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    Apple-Chef vor dem "Kadi"

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    Washington (BoerseGo.de) - Am Dienstagnachmittag muss Apple-Chef Tim Cook vor einen Untersuchungsausschuss des US-Senats zum Rapport antreten. Es geht um einen gewaltigen Vorwurf : Der Senat ist der Überzeugung, dass das Unternehmen mit einem komplexen Geflecht aus im Ausland angesiedelten Firmen Steuerzahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe umgangen hat. In dem bereits vor der Anhörung veröffentlichten 40-seitigen Bericht heißt es, dass ein wesentlicher Teil der Umsätze von Apple über Tochterfirmen in Irland laufe. Apple habe zwar nicht illegal gehandelt. Der Konzern habe aber Gesetzeslücken genutzt, um in den USA im großen Stil Zahlungen an den Fiskus zu vermeiden.

    Laut dem Senatsbericht soll Apple unter der "Verwendung von Auslandsstrukturen, -vereinbarungen und -transaktionen Gewinne in Milliardenhöhe von den Vereinigten Staaten auf Irland” übertragen haben, heißt es weiter in dem Bericht. Zudem seien Rechte am geistigen Eigentum verlagert worden. So habe eine Filiale Nettozuflüsse von 30 Milliarden Dollar verbucht, sich aber geweigert, einen Steuerstandort anzugeben, heißt es. Zudem habe es Apple geschafft, mit Irlands Regierung eine Steuerquote von zwei Prozent auszuhandeln, statt der üblichen Quote von zwölf Prozent.

    Der iPhone-Hersteller erklärte, dass die Tochter Apple Operations International nicht in den USA steuerpflichtig sei, weil sie in Irland ansässig sei. Sie werde aber auch von Irland nicht besteuert, weil sie dafür bestimmte Ansässigkeitsbedingungen nicht erfülle. Allerdings flössen der Firma bereits in den Herkunftsländern besteuerte Mittel zu. Das Unternehmen halte sich an die Gesetze und auch an den Geist der Gesetze, wird Konzernchef Cook in Medien zitiert.

    Apple steht nicht alleine da. Unternehmen wie Google oder Amazon setzen legale Buchhaltungstricks ein, um ihre Gewinne in Länder mit niedrigen Steuersätzen zu verschieben und auf diesem Wege die unterschiedlichen Steuervorteile der einzelnen Staaten auszunutzen. Vertreter des Senats betonten, sie wollten nun Konzepte erarbeiten, wie diese von Großunternehmen genutzten Lücken im Steuerrecht geschlossen werden könnten.

    Apple hat mittlerweile ein Barvermögen von rund 145 Milliarden US-Dollar angehäuft. Dem Ausschuss zufolge liegen davon gut 100 Milliarden Dollar im Ausland. Bei einer Rückführung des Kapitals in die USA fällt eine Unternehmenssteuer von 35 Prozent an. Aus diesem Grund platzierte Apple zuletzt Anleihen im Wert von 17 Milliarden US-Dollar, um Dividendenzahlungen an seine Aktionäre zu finanzieren. Schätzungsweise sparte das Unternehmen dadurch 9 Milliarden Dollar an Steuern, die sonst bei der Rückführung des Geldes fällig gewesen wären.

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