangaben zufolge will der Automobilhersteller ab 2015 ein wasserstoffbetriebenes Brennstoffzellen-Auto auf den Markt bringen. Dabei solle der Preis nicht höher sein als der eines Autos mit einem sparsamen Verbrennungsmotor. Papiere des Mitbewerbers BMW blieben indes mit +0,1 Prozent deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück. Vorstandschef Norbert Reithofer will einem Pressebericht zufolge den eingeschlagenen Expansionskurs bei neuen umweltschonenden Technologien weiter vorantreiben. Den Angaben zufolge werde der Konzern auch in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in neue Technologien investieren.
Douglas (Xetra: 609900 - Nachrichten) preschten im MDAX um 5,5 Prozent vor. Der Ulmer Drogeriemarkt-Unternehmer Erwin Müller hat sich einem Pressebericht zufolge an dem Einzelhandelskonzern beteiligt. Demnach halte Müller offenbar seit wenigen Tagen 3 Prozent an Douglas. Außerdem habe die schweizerische Privatbank Sarasin & Cie. weitere 14 Prozent der Douglas-Anteilsscheine für Müller erworben. Dem Bericht zufolge strebe Müller eine Beteiligung von 18 Prozent an Douglas an. Dabei erhoffe sich der Chef der viertgrößten deutschen Drogeriemarktkette hohe Synergien zwischen beiden Unternehmen.
Im TecDAX zogen centrotherm als stärkster Wert um 7,1 Prozent an. Dahinter gewannen Manz (Xetra: A0JQ5U - Nachrichten) 6,2 Prozent und Roth & Rau 4,9 Prozent. Die Aktie des Solarschwergewichts SolarWorld ging mit +3,6 Prozent in den Feierabend. Evotec (Xetra: 566480 - Nachrichten) gaben dem starken Umfeld zum Trotz ein halbes Prozent ab.
Asiatische und US-Börsen:
Die US-Leitindizes beendeten den Handel am Montag mit Kursgewinnen. Während der Dow Jones (Nachrichten) mit 10.450,95 Punkten um 1,29 Prozent zunahm, zog der Nasdaq Composite (NASDAQ: Nachrichten) um 1,40 Prozent auf 2.176,01 Zähler an. Der S&P 500 stieg daneben um 1,36 Prozent und schloss bei 1.106,24 Zählern. Die Futures notieren derzeit im Minus. So tendiert der Dow Jones Future bei 10.383,00 Punkten (-42,00 Punkte), der NASDAQ Future bei 1.782,75 Punkten (-8,50 Punkte) und der S&P Future bei 1.099,80 Zählern (-4,20 Punkte).
Die größten Börsen in Asien entwickeln sich trotz der guten Vorgaben der US-Börsen schwächer. Nach dem gestrigen Feiertag notiert der Nikkei (Nachrichten) -Index heute in Tokio mit einem Minus von 1,01 Prozent bei 9.401,58 Punkten.
In China zeigen die Aktienmärkte ebenfalls rote Vorzeichen. So steht der Hang Seng (Nachrichten) derzeit mit 1,42 Prozent im Minus bei 22.448,43 Punkten, während der Shanghai Composite um 3,45 Prozent abgibt auf 3.223,53 Punkte.
Der Markt heute:
Der Bund Future steigt bisher um 0,22 Prozent auf 122,72 Punkte.
Die Banken und Handelshäuser sehen den Deutschen Aktienindex heute mit Verlusten starten. Die Deutsche Bank rechnet zu Handelsbeginn mit 5.750 Punkten. Der DAX-Future notiert derzeit bei 5.751,50 Zählern (-0,6 Prozent).
In Deutschland stehen heute das BIP und ifo Geschäftsklima zur Veröffentlichung an. Ferner werden in Frankreich die Haushaltsausgaben und das Geschäftsklima sowie in der EU das BIP und die Auftragseingänge bekannt gegeben. Aus den USA werden heute das BIP und das Verbrauchervertrauen gemeldet.
Quartalszahlen, Hauptversammlungen und Analystenkonferenzen:
Quartalszahlen stehen heute bei American Eagle Outfitters Inc., Bank Of Montreal, Barnes & Noble Inc., Borders Group Inc (NYSE: BGP - Nachrichten) ., Brown Shoe Co (NYSE: BWS - Nachrichten) . Inc., Dollar Tree Inc., H.J. Heinz Co., Hormel Foods Corp (NYSE: HRL - Nachrichten) ., Medtronic Inc (NYSE: MDT - Nachrichten) ., Warner Music Group Corp., Nordex AG und Pfleiderer AG (Xetra: 676474 - Nachrichten) an.
Wichtige Meldungen:
Der US-amerikanische Technologiekonzern Analog Devices Inc. gab am Montagabend seine Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009 bekannt. Der Nettogewinn gab auf 105,6 Mio. Dollar bzw. 36 Cents je Aktie nach, während der Konzern im Vorjahresquartal noch einen Nettogewinn von 143,9 Mio. Dollar bzw. 49 Cents je Aktie erwirtschaftet hatte.
Der US-Technologiekonzern Hewlett-Packard Co. (HP) gab am Montag nach Börsenschluss die Zahlen zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009 bekannt. Der Nettogewinn stieg unterdessen auf 2,4 Mrd. Dollar bzw. 99 Cents je Aktie, gegenüber 2,1 Mrd. Dollar bzw. 84 Cents im Vorjahresquartal.
Der französische Medien- und Mobilfunkkonzern Vivendi S.A. baut seine Beteiligung an Canal+ France weiter aus. (24.11.2009/ac/n/m)