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    Apple hat "mehr Cash als wir brauchen"

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    Tim Cook sitzt auf dem Hocker und beginnt mit gesenktem Kopf zu sprechen. "Das ist unsere erste gemeinsame Versammlung seit Steve gestorben ist", sagte der Apple (Xetra: 865985 - Nachrichten) -Chef auf der Hauptversammlung in der Konzernzentrale im Silicon Valley. "Kein Tag vergeht, an dem ich ihn nicht vermisse, aber irgendwo in den Tagen und Wochen nach seinem Tod wurde aus dieser großen Trauer eine enorme Entschlossenheit, die Reise fortzusetzen - weil ich weiß, dass Steve es so gewollt hätte."

    Der 51-jährige Apple (NasdaqGS: AAPL - Nachrichten) -Lenker war schon zu den Zeiten, als Steve Jobs das Unternehmen führte, als operativer Chef der Kontaktmann für die Aktionäre. Der Unternehmensmitbegründer, der im Oktober an den Folgen von Krebs starb und den Chefposten bereits zwei Monate davor an Cook übergeben hatte, mied den Kontakt nach Möglichkeit, genau so wie er die Wall Street umschiffte. Darüber, was viele Aktionäre von Apple wollen - eine Dividende, ein Aktienrückkaufprogramm, einen Aktiensplit - herrscht auch nach der Hauptversammlung vom Donnerstagmorgen weiterhin Ungewissheit. Mehrere Aktionäre wollten bei der Fragerunde wissen, was Apple mit seinen Barreserven in Höhe von rund 98 Mrd. Dollar zu tun gedenke. "Wir denken sehr intensiv über die Cash-Frage nach, und der Verwaltungsrat führt aktive Gespräche darüber, was im besten Interesse der Aktionäre ist", sagte Cook. Der Verwaltungsrat erwäge alle Optionen, sei aber noch zu keinem Entschluss gekommen, sagte Cook weiter. Apple habe in den vergangenen Jahren Milliarden in den Ausbau der Lieferkette, der Ladenkette oder der Infrastruktur und in die Übernahme kleiner Unternehmen investiert. "Wir haben viel Geld ausgeben, aber wir haben immer noch viel - ehrlich gesagt mehr als wir brauchen, um das Unternehmen zu betreiben", sagte der Apple-Chef. "Der Verwaltungsrat und das Management werden tun, was unserer Meinung nach das Beste für die Aktionäre ist - und jedermann weiß, dass nie 100 Prozent der Leute mit unserer Entscheidung übereinstimmen werden."

    Apple schüttete zuletzt 1995 eine Dividende aus. Jobs, der 1997 zu dem 1976 gegründeten Unternehmen zurückkehrte, war stets dagegen. Eine Dividende hätte seiner Meinung nach dem Aktienkurs nicht geholfen und überdies Apples finanzielle Flexibilität eingeschränkt. "Hätten Sie lieber ein Unternehmen mit unserem Aktienkurs und 40 Mrd. Dollar auf dem Konto oder ein Unternehmen mit unserem Aktienkurs und kein Geld auf dem Konto?", fragte er die Aktionäre auf der Hauptversammlung vor zwei Jahren. Apples Aktiennotierung ist in den vergangenen drei Jahren um 470 Prozent auf rund 516 Dollar angestiegen. Der kalifornische Hersteller von iPhones, iPads, iPods und Macs ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 480 Mrd. Dollar mittlerweile zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufgestiegen. China und die seit Monaten wieder heftig kritisierten miserablen Arbeitsbedingungen in den Werken von Apple-Zulieferern wie Foxconn oder Wintek waren auf der Hauptversammlung kein Thema. Cook brachte sie genau so wenig zur Sprache wie die Aktionäre, die zu Wort kamen. Vor Beginn der Hauptversammlung stand ein kleines Grüppchen von Demonstranten auf dem Apple-Campus in Cupertino und schwenkte Plakate mit Forderungen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

    Teil 2: Kritik an Produktionsbedingungen bleibt ungehört

    Zwei Vertreterinnen der Watchdog-Organisation SumOfUs wurde der Zutritt in die Apple-Aula verwehrt, wo sie Cook zu besseren Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern drängen und ihm eine Petition mit über 350.000 Unterschriften auf CD überreichen wollten. "Wir mussten wie einige andere Aktionäre in den Raum in der ersten Etage, wo wir die Versammlung auf einem Bildschirm verfolgen und unsere Frage auf einen Zettel schreiben konnten - unser Papier wurde aber nicht vorgelesen", sagte eine SumOfUs-Vertreterin. Ihr gelang es nach der Versammlung immerhin, die CD einer Apple-PR-Mitarbeiterin vor dem Gebäude in die Hand zu drücken. Arbeitsrechts- und Bürgerrechtsorganisationen hoffen, dass Apple als eines der reichsten und mächtigsten Unternehmen Reformen im chinesischen Arbeitsmarkt erzwingen will und kann. "Klar lassen Hewlett-Packard , Dell (NasdaqGS: DELL - Nachrichten) und andere Technologiekonzerne genau so bei Foxconn & Co. produzieren, aber wir hoffen, dass Apple eine Führungsrolle übernimmt", sagte die SumofUs-Vertreterin. Alle acht Apple-Verwaltungsratsmitglieder, darunter Ex-Vizepräsident Al Gore, Walt Disney -Chef Robert Iger und Genentech -Mitgründer Arthur Levinson, wurden am Donnerstag wieder gewählt. Apple-Chef Cook erhielt über 98 Prozent der Aktionärsstimmen für seine Wiederwahl, Gore schnitt mit 81 Prozent am schlechtesten ab.

    Der Konzern nahm zudem einen Vorschlag des größten US-Pensionsfonds California Public Employees Retirement System (Calpers) an, wonach jedes Verwaltungsratsmitglied bei der Wahl künftig eine Mehrheit der Stimmen erhalten muss. Bislang reichte eine relative Mehrheit. Aktionäre hatten den vor einem Jahr von Calpers schon einmal vorgebrachten, nicht bindenden Vorschlag bereits angenommen, aber Apple hat sich stets dagegen gewehrt. Kalifornisches Recht könnte laut Apple dazu führen, dass Verwaltungsratsmitglieder ihren Sitz verlieren, weil zu wenige Aktionäre ihre Stimme abgeben. "Ein Mehrheitsvotum schafft nach kalifornischem Recht mehr Komplexität, aber das hier ist Apple, und wir lassen uns durch Komplexität nicht behindern", sagte Apple-Chefjustiziar Bruce Sewell am Donnerstag. Cook wollte auf eine Frage eines Aktionärs keine Auskunft darüber geben, ob Apple demnächst mit einem eigenen Fernseher versuchen werde, den TV-Markt aufzumischen. Seit Monaten kursieren Gerüchte, dass der Technologiekonzern bald ein mit seiner Hardware und Online-Diensten integriertes Fernsehgerät einführen könnte. Zunächst wird jedoch eine neue Version des iPad-Tablets erwartet, die Apple Anfang März in San Francisco enthüllen könnte. Der gleiche Aktionär wollte wissen, ob Cook nicht endlich Griechenland kaufen wolle. "Ich kann das Thema nicht mehr hören", sagte der Mann und erntete dafür viel Gelächter. "Griechenland kaufen?", antwortete Cook. "Wir haben uns viele Übernahmeziele angeschaut, Griechenland gehört nicht dazu."

     

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